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50 Ideen für eine bessere Welt: Strom aus Müll

50 Ideen für eine bessere Welt: Unternehmen sagen dem Raubbau den Kampf an

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Strom aus Müll

Blick aus der Röhre

Viele Bergfans wollen am liebsten im Einklang mit der Natur wandern. Wenn es aber im Hochgebirge abends kalt wird, benötigen sie nicht nur Schutz, sondern sie verbrauchen oft auch Kerosin, Gas oder Batterien für ihre Kocher. Eine überlebenssichernde und umweltfreundliche Übernachtungsmöglichkeit bietet jetzt die italienische Designfirma Leap-Factory. Ihre röhrenartige, schnee- und sturmsichere Mini-Lodge ist im Schnitt 3,5 Meter breit, acht Meter lang und 2,80 Meter hoch. In ihr sind Tische, Stühle, Toiletten und Waschbecken installiert. Nach Bedarf gibt es Kojenplatz für zwei bis zwölf Personen. Dafür dass es bei traumhafter Aussicht auf Himmel und Berge warm bleibt, sorgt die Fotovoltaikanlage auf dem Dach. Das Handicap: Mindestens 200 000 Euro kostet die 2500 Kilogramm schwere und mehrmodulige Schlafkapsel. Damit sich der Aufwand rechnet, bleibt das Biwak mehrere Wochen auf dem Berg und kann von verschiedenen Wanderern benutzt werden.

Bild: PR

Sonnen-Sender

Das künftige Wachstum im Mobilfunkmarkt kommt aus den Entwicklungs- und Schwellenländern. Dort sind Handys mangels flächendeckender Festnetze oft die einzige Chance, global zu kommunizieren. Weil viele Sendemasten abseits der Stromversorgung stehen, werden sie meist von Dieselgeneratoren mit Energie versorgt. Um Spritbedarf und Umweltbelastung zu mindern, hat der Technologieriese Ericsson vor drei Jahren Basisstationen vorgestellt, die sich aus Solar- und Windstrom speisen. Heute bieten auch andere Hersteller ähnliche Technik an. Bis Ende 2012 will der Mobilfunkverband GSMA weltweit 118.000 Basisstationen mit erneuerbaren Energien betreiben.

Klima-Karte

Mit der Climate Credit Card können Kunden des Schweizer Klimaschutzunternehmens South Pole Carbon (SPC) Emissionen, die sie mit Einkäufen aller Art verursachen, automatisch ausgleichen. Ob Transatlantikflug, 50 Liter Superbenzin oder Milch im Supermarkt: In Kooperation mit dem Zahlungsdienstleister Cornèrcard berechnet SPC bei jedem Einsatz der Karte, wie viel klimaschädliche Emissionen mit dem Einkauf einhergehen – und kompensiert sie durch Investitionen in Klimaschutzprojekte, die mit dem weltweit anerkannten Gold Standard zertifiziert wurden. Darunter zwei moderne Windfarmen, die vor der australischen Nordostküste liegen. Diese ersetzen schmutzigen Kohlestrom und sparen massiv CO2-Emissionen ein. Außerdem schafft das Windprojekt Arbeitsplätze für die indigene Bevölkerung. Der Clou: Die Klima-Karte kostet den Kunden nichts extra. Die Kompensation wird mithilfe der anfallenden Kreditkartengebühr finanziert.

Doch das ist nur eins der neuesten Projekte der SPC.Das 2006 gegründete Unternehmen gehört zu den führenden Emissionsreduktionsspezialisten. Mit Vertretungen rund um den Globus entwickelt SPC in 20 Ländern Projekte, mit denen Unternehmen und Privatleute Treibhausgase kompensieren können.

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Strom aus Müll

Das britische Startup Advanced Plasma Power (APP) erzeugt Strom aus Abfällen – indem es Müll gasifiziert: Die Anlage sortiert Glas, Metall und harte Kunststoffe zum Recycling aus, den Rest schreddert sie und transportiert ihn in den Ofen. Bei 6000 Grad wandelt sich der Müll zu Synthesegas. Damit erzeugt das Kraftwerk Wärme und Strom. Übrig bleibt ein steinartiges Material, sogenanntes Plasmarok, das sich zum Beispiel für den Straßenbau eignet. Deutschlands jährliche 37 Millionen Tonnen Privatmüll könnte diese Technik in Strom für 3,5 Millionen Haushalte und Wärme für 150.000 Haushalte verwandeln.

SAP für Ökos

Noch beraten die Brüsseler Experten. Doch es ist nur noch eine Frage von Monaten, bis die EU größeren Unternehmen die Veröffentlichung von Nachhaltigkeitsreports vorschreibt. Damit würde Pflicht, was mancher Konzern schon jetzt tut – teils aus eigener Einsicht, teils auf Druck der Investoren. Oft nutzen sie dafür eine Software, die die IT-Spezialisten Manfred Heil, Andre Borngräber und Michael Corty mit ihrem Startup WeSustain entwickelt haben.

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Enterprise Sustainability Management, kurz ESM, heißt ihre Idee, per Software zu messen, wie nachhaltig Firmen auf verschiedenen Feldern arbeiten. Dazu werten sie 180 Indikatoren aus – vom CO2-Ausstoß bis zur Frauenquote in den Führungsetagen. Mit dieser Analyse können die Verantwortlichen kontrollieren, wie nachhaltig ihr Unternehmen operiert: „Was die SAP für die finanzielle Unternehmenssteuerung ist, wollen wir für Bewertung und Optimierung der Nachhaltigkeit werden“, sagt Heil. Er weiß, wovon er spricht: Bevor der heute 48-Jährige WeSustain gründete, verantwortete er viele Jahre große Softwareprojekte mit Geschäftskunden – bei SAP.

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