„Earth Overshoot Day“: Ab heute leben wir über unseren Verhältnissen

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„Earth Overshoot Day“: Ab heute leben wir über unseren Verhältnissen

Ab heute leben wir für den Rest des Jahres „auf Pump“ – sämtliche natürliche Ressourcen unserer Erde für das Jahr 2013 sind aufgebraucht. Der sogenannte „Overshoot Day“ findet jedes Jahr früher statt.  

Im Vergleich zum Vorjahr ist der " Earth Overshoot Day" (übersetzt „Welterschöpfungstag“) um zwei Tage nach vorne gerutscht,  zeigen Berechnungen des Global Footprint Networks. 1987 lag er noch im Dezember. Bis Ende des Jahres bräuchten wir 1,5 Erden, um unseren Bedarf an Nahrung und Energie decken zu können.

Bereits seit Mitte der 80er-Jahre lebt die Menschheit über ihre Verhältnisse, verbraucht also mehr, als nachwächst oder sich regeneriert. Dazu zählen unter anderem Wasser, Brennmaterial, Bauholz, Getreide, Fische und sogar der entsprechende Platz, um Müll zu entsorgen. Langsam aber kontinuierlich hat sich der „Overshoot Day“ immer weiter nach vorne geschoben. 1993 fiel er auf den 21. Oktober, 2003 auf den 22. September und dieses Jahr dann auf den 20. August. Nach den aktuellen Trends wird klar: Der Zeitpunkt, ab dem die Erde erschöpft ist, tritt jedes Jahr etwas früher ein.

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Der Klimawandel in Zahlen

  • 70.000km²

    Um 70.000 km² – das entspricht etwa der Größe Bayerns – ist der Eispanzer der Arktis in diesem Sommer gegenüber 2007 geschrumpft. 2050 könnte das nördliche Polarmeer im Sommer eisfrei sein.

  • Fast verfünffacht

    Fast verfünffacht hat sich die Zahl der Wetterkatastrophen in Nordamerika seit 1980. In Asien legte sie um das Vierfache, in Europa um das Zweifache zu.

  • Ein Drittel

    Rund ein Drittelsaurer sind die Meere geworden. Folge: Korallen, Muscheln und Fische wachsen langsamer. Bis 2100 könnte die Versäuerung um 150 Prozent steigen.

  • 0,4°C

    0,4°C ist die Erde seit 1980 wärmer geworden. Bis 2100 könnte sich das Klima um rund vier Grad aufheizen.

  • 5cm

    Um 5 cm sind die Meeresspiegel seit 1990 im Mittel gestiegen. Bei einer globalen Erwärmung um zwei Grad werden die Pegel wahrscheinlich um 2,7 m höher sein.

  • 15 Prozent

    Um 15 Prozent sinkt die Reisproduktion bis 2050 in den Entwicklungsländern als Folge der globalen Erwärmung. Bei Weizen werden 13 Prozent weniger geerntet werden.

Ähnlich wie Unternehmen Buch über Einnahmen und Ausgaben führen, führt Global Footprint Network Buchhaltung über Angebot und Nachfrage an natürlichen Ressourcen und ökologischen Leistungen durch die Menschheit. Zur Bestimmung des „Overshoot Days“ wird die Biokapazität der Erde berechnet, also die Anzahl global generierter natürlichen Ressourcen innerhalb eines Jahres. Der Ertrag der Erde steht im Gegensatz zu unserem ökologischen Fußabdruck, der sich aus unserem Konsum und der Freisetzung von Kohlendioxid als Abfallprodukt zusammensetzt. Als Maßstab gilt ein „globaler Hektar“.

Studien der Umweltorganisation WWF zeigen, dass wir bis zum Jahr 2030 zwei Planeten benötigten, um unseren Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken, wenn die Menschheit weiter so lebt wie bisher. Bis 2050 wären es sogar fast drei. "Die größte Schuldenkrise der Menschheit ist der Raubbau an natürlichen Ressourcen. Wir leben jedes Jahr mehrere Monate auf Kredit", warnt Christoph Heinrich, Geschäftsleitung Naturschutz beim WWF Deutschland. Klimawandel, Artensterben, Wassermangel und der Kollaps der Fischbestände seien klare Anzeichen dafür, dass der Planet unter der Übernutzung leide.

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Die Verantwortung für die Übernutzung des Planeten tragen laut WWF vor allem die reichen Länder. China hat die USA als Klimasünder Nummer eins auf der Welt abgelöst. Mehr als 20 Prozent der energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen gehen auf das Konto der Chinesen. Aber auch Indien, Russland und Japan stehen auf der Liste der Klimakiller ganz weit oben. Laut WWF hätten Regierungen, Unternehmen und Konsumenten genug Mittel in der Hand, um nachhaltiger zu leben, sei es durch Energieeffizienz, bewussteren Fleischkonsum oder umweltfreundliche Mobilität.

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