Desertec: Zaghafter Beginn der Wüstenstrom-Ära

Desertec: Zaghafter Beginn der Wüstenstrom-Ära

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Das erste Pilotprojekt der deutschen Planungsgesellschaft Desertec Industrial Initiative (DII) soll 2012 beginnen.

von Andreas Wildhagen

In Marokko soll 2012 das deutsche Pilotprojekt für Sonnenkraftwerke in Nordafrika starten – es heißt Desertec und steckt noch in den Kinderschuhen.

Atomkraft, nein danke. Wüstenstrom, ja bitte. Der Ausstieg aus der Kernenergie bringt die deutsche Industrie in Rage, preiswerter Atomstrom geht verloren.

Am 8. November wird zwar die neue Gaspipeline zwischen Russland und Deutschland eröffnet, aber drei Dutzend Pläne für Gaskraftwerke, die den Atomausstieg kompensieren könnten, liegen auf Eis. Grund: Die im Augenblick noch viel zu hohen Gaspreise aus Russland.

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Der Ausweg? Die nordafrikanische Wüste. Dort scheint die Sonne zwanzig Mal so intensiv als im sonnenreichen Spanien, und durchgehend. Das müsste für eine ausreichende Energiequelle für die europäische Industrie eigentlich reichen.

Nun soll das erste Pilotprojekt der deutschen Planungsgesellschaft Desertec Industrial Initiative (DII) von 2012 an beginnen. In Desertec haben sich unter Führung der der Versicherung Münchener Rück und der Deutschen Bank so große deutsche Energiekonzerne wie E.On und RWE, aber auch Technologieunternehmen wie Siemens und ABB zusammengeschlossen.

Teamprojekt Solarenergie

Alle Unternehmen können etwas für die Solarkraftwerke in Nordafrika beitragen: E.On und RWE in der Expertise der Stromerzeugung, Versicherung und Bank etwas für deren Finanzierung, ABB und Siemens verstehen etwas von den Turbinen, vom Großanlagenbau im Ausland und auch von Unterwasserleitungen für Strom.

Diese sind auch nötig, damit der Saft der künftigen Solarkraftwerke von der Wüste durchs Mittelmeer nach Europa geleitet werden kann. Von dort aus soll es über die Alpen mitten nach Deutschland gehen, wo die Industrie schon hungrig nach Ersatz für den Atomstrom wartet. So die Vision.

Immerhin ein Schritt in Richtung Realsierung wird nun in wenigen Monaten getan. Das marokkanische Solarkraftwerke wird gebaut. 600 Millionen Euro soll der Sonnenmeiler kosten und in vier bis fünf Jahren fertig sein.

Es soll die Leistung von 500 Megawatt haben, die Hälfte eines mittleren deutschen Atomkraftwerks. Der marokkanische König forcierte dieses Projekt nach Kräften.

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