Bild: dpaQualitätsurteile aus insgesamt 52 Tests, in denen biologische und konventionelle Lebensmittel unter anderem auf Schadstoffe, Keime, Geruch und Geschmack geprüft wurden, flossen in diese Statistik ein. In den vergangenen sieben Jahren hat die Stiftung Warentest 249 biologische und 1007 konventionelle Produkte getestet. Der Test stammt von 2011.
Bild: dpaNatives Rapsöl als Bioprodukt zu kaufen, ist nicht unbedingt empfehlenswert. Laut Stiftung Warentest fielen die meisten Biomarken wegen sensorischer Mängel durch.
Auch bei Babymenüs aus dem Bioregal hatten die Tester einiges auszusetzen. Zwar waren alle in punkto Schadstoffe und Keime sicher, wurden aber ernährungsphysiologisch beanstandet: zu wenig Fett und Vitamin C.
Bild: dpaBei frischer Vollmich hat Bio hingegen die Nase vorn. Sechs von sieben getesteten Biomarken schnitten "gut" ab, von den zwölf konventionellen Marken erlangten nur fünf diese Note.
Die Milch zeigte auch, dass Bio wirklich Bio ist. Die Kühe, von denen die getestete Milch stammte, wurden nach Ökovorschrift mit viel Gras gefüttert. Labortests ergaben, jede Milch enthielt vergleichsweise viel konjugierte Linol- und Alpha-Linolensäure, was typisch bei Grünfütterung ist.
Bild: dapdAuch der Bioräucherlachs stammte den Anforderungen gemäß aus ökologischer Aquakultur. So konnten natürliche Futterbestandteile sein Fleisch rosa färben, keine zugesetzten Farbstoffe. Die dürfen nur in konventionellen Betrieben genutzt werden.
Auch Bioprodukte aus pflanzlichen Zutaten entsprachen den Richtlinien. Die Produkttester der Stiftung Warentest wiesen in keinem der Produkte Rückstände von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln nach. Dennoch fanden sie zwei Bio-Sojadrinks, die das Biosiegel zu unrecht trugen - sie waren mit Kalziumkarbonat angereichert, was die EU-Ökoverordnung untersagt.
Bild: dpaDie Statistik belegt: Bioware kostet im Mittel meist 30 bis 50 Prozent mehr als konventionelle. Die Begründung liegt nach Meinung der Prüfer darin, dass Ökobauern auf mineralischen Stickstoffdünger, chemisch-synthetische Pestizide und Massentierhaltung verzichten. So seien die zusätzliche Handarbeit, teureres Futter und niedrigere Erträge für die höheren Kosten verantwortlich.
Schwankungen gibt es aber auch bei den Preisen. Während sich die Preise zum Beispiel bei Olivenöl, Bitterschokolade und Eisbergsalat stark ähneln, kosten Margarine, Fischstäbchen und Grillfleisch von Anbauverbänden drei- bis viermal mehr als konventionelle Produkte.
Bild: dpaStiftung Warentest versichert: Verbraucher können frischem Bioobst, Biogemüse und Biotee vertrauen. In 75 Prozent der Proben waren seit 2002 gar keine Pestizide nachweisbar. Dies traf nur für 16 Prozent der konventionellen Ware zu.
Laut EU-Ökoverordnung dürfen Biolandwirte jedoch 27 Pestizide natürlichen Ursprungs nutzen, darunter auch Rotenon. Das Insektizid wird aus der tropischen Derris-Wurzel gewonnen und ist trotz natürlicher Herkunft nicht harmlos, es steht im Verdacht, beim Menschen die Parkinson-Erkrankung zu fördern. Es muss daher wie alle Pestizide bis zur Ernte abgebaut sein.
Bild: dapdAuch bei konventionellem Anbau sinkt die Pestizidbelastung tendenziell. Seit 2008 stellte die Stifung Warentest in Salat, exotischen Früchten und Paprika keine Höchstgehaltsüberschreitungen.
Und Rucola, der 2005 noch Pestizidcocktails aus bis zu sieben Pestiziden enthielt, wies nur noch zwei auf.
Bild: dapdLebensmittel müssen gut aussehen, riechen und schmecken. In der Sensorik testen Prüfer der Stifung Warentest, ob ein Kaffee muffig riecht oder der Schaum auf dem Cappuccino schön cremig ist.
Die Bilanz ist selten "sehr gut". Nur sieben Prozent der Biolebensmittel und acht Prozent der konventionellen erreichten in der Sensorik die Bestnote.
Bild: dpaAuch verderblichen Waren dürfen Bioproduzenten keine Konservierungsstoffe zusetzen, die Mikroorganismen bremsen und so Lebensmittel vor dem Verderben schützen. Dennoch liegen beide in der Statistik der Produkttester beinahe gleichauf.
Mit "sehr gut" wurden 47 Prozent der Bioprodukte im Bereich "Mikrobilogische Qualität" bewertet und 44 Prozent der konventionellen. Doch es gab auch vier Prozent "mangelhafte" Wertungen für konventionelle und sieben Prozent für Biolebensmittel, darunter konventionelles Grillfleisch und Räucherlachs sowie Wiener Würstchen aus beiden Produktionen.
Bild: dpaVermehrt achten Verbraucher auch darauf, ob das von ihnen konsumierte Produkt umweltverträglich, ethisch und nachhaltig hergestellt wurde. Die Stiftung Warentest hat dazu einen so genannten CSR-Test eingeführt, der die Corporate Social Responsibility, also die soziale und ökologische Verantwortung von Unternehmen messen soll. Dabei wird überprüft, wie gut Hersteller und Anbieter ihre Produktionskette kennen und ob sie soziale und ökologische Verantwortung tragen.
Hier konnten die Bioanbieter punkten: Drei Produzenten von Bioschinken kannten die ganze Herstellungskette, was auf nur einen der konventionellen Schinkenbetrieben zutraf. Auch beim Klimaschutz stehen sie besser da, weil Bioprodukte ohne den "Energiefresser" Stickstoffdünger produziert werden.
Qualitätsurteile aus insgesamt 52 Tests, in denen biologische und konventionelle Lebensmittel unter anderem auf Schadstoffe, Keime, Geruch und Geschmack geprüft wurden, flossen in diese Statistik ein. In den vergangenen sieben Jahren hat die Stiftung Warentest 249 biologische und 1007 konventionelle Produkte getestet. Der Test stammt von 2011.
Bio-Essen verringert nach Erkenntnissen der US-Forscher aber das Risiko, Pflanzenschutzmittel zu sich zu nehmen. Agrarforscher und Bio-Verbände betonen den Nutzen der biologischen Landwirtschaft für Gewässer, Böden, Klima und Artenvielfalt. Für die Stanford-Studie sichteten Wissenschaftler um Dena M. Bravata tausende Untersuchungen und wählten davon 223 aus, die entweder den Nährstoffgehalt oder die Belastung mit Bakterien, Pilzen oder Pestiziden verglichen. 17 Studien - darunter sechs randomisierte klinische Versuche - betrachteten außerdem Gruppen, die sich biologisch oder herkömmlich ernährten. Eine Langzeitstudie, die sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen der Ernährungsweisen beschäftigt, war aber nicht darunter. Die Untersuchungszeiträume betrugen zwei Tage bis zwei Jahre.
Die Ergebnisse zeigten keinen wirklichen Gesundheitsvorteil für die Bio-Lebensmittel: Der Vitamingehalt unterschied sich den Forschern zufolge kaum, Fette und Proteine waren ähnlich verteilt. Krankheitserreger kamen in keiner der beiden Gruppen häufiger vor. Auch besonders gesunde Bio-Früchte oder Bio-Gemüse konnten die Wissenschaftler nicht ausmachen. „Wir waren ein bisschen erstaunt, dass wir nichts gefunden haben“, meinte Co-Autorin Crystal Smith-Spangler laut einer Mitteilung der Universität Stanford.
Bild: APWer mit dem Prädikat "gesundheitsfördernd" werben darf
Unternehmen die mit einer gesundheitsfördernden Wirkung ihrer Produkte werben, müssen den Effekt bei der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (efsa) nachweisen. WirtschaftsWoche Online zeigt, welche Versprechen weiter gemacht werden dürfen und wer mit seinen Gesundheitssprüchen durchfiel.
Bild: PRUnilever - Becel
Die Diätmargarine Becel steht seit jeher für BCL (Blood Cholesterol Lowering). Seit sie auch cholesterinsenkende Sterole enthält, darf Unilever damit werben.
Bild: PRFerrero - Kinderschokolade
Durchgefallen ist dagegen Kinderschokolade. Der Kinderschokoriegel von Ferrero sollte Sprösslinge schneller wachsen lassen. Haltlos, so die Lebensmittelweisen.
Bild: PRDanone - Actimel
Der Lebensmittelriese Danone zog aus Angst vor einem Flop seinen Antrag bei der für den millionenfach verkauften probiotischen Kassenschlager Actimel bereits zweimal zurück; vermutlich um belastbarere Studien beizubringen.
Bild: PRLeaf - Xylit Fresh
Die Kaugummis mit dem Süßstoff Xylit des niederländischen Süßwarenkonzern Leaf schützen – drei mal täglich nach den Mahlzeiten gekaut – tatsächlich vor den Fäulnisbakterien, die Zähne ruinieren. Allerdings warnen die Prüfer: Wer zu viel davon kaut bekommt Durchfall.
Bild: PROmega-Fettsäuren
Solche Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sollten die Konzentration verbessern und bei Kindern zu einer verbesserten Hirnentwicklung verhelfen. Doch sie fielen bei den Tests der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit bisher allesamt durch – sowohl das vom Hersteller Equazen, als auch viele andere Produkte.

Provexis - Sirco
Auch der Tomatenextrakt von Provexis bestand alle Tests: Er verdünnt das Blut und schützt so vor Infarkten. In britischen Sirco-Säften ist er schon enthalten.
Bild: PRUnilever: Tee
Dass der schwarze Tee von Unilever die Konzentration stärkt, konnten die Prüfer der efsa-Behörde in Parma nicht feststellen.
Bild: PRSchapfenmühle
Aus einer Gerste mit besonders viel Beta-Glucanen backt die Schapfenmühle in Ulm ein Brot, das den Cholesterinspiegel senkt und damit Menschen mit geschwächtem Herzen hilft.
Wer mit dem Prädikat "gesundheitsfördernd" werben darf
Unternehmen die mit einer gesundheitsfördernden Wirkung ihrer Produkte werben, müssen den Effekt bei der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (efsa) nachweisen. WirtschaftsWoche Online zeigt, welche Versprechen weiter gemacht werden dürfen und wer mit seinen Gesundheitssprüchen durchfiel.
Allerdings waren die Bio-Lebensmittel seltener mit Pestiziden kontaminiert - auch wenn sie nicht zu 100 Prozent frei davon waren. Zwei Studien etwa wiesen im Urin von Kindern, die sich biologisch ernährten, geringere Rückstände von Schädlingsbekämpfungsmitteln nach. Auch scheint es, als würden Bio-Hühner und -Schweine weniger Antibiotika-resistente Bakterien aufweisen, doch ist die klinische Bedeutung dieser Befunde laut den Forschern unklar.
Der Umweltschutzorganisation Greenpeace liegen ähnliche Ergebnisse vor. „Konventionelles Obst ist nicht weniger gesund für den menschlichen Organismus als Bio-Obst und -Gemüse“, meinte Christiane Huxdorff, die bei Greenpeace für nachhaltige Landwirtschaft zuständig ist. „Wir sagen nie, dass Bio gesünder ist.“ Sie betonte allerdings, dass beim biologischen Anbau auf Pestizide verzichtet werde. Dies könne sich positiv auf Mensch und Umwelt auswirken. „Biologische Lebensmittel sind in der Regel frei von Pestizid-Rückständen, es kann aber mal sein, dass Spuren gefunden werden.“
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