Energie: Kraftwerk Metropolis

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Solarzellen in Fassaden oder Dächern gehören bei einer sich selbst versorgenden Stadt zu den wichtigsten Technologien.

von Andreas Menn

Solarfassaden, Biogasanlagen und Flussturbinen – Städte erzeugen einen wachsenden Teil ihrer Energie selbst.

Die Mitarbeiter des schwedischen Schibsted-Verlags helfen schon bei der Ankunft auf dem Stockholmer Hauptbahnhof beim Energiesparen. Denn die Körperwärme der Passanten in den Bahnhofshallen heizt das benachbarte Verlagsgebäude: Die warme Abluft der Bahnhofslüftung erwärmt unterirdische Wassertanks – und das Wasser den Bürokomplex. Um 25 Prozent konnte der Verlag auf diese Weise schon seine Gasrechnung senken.

Und das ist nur eine von vielen Energiesparideen in dem riesigen Bürokomplex: So steuert ein Computer die Belüftung und die Raumtemperatur. Meldet der Wetterbericht Sonne für die Mittagszeit, regelt er schon morgens die Heizung herab. Zur Kühlung pumpt das Haus Wasser aus dem nahe gelegenen Fluss in Rohren herbei, an denen sich die Frischluft abkühlt, bevor sie in die Räume geblasen wird. Sogar die Aufzüge speisen Strom ins Netz, wenn sie bremsen, und gewinnen rund ein Viertel der benötigten Energie zurück.

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Insgesamt kommt das Verlagsgebäude im Jahr mit 50 Kilowattstunden Strom und Wärme pro Quadratmeter aus – ein normales Bürohaus verbraucht drei Mal so viel. „Niemand vor uns hat all diese Techniken zusammengebracht“, sagt Klas Johansson, Umweltbeauftragter des schwedischen Immobilienkonzerns Jernhusen. „Und das ist kurios, denn es spart auf lange Sicht eine Menge Geld.“

Ressourcen effizienter nutzen

Wo sich Arbeit, Mobilität, Wohnen und Leben auf engem Raum abspielen, lassen sich Ressourcen effizienter nutzen als in zersiedelten Kommunen auf dem Land. Aber Metropolen sind nicht nur sparsamer, mithilfe neuer Technik erzeugen sie einen immer größeren Teil ihrer Energie selbst: mit Fotovoltaikanlagen, Windturbinen und Wärmetauschern, wie in Stockholm.

Eine der wichtigsten Technologien im Kraftwerk Metropolis könnten Solarzellen in Fassaden oder Dächer werden. Die Integration in die Gebäudehülle spart Material und verbilligt den Sonnenstrom. Eine Londoner Themsebrücke am Bahnhof Blackfriars etwa erhält derzeit ein Solardach, das die Hälfte des Stromverbrauchs der Station decken soll. Laut dem US-Marktforschungsinstitut Nanomarkets soll der Weltmarkt für diese sogenannte gebäudeintegrierte Fotovoltaik auf 8,2 Milliarden Dollar im Jahr 2015 wachsen.

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