Erneuerbare Energien: Ökostrom als Erdgas speichern

Erneuerbare Energien: Ökostrom als Erdgas speichern

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Im Anflug vor der offziellen Inbetriebnahme des ersten deutschen Offshore-Windparks "Alpha Ventus" am Dienstag, 27. April 2010, in der Nordsee. Das Testfeld aus zwoelf Windkraftraedern steht rund 45 Kilometer vor der ostfriesischen Insel Borkum (Kreis Leer) und kann rund 50 000 Haushalte mit Strom versorgen. Alpha Ventus ist ein Gemeinschaftsprojekt von EWE, E.ON und Vattenfall. (apn Photo/Ingo Wagner, Pool) --- Aerial view at the new offshore wind park near Borkum island, North Sea on Tuesday April 27, 2010. (apn Photo/Ingo Wagner, Pool)

Energie aus Wind und Sonne gilt als unzuverlässig, weil der Wind nicht immer weht und die Sonne nicht immer scheint. Mit diesem Argument wollen Kritiker den Ausbau der Erneuerbaren bremsen. Doch nun haben Forscher einen Weg gefunden, den umweltfreundlichen Strom zu speichern – und zwar in Form von Erdgas.

Diese Woche hatte die Offshore-Windkraft in Deutschland Premiere: in der Nordsee ist der erste deutsche Offshore-Windpark Alpha Ventus in Betrieb gegangen. Und nicht nur die Bundesrepublik setzt immer mehr auf regenerative Energie - weltweit gibt es immer mehr Strom aus Solaranlagen, Windrädern oder Wellen.

Manchmal ist es sogar mehr, als das Stromnetz aufnehmen kann. Deswegen schalten Energieversorger ihre Windparks ab, wenn gerade genug Strom aus konventionellen Kraftwerken kommt. Denn ein Kohle- oder Atommeiler lässt sich nur schwer herunterfahren. Doch was, wenn der Wind gerade stark bläst und die Windräder ordentlich Strom produzieren könnten? Weltweit suchen Forscher nach Möglichkeiten, Strom kostengünstig zu speichern. Denn nur wenn es diese Möglichkeit gibt, hat der Ausbau der Erneuerbaren eine Chance.

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Deutschen Forschern ist nun ein entscheidender Durchbruch gelungen – sie haben eine Methode entwickelt, Strom in Erdgas umzuwandeln. Dazu haben sich Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg (ZSW) und das Salzburger Unternehmen Solar Fuel Technology zusammengeschlossen.

„Unsere Demonstrationsanlage spaltet aus überschüssigem erneuerbarem Strom Wasser per Elektrolyse. Dabei entsteht Wasserstoff und Sauerstoff“, erklärt Michael Specht vom ZSW. „Durch eine chemische Reaktion des Wasserstoffs mit Kohlendioxid entsteht dann Methan – und das ist nichts anderes als Erdgas, nur synthetisch erzeugt.“

Großanlage ist in Planung

Solar Fuel Technology plant nun die industrielle Umsetzung der neuen Technik. Ab 2012 soll eine Anlage mit einer Leistung von rund zehn Megawatt entstehen. Als Speicherplatz wollen die Österreicher die vorhandene Infrastruktur nutzen. Das künstlich erzeugte Methan kann wie herkömmliches Erdgas ins Versorgungsnetz eingespeist und in Gasometern gespeichert werden.

Allerdings geht bei der Umwandlung von Strom zu Erdgas auch Energie verloren: Der Wirkungsgrad liegt bei knapp über 60 Prozent. Trotzdem sind die Forscher zufrieden. „Das ist definitiv besser als ein vollständiger Verlust“, so Specht. Ein vollständiger Verlust droht, wenn etwa Windräder still stehen und das Energiepotenzial des Windes überhaupt nicht genutzt werden kann. Die bisher vorherrschende Speicherform – Pumpspeicherkraftwerke in den Bergen – ist in Europa nur noch begrenzt ausbaufähig.

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