Bauen: Leben in Lehm

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Auf grüner Wiese gebaut - Der Architekt Eike Roswag vor dem von ihm entworfenen Haus aus Zedernholz und Lehm in Reichenow.

Der Berliner Architekt Eike Roswag entwirft Häuser aus Lehm und findet dafür zunehmend Käufer. Der Naturbaustoff ermöglicht ökologisches Wohnen – ganz ohne Technik.

Häuser aus Lehm – da denken die meisten Menschen an Armut und Mittelalter. Nicht so Eike Roswag. Für den Architekten ist das uralte Material aus Sand, Ton und Schluff der nachhaltige Baustoff der Zukunft: Leicht zu gewinnen und schadstofffrei, reguliert er die Luftfeuchtigkeit besser als jede Klimaanlage, dämmt Schall und speichert ausgezeichnet Wärme. Und das ohne großen technischen Aufwand, wie er in vielen heutigen Energiesparhäuser betrieben wird, etwa mit dem Einbau einer Belüftungsanlage.

Roswag entwirft aus dem alten Baustoff seit Jahren höchst energieeffiziente Häuser mit klaren Formen. Gerade entsteht wieder so ein Haus auf einem Hinterhof im Berliner Stadtteil Friedrichshain. Dort baut der 42-Jährige ein ehemaliges Waschhaus zu einem dreistöckigen Mehrfamilienhaus um.

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Graue Wohnblöcke aus den Fünfzigerjahren umringen die Baustelle. Der Baumeister – kurz geschorene, braune Haare und Trekkingjacke – stapft durch rotbraunen Matsch zielstrebig auf ein Zelt zu. Sechs hüfthohe Kunststofftüten versperren den Weg, so als hätte ein Riese seine Einkäufe dort abgestellt. Roswag greift mit beiden Händen hinein, Lehm staubt auf. „Schade, den bekommt man auch erdfeucht“, sagt er. Das wäre noch besser für die Klimabilanz des Baustoffs gewesen.

Umweltfreundlicher Baustoff

Aber selbst getrockneter Lehm verschlingt nur einen Bruchteil der Energie, die benötigt wird, um etwa Zement oder Ziegel herzustellen. Zement braucht Temperaturen von fast 1500 Grad, Ziegel werden bei 900 Grad gebrannt. Lehm dagegen wird direkt aus dem Boden gewonnen.

Vor allem aber: Mit dem natürlichen Baustoff lassen sich Energiesparen und gesundes Wohnen vereinen. Energiesparende Passivhäuser beispielsweise sind luftdicht eingepackt, um sie zu isolieren. Die Folge: Die Luft der Innenräume muss ständig über eine Belüftungsanlage ausgetauscht werden, weil sich sonst Feuchtigkeit sammelt, die mitunter Schimmel auslöst. Solche Technik aber frisst Strom.

Lehmhäuser kommen ohne solche Kosten verursachende Technik aus. Sie regulieren das Raumklima und den Luftaustausch auf natürliche Weise: Die Lehmschichten der Außenwände können große Mengen Wasserdampf absorbieren. Ein Teil entweicht durch das Mauerwerk nach außen, der Rest geht zurück in den Innenraum, wenn dort beispielsweise nach dem Lüften die Luftfeuchtigkeit gesunken ist.

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