Alternative Energien: Google und Facebook starten die Öko-Offensive

ThemaInternet

Alternative Energien: Google und Facebook starten die Öko-Offensive

Bild vergrößern

Strom für die Suchmaschine Google investiert massiv in Solarenergie – wie hier im kalifornischen Kraftwerk Ivanpah

von Andreas Menn

Je mehr Daten durchs Internet rauschen, desto mehr Strom verbrauchen die Rechenzentren. Doch nun bauen Google und Facebook Solarparks, kühlen Computer in der Arktis oder verkaufen Hausbesitzern Server als Heizung. Das Internet wird grüner.

Drei gleißende Lichter strahlen über die Mojave-Wüste in der Nähe von Las Vegas. Mancher Autofahrer, der hier auf dem Interstate Highway Nummer 15 in Kalifornien unterwegs ist, könnte sie für eine Fata Morgana halten.

Es sind die Türme von Ivanpah, einem gigantischen neuen Kraftwerk, das seinesgleichen sucht. Es erzeugt aus Sonnenwärme Dampf, der Turbinen antreibt. Die produzieren so viel Strom, wie 140.000 Haushalte verbrauchen. Die drei Kolosse, jeder fast so hoch wie der Kölner Dom, sind getaucht in flirrende Sonnenstrahlen, gebündelt von 347.000 Spiegeln, die sich wie ein See aus Quecksilber in die Wüste ergießen.

Anzeige

Gewaltige Öko-Offensive

Das Kraftwerk ist das größte seiner Art und hat einen ungewöhnlichen Investor: Google. Der Internet-Konzern hat 170 Millionen Dollar in das Solarprojekt gesteckt. Und das ist nur der kleine Teil einer gewaltigen Ökooffensive des Suchmaschinen-Riesen: Für mehr als eine Milliarde Dollar baut Google Windräder und Solarparks mit der Leistung zweier Atomkraftwerke.

Nicht Gutmenschentum treibt die Nerds aus Kalifornien ins Geschäft mit dem Ökostrom – sondern der Hunger nach Energie. E-Mails, Videos und Bilder mögen nur aus Bits und Bytes bestehen. Doch je mehr Daten wir um die Welt schicken, je mehr Cloud-Dienste wir nutzen, desto größer wird der ganz reale Stromverbrauch der Datenzentren und Netzwerke.

Zahlen und Fakten zur grünen Datenflut

  • 684 Terawattstunden...

    ...Strom verbrauchen Datenzentren und -netze pro Jahr.

  • 3 mal mehr...

    ...Daten strömen im Jahr 2017 durch die Netze.

  • 2 Prozent...

    ...der Kohlendioxid-Emissionen verursachen Rechner.

  • 12.000 Euro...

    ...kostet ein Serverschrank als Heizung im Einfamilienhaus.

  • 30 Prozent...

    ...Kosten spart der Serverschrank als Heizung gegenüber Heizöl.

Allein Googles Rechner-Heer schluckt 3,3 Terawattstunden im Jahr, so viel wie eine mittlere Großstadt. Addiert man den Verbrauch aller anderen Netzdienste wie Facebook oder Dropbox hinzu und rechnet auch den Betrieb der Datennetze mit ein, ergibt sich laut der Umweltorganisation Greenpeace ein Stromkonsum von 684 Terawattstunden. Im Länderranking der Stromverbraucher käme das Internet auf Platz sechs. Zwei Prozent der globalen CO2-Emissionen verursacht der Betrieb von Servern, Monitoren und PCs, schätzt die IT-Nachhaltigkeitsinitiative Gesi.

Damit ist das Web schon so schmutzig wie der Flugverkehr. Dabei hat die Vernetzung des Planeten gerade erst begonnen: Zwischen 2012 und 2017, schätzt der US-Netzwerkkonzern Cisco, verdreifacht sich der Datenverkehr zu den Rechenzentren.

Auf Dauer billiger

Nicht nur für Umweltschützer, auch für viele Akteure in der Branche steht fest: Es ist höchste Zeit für eine Energiewende des World Wide Web. Vor allem Google, Facebook und Apple, die drei Riesen aus dem Silicon Valley, machen vor, wie es geht. Sie investieren Milliarden Dollar in grüne Kraftwerke. Das Ziel steht fest – 100 Prozent Ökostrom. Nicht nur, weil es gut fürs Image ist, sondern auf Dauer auch billiger, wenn fossile Rohstoffe immer teurer werden.

Software Deutscher macht Rechenzentren effizient wie nie

Florian Leibert hat die Technik von Twitter mit aufgebaut. Nun hilft sein Start-up, Rechenzentren zu managen.

Von Schweinfurt ins Silicon Valley: Florian Leibert will mit Open Source Geld verdienen Quelle: Privat

Denn die Stromrechnung macht 40 Prozent der Betriebskosten eines Datenzentrums aus. Wer Strom spart, macht mehr Gewinn. Ideen gibt es dazu genug: Clevere Cloud-Anbieter verzichten auf Klimaanlagen und postieren ihre Server stattdessen in der Arktis. In Stockholm speisen Datenzentren ihre Abwärme ins Fernwärmenetz – gegen Bezahlung. Das Dresdner Start-up Cloud&Heat verkauft Server gar an Hausbesitzer – als Heizung, die kein Öl benötigt.

Grüne Datenzentren, melden die Marktforscher von Pike Research, sind das neue Boom-Business: Das weltweite Geschäft wachse jährlich um rund 30 Prozent – auf 45 Milliarden Dollar im Jahr 2016.

Unternehmen wir eine Reise durch das nachhaltige Internet – auf fünf Stationen von Island über die USA bis nach Berlin.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%