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Energiewende nach Hause bringen: Wie sich der Energieverbrauch steuern lässt

von Katja Köllen

Die Idee, Haushalte „intelligenter“ zu machen und Strom nur dann zu verbrauchen, wenn er günstig und ausreichend vorhanden ist, könnte mit dem EEBus-System Standard werden. Ein wichtiger Schritt zur Energiewende.

Finger weg von Kraftwerksstilllegungen!

Die Warnung der Bundesnetzagentur ist eindeutig: „Stilllegungen weiterer konventioneller Kraftwerke ist derzeit in Deutschland nicht vertretbar.“ Bundestag und Bundesregierung müssten entsprechende Vorschriften verabschieden, um Kraftwerksstilllegungen im Bereich der konventionellen Erzeugung zu unterbinden.

Bild: dpa

„Mal weht der Wind, mal nicht. Gibt’s ‘nen Akku für grünen Strom?“, fragt eine Frau in der aktuellen Werbung eines Energieerzeugers. Zwar beantwortet das Projekt EEBus nicht die Frage nach dem Akku, könnte die Antwort aber weniger notwendig machen: Indem wir zukünftig einfach den Strom dann nutzen, wenn wir mehr davon haben. Etwa dadurch, dass die Waschmaschine automatisch aus bleibt, wenn gerade Flaute herrscht und anspringt, wenn viel produziert wird. Dann könnte die Energiewende Einzug in die deutschen Haushalte finden – und dem Verbraucher zuhause sogar noch Ersparnisse bringen.

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Mit der Energiewende hat Deutschland sich selbst vor eine technische Herausforderung gestellt: Bis zum Jahr 2020 sollen rund 35 Prozent des Stromverbrauchs in der Bundesrepublik aus regenerativen Quellen gedeckt werden, so das Ziel der Bundesregierung. Das Problem dabei: Die Nutzung erneuerbarer Energien bringt große Lastschwankungen mit sich. Experten warnen schon jetzt davor, dass deutschen Haushalten dann zu Spitzenzeiten das Licht ausgehen könnte.

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Das macht ein flexibles Lastmanagement erforderlich: „Dadurch, dass wir zukünftig vermehrt auf erneuerbare Energien setzen werden, müssen wir reagieren. Dieser Schritt macht es notwendig, den Verbrauch an die Erzeugung anzupassen“, sagt Til Landwehrmann, Geschäftsführer des Vereins EEBus Initiative.

Dolmetscher zwischen Stromnetz und Waschmaschine

Genau dieses Ziel soll mithilfe des EEBus-Systems verwirklicht werden. EEBus ist sozusagen der Dolmetscher: das Vernetzungskonzept, das vorhandene Ressourcen und die Steuerung der Verbraucher aufeinander abstimmt. Wenn weniger Strom produziert wird, bekommt das intelligente System zuhause einen gewissen Impuls aus dem Netz, sodass die Waschmaschine erst zwei Stunden später den Waschgang startet, weil dann mehr eingespeist wird und der Verbraucher vielleicht sogar weniger zahlt.

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„In der Energiewelt von morgen trägt der Endkunde dazu bei, regenerative Energien noch effizienter zu nutzen, indem er seinen Verbrauch in günstige, grüne Zeiten verlegt“, sagt Alexander Pippert, verantwortlich für Smart Home bei E.ON. Der Energieversorger unterstützt die EEBus-Initiative ebenfalls seit kurzer Zeit.

Als erstes großes Energieunternehmen wurde E.ON Mitglied des Vereins EEBus Initiative, der die führenden Unternehmen, Verbände und Akteure der deutschen und internationalen Energie- und Elektrowirtschaft vernetzt.

Auch RWE zeigt Interesse an dem System und in nächster Zeit soll ein weiterer „der großen vier“ Energieversorger laut Landwehrmann möglicherweise einsteigen, um die EEBus-Idee voranzutreiben: eine Technologie, die eine reibungslose Kommunikation zwischen elektronischen Geräten und Energieversorgern möglich macht.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 05.11.2012, 00:03 Uhrallesverloren

    Intelligente Stromnetze und EEBus-Systeme dienen doch nicht dem unintelligenten Verbraucher, sondern den noch intelligenteren Stromfirmen zur Ertragsmaximierung.

    Der Verbrauer wird die Einführung dieser Systeme bezahlen müssen, deren Erträge kommen aber allein den Stromlieferanten zugute. Das Geld sollte man sich schenken. Lieber in einen Generator investieren, davon hat man mehr.

  • 31.10.2012, 21:43 Uhrlandauer

    EEBus-System macht Sinn. wenn der Strom in eigene Akkus zu Hause gespeichert wird und billig angeboten und vorhanden ist. Das EEBus-System wird dann entscheiden, ob der preiswerte Strom aus dem Akku oder vom Netz bezogen wird. Gerade die Frage nach dem Akku ist der Schlüssel für eine sinnvolle Verwendung. Außerdem sind die Akkus nicht größer als ein Kühlschrank und auf dem Markt erhältlich.

  • 30.10.2012, 23:19 UhrFuchs

    Noch ein Aspekt: Jounalisten einer Wirtschaftszeitung sollten schon einmal etwas von "return of investment" gehört haben. Der Zähler weiß nämlich nicht welche Steckdose er zu bestimmten Stunden beliefern soll und könnte dies auch gar nicht steuern. Fazit: eine Menge Invest in Heimautomatisierung, welche Unsummen verschlingt und sich niemals amortisiert.

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