CO2-Emissionen: Umweltschützer kritisieren G8-Beschluss zu Klimaschutz scharf

CO2-Emissionen: Umweltschützer kritisieren G8-Beschluss zu Klimaschutz scharf

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Braunkohlekraftwerk: Die G8 haben sich erstmals auf verbindliche CO2-Reduzierungsziele bis 2050 geeinigt - Umweltschützern ist das zu wenig.

Die Gruppe der acht wichtigsten Industriestaaten hat sich klar zu dem Ziel bekannt, die Treibhausgasemissionen bis 2050 zu halbieren. Damit haben sich die USA erstmals auf ein verbindliches Klimaschutzziel festgelegt. Doch Umweltschutz-Organisationen ist das noch immer zu wenig - denn die Vereinbarung geht kaum über die Beschlüsse vom letzten G8-Gipfel in Heiligendamm hinaus.

Der japanische Ministerpräsident Yasuo Fukuda teilte das Ergebnis heute nach Beratungen der Gruppe im nordjapanischen Toyako mit. In der Gipfelerklärung zum Klimaschutz heißt es: „Wir wollen mit allen Parteien in der UNFCC (UN-Klimarahmenkonvention) die Vision teilen, (...), das Ziel einer Reduzierung der CO2-Emissionen um mindestens 50 Prozent bis 2050 zu erreichen.“ In der Erklärung des letzten Gipfels 2007 in Heiligendamm hatte es noch geheißen, man wolle dieses Ziel ernsthaft erwägen.

Die Kritik der Umweltschutzorganisationen ließ nicht lange auf sich warten: In einer ersten Reaktion hat der WWF die Vereinbarungals unzureichend kritisiert. Die G8-Führer hätten es nicht geschafft, die internationalen Klimaverhandlungen bei ihrem Gipfel im japanischen Toyako voranzubringen, erklärte der WWF in einer Stellungnahme.

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Das Ziel einer Reduzierung der globalen CO2-Emissionen um mindestens 50 Prozent bis 2050 reiche nicht aus. Enttäuscht äußerte sich auch die Hilfs- und Entwicklungsorganisation Tearfund. „Die G8 kriechen bei den Einschnitten der Treibhausgase vorwärts, während große Sprünge erforderlich wären“, sagte Peter Grand von Tearfund. Die Vereinbarung sei „kaum mehr“ als eine Bestätigung der Ziele vom vergangenen Jahr in Heiligendamm. Statt einer Halbierung sei eine Verringerung der Treibhausgase bis 2050 um 50 bis 80 Prozent nötig.

Das Ziel bis 2020 müsste 25 bis 40 Prozent lauten, so Grand. „Die Ergebnisse des Gipfels vom Vorjahr in Heiligendamm zu bestätigen, ist kaum ein bedeutendes Ergebnis“, kritisierte WWF-Klimaschutzexperte Kim Carstensen. Greenpeace erklärte: „Während die Arktis schmilzt, vertagen die G8 das Handeln. Statt Klimaschutz, hat die Welt nichts weiter erhalten als blumige Worte“. So ein „kleiner Fortschritt nach einem ganzen Jahr an Ministertreffen und Verhandlungen“ sei nicht nur eine „vertane Gelegenheit“, sondern bleibe auf gefährliche Weise hinter dem zurück, was zum Schutz der Menschen und Natur vor dem Klimawandel nötig sei, klagte der WWF.

Keine einheitliche Vorgabe bei CO2-Reduzierungszielen

Die G-8-Staaten wollen bereits für die Mitte des Zeitraums etwa bis 2020 Reduzierungsziele setzen. Da sich die Staaten jedoch nicht auf eine einheitliche Vorgabe einigen konnten, sollen die Ziele Fukuda zufolge individuell von jedem einzelnen Land festgelegt werden.

In Sachen Klimaschutz hatte es gestern eine Kontroverse über das weitere Vorgehen gegeben. Während US-Präsident George W. Bush nicht ohne die aufstrebenden Wirtschaftsmächte China und Indien bei der Reduzierung der Treibhausgase voranschreiten will, rief EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso dazu auf, in Vorleistung zu treten. Ansonsten werde man sich in einem „Teufelskreis“ wiederfinden, sagte er.

Die Amerikaner setzten ihrerseits Deutschland unter Druck, den Atomausstieg zu stoppen. Wer es mit dem Klimaschutz ernst meine, müsse auch die Kernkraft nutzen, sagte der Klimaberater Bushs. Merkel blockte den Vorstoß umgehend ab: „Ich glaube nicht, dass sich der Klimaschutz an der Frage der Kernenergie alleine entscheidet.“

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