Atomruine Tschernobyl: Neues Geld fließt, reicht aber nicht

Atomruine Tschernobyl: Neues Geld fließt, reicht aber nicht

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Arbeiten im März 2015 auf der neuen Schutzhülle des 1986 explodierten Kraftwerksblock des Kernkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine.

Nach einer Geberkonferenz für den Bau eines neuen Schutzmantels um die Atomruine in Tschernobyl äußern sich die Beteiligten zufrieden. Noch ist allerdings nicht genug Geld zusammengekommen. Und die Zeit drängt.

Der Neubau einer Schutzhülle um den explodierten Atomreaktor im ukrainischen Tschernobyl ist vorerst finanziert. Zwar sei die Finanzierung dafür noch nicht abschließend gesichert, sagte Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth am Mittwoch in London im Namen der G7. Es gebe aber konkrete Zusagen über 530 Millionen Euro der für die Fertigstellung des sogenannten Sarkophags noch nötigen 650 Millionen Euro. Er sei zuversichtlich, dass Länder wie China und Russland den Rest der Summe beisteuern würden. „Das Problem ist vom Tisch“, sagte Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, im Anschluss an das Treffen. „Es ist jetzt absolut klar, dass die Arbeit in Tschernobyl weitergehen kann.“

Unter anderem hätten Russland und China Mittel zugesagt, ohne einen konkreten Betrag zu nennen, sagte Flasbarth, der als Vertreter der G7-Staaten sprach. Die sieben führenden westlichen Industrienationen geben 95 Millionen Euro, 70 kommen von der EU-Kommission. Wie bereits zugesagt, übernimmt die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) mit 350 Millionen Euro den größten Teil. Weitere 15 Millionen Euro kommen von zahlreichen Ländern, darunter Dänemark, Österreich, Kuwait und Brasilien. Deutschland als Inhaber der G7-Präsidentschaft koordiniert die Bemühungen.

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Der neue, über 100 Meter hohe und rund 2,1 Milliarden Euro teure Sarkophag soll die bisherige, einsturzgefährdete Schutzhülle aus Beton ersetzen. Nachdem am 26. April 1986 der Druckröhrenreaktor wegen einer Technikpanne explodiert war, hatten Soldaten eilig Tausende Tonnen Beton in die Ruine geschüttet. Feuchtigkeit und ein leichtes Erdbeben setzen dem Provisorium zu.

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Bereits 1997 hatten die G7-Staaten deshalb den Aufbau eines Fonds vereinbart, um einen Neubau zu finanzieren. Er soll im November 2017 fertig werden und die Umgebung rund 100 Jahre lang vor Strahlung schützen. An dem Projekt sind rund 40 Länder auf unterschiedliche Weise beteiligt.

Am Vortag war in der Nähe des Atomkraftwerks aus bisher ungeklärten Gründen ein Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer sei aber „beinahe gelöscht“, sagte der ukrainische Umweltminister Ihor Schewtschenko, der ebenfalls an der Londoner Konferenz teilnahm. „Alles dort ist sicher und unter Kontrolle.“ Der Wind wehe vom Atomkraftwerk weg, es werde keine erhöhte Strahlung gemessen.

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