„Club of Rome“-Bericht: Gesellschaft droht Rückfall in vorindustrielle Zeiten

„Club of Rome“-Bericht: Gesellschaft droht Rückfall in vorindustrielle Zeiten

Eine Agrarwirtschaft ohne Autobahnen und Flugverkehr – aber mit Internet. So zeichnet der „Club of Rome“ das Bild der Zukunft, wenn wir unsere Rohstoffe weiter vernichten.

Die moderne Zivilisation ist abhängig von Öl, seltenen Erden und Phosphat - doch diese Rohstoffe kann sie sich bald nicht mehr leisten. Zu diesem Ergebnis kommt der Forscherverbund „Club of Rome“ in seinem neuen Bericht „Der geplünderte Planet“. Die Forscher warnen darin vor einer Verknappung von Ressourcen und dem Zusammenbruch des Ökosystems. Schon lange bevor der Welt die Rohstoffe ausgingen, werde sie sich die Ausplünderung aber nicht mehr leisten können, betonte der italienische Autor und Chemiker Ugo Bardi.

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Bald müsse man mehr Energie in die Förderung von Öl und Gas investieren als man herausbekomme, sagte Bardi. „Schon jetzt verbraucht die Bergbau-Industrie zehn Prozent des weltweit hergestellten Diesel-Kraftstoffs.“ Es seien fast nur noch Ressourcen mit geringer Konzentration übrig, für die man immer tiefer bohren und - wie beim Fracking - teurere Technologien anwenden müsse. Das „Verglühen des fossilen Feuers“ und die Zerstörung des Ökosystems mit hohen Konzentrationen von Treibhausgasen, versauerten Ozeanen und überfluteten Küsten werden die Erde nach Bardis Ansicht verwandeln. „Sie machen uns zu Bewohnern eines neuen Planeten - eines Planeten mit ganz anderen klimatischen Bedingungen und einer geringeren Ressourcenverfügbarkeit“, schreibt er.

Mit dem Verschwinden fossiler Brennstoffe könne die Welt zu einer agrarischen Gesellschaft zurückkehren, malt der Chemiker ein düsteres Bild. Wenn es gelänge, die Stromerzeugung mit anderen Mitteln - wie etwa der Solarenergie - aufrechtzuerhalten, müsse ein neues System zwar auf Autobahnen und Flugverkehr verzichten, nicht aber auf Internet, Roboter, Kommunikation über große Distanzen und Ernährungssicherheit. Der Report erscheint 41 Jahre nach dem Bericht „Die Grenzen des Wachstums“, der den „Club of Rome“ 1972 bekanntgemacht hatte. Auch hier hatte der Forscherverbund bereits vor dem Ende der Rohstoffe und vor Umweltzerstörung gewarnt. Ein großer Teil der Prognosen sei eingetreten, betonte „Club of Rome“-Vizepräsident Ernst-Ulrich von Weizsäcker. „Die Probleme haben sich vergrößert, nicht verkleinert.“

Ernst Ulrich von Weizsäcker "Die Ausplünderung des Planeten stoppen"

Der neue Co-Präsident des Club of Rome, Ernst Ulrich von Weizsäcker, will grüne Wachstumsoptionen entwickeln und fordert ein Bündnis zwischen Europa und Asien.

Erst Ulrich von Weizsäcker Quelle: Werner Schüring für WirtschaftsWoche

Der neue Report „Der geplünderte Planet“ zeige auch, dass die Energiewende nur eine Vorstufe einer Ressourcenwende sein dürfe, sagte Maja Göpel vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Bereits jetzt würden so viele Rohstoffe verbraucht, dass ein Nullwachstum für eine nachhaltige Entwicklung nicht ausreiche. Der „Club of Rome“ ist ein Zusammenschluss von Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft aus mehr als 30 Ländern. Die gemeinnützige Organisation setzt sich für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft der Menschheit ein. Der Club wurde 1968 auf Initiative des italienischen Industriellen Aurelio Peccei und des schottischen Wissenschaftlers Alexander King in Rom gegründet.

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