50 Ideen für eine bessere Welt: So wird der Alltag grüner

50 Ideen für eine bessere Welt: So wird der Alltag grüner

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Vom Feld in den Kleiderschrank - Immer mehr Modedesigner entdecken den Trend zur Ökomode. So auch das deutsche Startup "The Rooters", das aus der Rhabarberwurzel Ökoleder herstellt

von Dieter Dürand, Sebastian Matthes, Andreas Menn

Klimawandel, Rohstoffknappheit und soziale Ungerechtigkeit: Die Probleme klingen global und für den Einzelnen unlösbar. Doch ganz so ohnmächtig sind die Konsumenten nicht. Sie können Modelabels wählen, die Biorohstoffe nutzen oder Hemd und Hose wiederverwerten. Sie können aber auch mit einfachen Technologien einen großen Teil ihrer Heizkosten einsparen. Schon in wenigen Jahren ermöglichen ihnen High-Tech-Lampen, mit einem Bruchteil des Stroms auszukommen.

Schick mit Rhabarber

Ökomode? Bisher stand das eher für gewaltfrei gestrickte, aber kratzige Wollpullover. Entsprechend klein war der Kundenkreis: Überzeugungstäter, denen das grüne Gewissen wichtiger ist als ihr Erscheinungsbild. Zahlreiche Bekleidungshersteller und Eco-Designer setzen dem nun einen neuen Trend entgegen: haltbare und zeitlos schicke Kleidung, die mehr als eine Saison getragen werden kann und allein deshalb schon zigfach nachhaltiger ist als die übliche kurzlebige Billigware.

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Giorgio Armani greift in seinen Kollektionen zunehmend auf Biohanf und -baumwolle zurück. Die französische Modemarke Marithé + François Girbaud setzt für das Färben und Bleichen von Jeans Laserlicht ein, sodass dafür nur mehr fünf statt der bisher üblichen 150 Liter Wasser benötigt werden. Und der hessische Biomodenhersteller Hessnatur gewann weltweit Beachtung und Kundschaft, nachdem er Entwürfe des spanischen Designers Miguel Adrover – einem Shootingstar der Szene – in seine Kollektion aufgenommen hatte. Grün tragen ist cool. Und so führen die Protagonisten der deutschen Ökomodeszene wie der Naturtextilproduzent The Rooters ihre ökologisch korrekten Entwürfe nun auf eigenen, gut besuchten Modeschauen vor.

Recycelte Kleidung

Seine Spezialität: mit Inhaltsstoffen der Rhabarberwurzel gegerbtes Leder. Zudem wollen die Textilunternehmen mit der Wiederverwertung alter Stoffe ihre Ökobilanzen verbessern – so zum Beispiel der Kieler Outdoorausrüsters Pyua, der seine Funktionskleidung für Wanderer und Sportler aus recycelter Synthetikware schneidert. Der Stoff ist von neuem Polyester nicht zu unterscheiden.

Das Recycling löst ein großes Branchenproblem: den enormen Ressourcenverbrauch. Die Baumwollnachfrage stieg im vergangenen Jahrhundert weltweit um das Siebenfache und liegt seit 2010 bei 25,4 Millionen Tonnen. Auch die Kunstfaserproduktion ist in die Höhe geschnellt, auf zuletzt 49,6 Millionen Tonnen. Die Hersteller verbrauchen pro Jahr 31 Millionen Liter Öl.

Der Einsatz gebrauchter Ware spare bis zu 50 Prozent der Rohstoffkosten, sagt Bekleidungstechniker Thomas Schneider von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Um künftig auch Baumwolle zurück in den Produktionsprozess führen zu können, entwickelt Schneider für einen großen deutschen Textilhersteller einen Spezialwebstuhl: Das Gerät läuft rückwärts und dröselt das Gewebe von Hosen wieder auf – zurück bleibt ein strapazierfähiges Garn. In zwei bis drei Jahren soll dieser Reverse-Webstuhl fertig sein.

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