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China: Im Eiltempo zur Öko-Großmacht

von Dieter Dürand

Mit einer wahren Aufholjagd hat China binnen weniger Jahre den Aufstieg zum weltgrößten Markt für erneuerbare Energien geschafft. Nach einer aktuellen Studie der Branchenexperten von Bloomberg New Energy Finance(BNEF) investierten internationale Banken, Versicherungen, Pensionsfonds und andere private Kapitalgeber dort im zweiten Quartal dieses Jahres erstmals mehr Geld in Öko-Kraftwerke und Bio-Treibstoffe als in Europa und den USA zusammen.

Solaranlagen in China Quelle: REUTERS
Solaranlagen in China Quelle: REUTERS
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In offiziellen Verlautbarungen verkauft Bundesumweltminister Norbert Röttgen Deutschland gerne als Weltmarktführer bei Umwelttechniken. Mit nur einem Prozent der Weltbevölkerung stelle das Land 16 Prozent aller Produkte her, lobt der CDU-Mann die Branche. Doch die jüngste Studie der Bloomberg-Analysten zeigt, dass sich die Gewichte dramatisch verschieben und China im Eiltempo zur neuen Öko-Großmacht wird.

11,5 Milliarden Dollar legten internationale Investoren dort allein von April bis Juni dieses Jahres in grüne Energiequellen an. Ein Plus von fast zehn Prozent gegenüber dem Vorquartal und sogar ein Sprung von mehr als 72 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Auch in den USA ging es auf niedrigem Niveau bergauf. Dort flossen im zweiten Quartal 2010 knapp fünf Milliarden Dollar in Solarparks und Windkraftanlagen gegenüber 3,5 Milliarden Dollar in den ersten drei Monaten des Jahres.

In Europa hielt die Talfahrt dagegen an. Die Investitionen sanken im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres von 6,6 auf 4,5 Milliarden Dollar und entfernen sich immer weiter vom 2009er Rekordwert, als die Kapitalgeber im zweiten Quartal rund 12 Milliarden Dollar in die saubere Produktion von Strom und Wärme steckten (siehe Grafik). „Es ändert sich rapide, wo die Investoren ihre Wetten platzieren“, beschreibt BNEF-Chef Michael Liebreich den weit reichenden Wandel. 

Weitere Entwicklungen unterstreichen die neue Stärke Chinas auf dem Öko-Sektor. Dort wurden im vergangenen Jahr Windkraftwerke mit einer Leistung von 14 000 Megawatt (MW) installiert; in Deutschland kamen knapp lediglich 2000 MW hinzu.

Noch drastischer verschieben sich die Gewichte bei den Solarunternehmen. Das haben die Marktexperten der internationalen Unternehmensberatung PRTM Management Consultants in einer aktuellen Analyse der 26 weltweit bedeutendsten börsennotierten Fotovoltaik-Unternehmen herausgefunden. Nach First Solar aus den USA sind danach Trina Solar und Suntech Power aus China die drei wachstumsstärksten Solarunternehmen der Welt. Vor wenigen Jahren waren die heutigen Riesen aus dem Reich der Mitte nur Insidern bekannt.

Grafik Erneuerbare Energie
Grafik Erneuerbare Energie

Dagegen haben deutsche Konkurrenten der Studie zufolge an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Die Branche erlitt 2009 operative Verluste in Höhe von 440 Millionen Euro. Anders die  chinesischen Wettbewerber: Sie erwirtschafteten selbst in diesem Krisenjahr rund 1060 Millionen Euro und erreichten eine durchschnittliche Ebit-Marge von 6 Prozent.

Noch besser schnitten die US-Unternehmen mit einer Ebit-Marge von 17 Prozent ab. Für den PRTM-Geschäftsführer und Autor der Studie, Hans Kühn, ist die Schlussfolgerung aus den Zahlen klar: „Den abgeschlagenen Unternehmen ist es nicht gelungen, den Verfall der Modulpreise durch Kostensenkungen schnell genug zu kompensieren. Daher teilen China und die USA die weltweit erwirtschafteten Gewinne nahezu allein unter sich auf.“ Deutlicher kann das Warnsignal für die hiesige Solarbranche kaum sein. 

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 21.09.2010, 20:51 UhrAnonymer Benutzer: Zein

    http://wiwo.circ-it.de/infografiken/kraftwerke_2/index.html#

    und was ist mit Solarenergie ???

    Mfg
    V.Z.

  • 07.09.2010, 09:07 UhrAnonymer Benutzer: Klaus Ermecke

    Ein sachgerechtes Herangehen an das Thema "Erneuerbare Energie" beginnt mit einer simplen Erkenntnis: Erneuerbare Energie gibt es nicht! Der begriff ist physikalischer Nonsense, und als beschreibung einerr Kategorie von technischen Methoden der Stromerzeugung unscharf und unbrauchbar. Am ehesten sagt uns dieser begriff, daß grüne Hohepriester die Erzeugungsformen als "koscher" erklärt haben. Genau dann dürfen sie "erneuerbar" genannt werden.

    Und damit kommen wir zum "Öko-Strom". Öko-Strom ist auch Strom aus Talsperren, seltsamerweise, denn Talsperrren vernichten die überflutete Natur, und in Deutschland schreien die "Ökos" schon Zeter und Mordio, wenn die Elbe ausgebaggert oder die Donau ausgebaut werden soll. Windmühlen, jene nostalgischen Nachbauten aus dem Mittelalter, verschandeln mittlerweile ganze Landschaften und schädigen Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen durch infraschall, während sie zur Stromerzeugung nicht brauchbar sind und inzwischen durch ihre unkalkulierbaren Zufallseinspeisungen die Netze gefährden. Hier ist ein gigantisches bereicherungssystem aufgebaut worden, das die bürger zwangsweise bezahlen müssen, und das sofort zusammenbrechen würde, wenn neue Politiker die Zwangsregulierung einfach abschaffen würden.

    Danach sehnt sich der bürger jeden Tag.

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