Dreckige Banknoten: Was wir auf unserem Geld züchten

Dreckige Banknoten: Was wir auf unserem Geld züchten

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Einer Studie zufolge tummeln sich auf Geldscheinen bis zu 3000 verschiedene Bakterienarten.

von Timo Stukenberg

Geld stinkt nicht, ist aber enorm schmutzig - wortwörtlich: Einer neuen Studie zufolge tummeln sich auf Geldscheinen bis zu 3000 verschiedene Bakterienarten.

Kaum etwas wandert so häufig von Hand zu Hand wie Banknoten. Weltweit sind permanent etwa 150 Milliarden Geldscheine im Umlauf, mehr als ein Zehntel davon allein in der Eurozone. Und wo viele Hände, da auch viele Bakterien. Wortwörtlich.

Wie das Wall Street Journal berichtet, haben Forscher des "Dirty Money Project" der New York Universität nun Ein-Dollar-Scheine untersucht. Mit Erfolg: Etwa 3000 verschiedene Arten von Bakterien haben sie dabei gefunden. Einige davon haben erhebliche Folgen für die Gesundheit. Manche Erreger verursachen Akne, andere können Lungenentzündungen oder Magengeschwüre auslösen. Viele Hundert dieser Bakterien wechseln bei jedem Bezahlvorgang den Besitzer.

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Die Vielfalt der Untersuchungsergebnisse spiegelt sich auch in dem Speicherplatz wider, den die identifizierten Genome einnehmen. Insgesamt seien für die 1,2 Milliarden DNA-Segmente rund 320 Gigabyte Speicherplatz notwendig - so viel wie für eine ganze Bibliothek traditioneller, medizinischer Abhandlungen.

Brutstätte Hosentasche

Verantwortlich für die Bakterien ist unter anderem der Mensch. Wer seinen Geldbeutel in der Hosentasche auf Körpertemperatur erwärmt, bietet den Erregern ideale Brutbedingungen. Aber auch die menschliche Haut bereitet den Boden für Bakterien. Bei jeder Berührung mit einem Schein hinterlässt die Haut einen dünnen Fettfilm, in dem sich Bakterien einnisten.

Doch nicht nur die Haut hinterlässt Spuren auf den Scheinen. Bereits kurz nach der Einführung des Euro fanden Forscher auf neun von zehn Scheinen noch eine weitere Substanz: Kokain.

Noch beunruhigender war jedoch der Fund, den die Queen Mary University in London im Jahr 2012 machte. Demnach haften an sechs Prozent der britischen Geldscheine Coli-Bakterien - ebenso viele wie auf einer Toilettenbrille.

Rupie besser als Euro

Beruhigendes Detail am Rande: Der Euro ist laut einer Untersuchung aus dem vergangenen Jahr weniger anfällig für Bakterien. Auf den Euro-Scheinen sterben Bakterien demnach schneller ab, was vor allem am Material der Banknoten liegt. Noch besser dran ist Indien: Die dortige Rupie ist noch weniger anfällig für Bakterienbefall.

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Grund zur Sorge ist der Fund nach Einschätzung von Experten allerdings nicht. "Die Wahrscheinlichkeit einer Lungenentzündung durch Bakterien auf einem Geldschein ist sehr gering", sagt Sebastian Lemmen, Infektologe am Uniklinikum Aachen. Ähnlich wie beim Bezahlen kommen Menschen jeden Tag mit einer Vielzahl von Bakterien in Berührung, etwa an Wasserhähnen oder Türklinken. Umso wichtiger ist es, sich regelmäßig die Hände zu waschen - selbst wenn Geld nicht stinkt.

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