Umwelt: Der Erfolgszug der E-Bikes

Früher Rentnergefährt, bald schon Statussymbol? Das E-Bike wird immer beliebter bei den Deutschen.

Nur auf dem Hinterrad fahrend, gleitet der tätowierte, durchtrainiert wirkende Fahrradfahrer durch das Bild. Im Hintergrund läuft treibende Rockmusik, der Fahrer mit dem schwarzen Helm tritt in die Pedale und beschleunigt sein schwarzes, bulliges Fahrrad weiter. Als er es abstellt, leuchtet auf einem kleinen, in das Oberrohr eingelassene Bildschirm das Wort "Locked", zu deutsch "verriegelt" auf. In diesem Moment erhascht der Zuschauer einen Blick auf das Markenlogo, das auffällig an der Rahmenseite angebracht ist. Es sind vier, ineinander verschlungene Ringe, das Zeichen des Ingolstädter Autobauers Audi.

Aber seit wann baut Audis Fahrräder? Gar nicht, denn bei dem schwarzen Gefährt, dessen Werbevideo mittlerweile schon fast eine halbe Millionen mal geklickt wurde, handelt es sich um keinen klassischen Drahtesel, sondern um ein E-Bike, ein Fahrrad mit Elektromotor.

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Auch wenn das, von Audi "e-Bike Wörthersee" getaufte, Elektrofahrrad bisher nur ein Prototyp ist zeigt es doch, wohin es mit den Fahrrädern mit Elektromotor geht. Wer nämlich glaubt, dass Elektrofahräder nur etwas für Senioren sein, die mit den elektronisch betriebenen Gefährten allsonntäglich zu gemütlichen Ausflugsfahrten aufbrechen, der irrt. Das Elektrobike kommt langsam in allen Altersklassen an, der Elektromotor wird zunehmend als sinnvolle Erweiterung des Fahrrads gesehen, weniger als Eingeständnis an die eigene Fitness. "Unser E-Bike soll einem das Gefühl von Siebenmeilenstiefeln vermitteln", erklärt David Horsch gegenüber der Green Wirtschaftswoche.

Er hat mit seinem Freund und Geschäftskollegen Pius Warken ein Fahrrad mit elektronischer Trittunterstützung entwickelt, dem man seine Stromkraft nicht ansieht. Der Elektroakku ist vollkommen im Aluminiumgehäuse versenkt, lediglich eine kleine Diodenreihe am Oberrohr klärt über die Ladekapazität auf und verrät, dass es sich hier um kein einfaches Mountainbike handelt.

Es geht also nicht um eine möglichst bequeme Fortbewegung, sondern um den Spaß am Fahrradfahren. Das könnte auch erklären, wieso immer mehr Unternehmen in das Geschäft mit den elektronischen Drahteseln einsteigen. Der österreichische Motorradhersteller KTM, bisher eher für kernige Motorcrossmaschinen als für summende Elektrofahrräder bekannt, hat kürzlich seinen ersten Prototyp eines E-Bikes vorgestellt und auch deutsche Autoschmieden wie BMW, Volkswagen oder eben Audi drängen mit ihren Vorschlägen auf den Markt der Elektrofahrräder.

Das deutsche Start-Up Evation Bike gewann für sein Konzept eines E-Mountainbike im hochpreisigen Segment sogar den Gründerpreis Weconomy. In der Jury, die den Preisträger auswählte saßen altgediente Wirtschaftsgrößen wie wie Burkhard Schwenker, Aufsichtsratsvorsitzender der Unternehmensberatung Roland Berger oder Ex-BASF-Vorstandsvorsitzender Jürgen Hambrecht. Allesamt sind sie von dem Erfolg des E-Mountainbikes überzeugt und zeigen damit indirekt, dass die Branche, ihrer Ansicht nach, Zukunft hat.

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