Bio-Kraftstoff: Petersilie im Tank

Bio-Kraftstoff: Petersilie im Tank

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Horst Seide lässt Biosprit aus Petersilienstängeln herstellen.

Foto: Rainer Erhard, Küsten

von Andreas Menn

Die Zahl der Biogas-Tankstellen hat sich in einem Jahr verdoppelt. Was steckt hinter dem Bio-Boom? Wir haben einen Zapfsäulenbesitzer gefragt.

Wirtschaftswoche: Herr Seide, Biogas-Tankstellen sollen ja starken Zulauf finden in Deutschland. Wie viele Kunden haben Sie denn so pro Tag?

Seide: Im Schnitt derzeit 25, aber die Zahl steigt laufend. Pro Monat kommen zwei bis drei neue Kunden dazu. Das sind zehn Prozent Wachstum.

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Was ist denn der Vorteil gegenüber Benzin oder Diesel?

Biogas verursacht 90 Prozent weniger CO2 als fossile Treibstoffe. Aber das interessiert die Kunden weniger als der Preis. Ein Kilogramm Biogas gibt es bei mir zurzeit für 1,034 Euro. Gemessen am Energiegehalt, ist das 40 Prozent preiswerter als Benzin und 50 Prozent preiswerter als Diesel. Für eine Tankfüllung zahlen Sie nur 15 bis 25 Euro.

Damit dürfte Ihre Zapfsäule die begehrteste im ganzen Wendland sein!

Ich muss mir meine Kunden erst schaffen. Das Problem ist, dass Gas als Treibstoff wenig bekannt ist. Und wenn an der Säule 1,034 Euro pro Kilo Gas steht, weiß keine Hausfrau, dass das in Wirklichkeit halb so teuer ist wie ein Liter Benzin für 1,70. Also schalte ich Annoncen in der Zeitung, lade Leute zum Probefahren ein.

Was für Leute tanken denn schon bei Ihnen?

Die Kunden sind ganz verschieden: Pendler, die sogar bis Hamburg zur Arbeit fahren. Handwerker, die mit ihrem VW Caddy vorbeikommen. Aber auch ganz normale Hausfrauen. Manche tanken für sieben Euro im Monat, manche für 300.

Wie kann ich mit meinem Auto denn Biogas nutzen?

Sie können Ihren Wagen umzurüsten. Das kostet ungefähr 2500 Euro. Oder Sie kaufen ein neues Auto mit Biogasantrieb. Gegenüber einem Benziner ist so ein Serienfahrzeug 2000 Euro teurer. Nach 25000 Kilometer haben Sie die Mehrkosten drin – ab dann sparen Sie Geld.

Wo kommt Ihr Biogas denn her?

Aus Petersilienstengeln.

Wie bitte?

Bei uns in der Region ist eine Gewürzfabrik, die Petersilie verarbeitet. Die Stengel bleiben übrig – und die bekomme ich. Zurzeit 50 Tonnen pro Tag. Dazu kommen 30 bis 40 Tonnen Mais.

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