Bild: rtrDer Hurrikan "Ernesto" ist im Süden des Bundesstaates Quintana Roo auf die mexikanische Karibikküste getroffen. In seinem Zentrum entwickelte der fünfte Atlantiksturm des Jahres nach Angaben des US-Hurrikanzentrums in Miami Windgeschwindigkeiten von 140 Kilometern in der Stunde. Dieses Satellitenbild zeigt den Hurrikan noch über dem atlantischen Ozean.
Bild: dpaBei seinem Zug über die Halbinsel Yucatán werde er sich abschwächen, teilten die Meteorologen mit. Die Menschen dort wurden evakuiert, diese Männer bringen ein Fischerboot in Sicherheit. Die mexikanischen Behörden hatten für die Ferieninsel Cozumel und Gebiete südlich der Pyramidenstadt Tulum bis zur Grenze von Belize Hurrikanalarm ausgelöst. Auch in Belize galt Hurrikanalarm.
Bild: dpaSchon vor dem Eintreffen des Sturms wurden viele Regionen von heftigen Regenfällen getroffen. Diese Einwohner der Stadt Zapopan in der Region Jalisco tragen ihr Eigentum aus einem überfluteten Haus.
Bild: ReutersNach Berechnungen der Meteorologen wird „Ernesto“ noch am heutigen Mittwoch in den Golf von Mexiko weiterziehen und später im Bundesstaat Veracruz erneut auf mexikanisches Festland treffen.
Bild: dapdDort, in Honduras und Guatemala hatte „Ernesto“ bereits heftigen Regen ausgelöst, auch in den mexikanischen Bundesstaaten Quintana Roo, Campeche und Tabasco kam es zu schweren Regenfällen. Nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes von Mexiko traf das Zentrum des Wirbelsturms am Dienstagabend (Ortszeit) bei der Ortschaft Majahual (Foto) wenige Kilometer nördlich der Grenze zu Belize auf das Festland. Den Ort hatte vor vier Jahren ein Hurrikan zerstört.
Bild: dpaAuch in China und auf den Philippinen bleibt die Situation weiter kritisch. An der Ostküste Chinas hat der Taifun "Haikui" mehr als 1,8 Millionen Einwohner in die Flucht getrieben. In Shanghai wurden wurden von herabstürzenden Trümmern getötet. Der tropische Wirbelsturm war in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) in der Provinz Zhejiang auf Land geschlagen. Es ist bereits der dritte Taifun in nur einer Woche. Bei den Unwettern sind bislang mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen, zahlreiche weitere werden noch vermisst.
Bild: rtrIn der Küstenstadt Ningbo stürzte der Sturm ein Riesenrad um, in Jiaxing deckten die Böen das Dach eines Stadiums ab. Auf der Spitze eines Berges im Bezirk Jiaxing saßen rund 1000 Touristen wegen des Unwetters fest. In Lin'an hätten Rettungskräfte 123 Menschen befreit, die von den Wassermassen in ihren Gästehäusern eingeschlossen worden seien, meldete die Nachrichtenagentur Xinhua.
Bild: dapdDer wirtschaftliche Schaden allein in der Provinz Zhejiang wird auf fünf Milliarden Yuan (rund 635 Millionen Euro) geschätzt. Etwa die Hälfte davon entfalle auf Schäden in der Landwirtschaft, hieß es. Zhejiangs wichtigster Flughafen in der Provinzhauptstadt Hangzhou musste stundenlang seinen Betrieb einstellen, in der Region standen auch die Hochgeschwindigkeitszüge still. „Haikui" ist der dritte Taifun innerhalb weniger als einer Woche, der China trifft.
Bild: dpaNotlage herrscht auch noch immer in Manila. In der philippinischen Hauptstadt sitzen nach heftigen Überschwemmungen immer noch tausende Menschen auf Häuserdächern fest und rufen um Hilfe. „Wir haben Essen, aber es reicht höchstens noch für einen Tag“, schrieb per SMS der Student Daryll Patco (20), der mit seinen Eltern im zweiten Stock eines Hauses eingeschlossen war. Bei den durch heftige Monsunregen ausgelösten Überschwemmungen sind mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen. Das Wasser rauschte in manchen Stadtteilen sechs Meter hoch durch die Straßenfluchten. Diese zwei Männer halten sich an einem Basketballkorb fest.
Bild: dpaUnter den Toten waren neun Einwohner dreier Häuser in Manilas Stadtteil Quezon, die unter einem Erdrutsch begraben wurden. Es handelte sich um eine Mutter mit ihren fünf Kindern und drei weiteren Verwandten. Der Ehemann und der älteste Sohn überlebten. Der Junge wurde schwer verletzt. „Ich denke nur noch an meinen Sohn, er kann sich nicht bewegen, weil ihm alles wehtut. Ich sehe keine Verbesserung in seinem Zustand“, berichtete der Vater verzweifelt im Lokalradio. Die Behörden hätten schon öfter gesagt, dass sein Haus erdrutsch-gefährdet gewesen sei. Er habe aber nicht an den Stadtrand weit weg von Schulen und Arbeitsstätte umsiedeln wollen.
In den meisten Ortsteilen Manilas floss das Wasser langsam ab, aber die nördlichen Provinzen standen teilweise noch unter Wasser. Erst vergangene Woche hatte Taifun „Saola“ die Philippinen teils unter Wasser gesetzt.
Der Hurrikan "Ernesto" ist im Süden des Bundesstaates Quintana Roo auf die mexikanische Karibikküste getroffen. In seinem Zentrum entwickelte der fünfte Atlantiksturm des Jahres nach Angaben des US-Hurrikanzentrums in Miami Windgeschwindigkeiten von 140 Kilometern in der Stunde. Dieses Satellitenbild zeigt den Hurrikan noch über dem atlantischen Ozean.
Die Wetter-Extreme haben in den vergangenen Jahren die ganze Welt im Griff gehabt. So etwa die Hitzewelle in den Vereinigten Staaten, im Jahr 2011, als in Kalifornien zahlreiche Eigentumshäuser durch Feuer zerstört wurden. Oder im Jahr 2010, als in Russland brennende Wälder über Wochen die Nation im Atem hielten. Im gleichen Jahr versanken sämtliche Städte im pakistanischen Industal unter heftigen Regenfällen.
Alles menschengemacht, wie das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung(PIK) in einer Studie herausgefunden hat. Diese soll in dieser Woche in der US-Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht werden.
In der Untersuchung stellt sich heraus, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel die Luftbewegungen rund um die nördliche Erdhalbkugel beeinflusst. "Ein wichtiger Teil der globalen Luftströme in den mittleren Breiten der Erde hat normalerweise die Form von großen Wellen, die um den Planeten wandern und dabei zwischen den Tropen und der Arktis oszillieren", erklärt der Haupt-Autor der Studie Vladimir Petoukhov. "Wenn diese Wellen hinauf schwingen, saugen sie warme Luft aus den Tropen nach Europa, Russland oder die USA; und wenn sie hinab schwingen, tun sie das Gleiche mit kalter Luft aus der Arktis."
Das PIK habe nun entdeckt, dass diese Wellen während der vergangenen Wetter-Extreme wie eingefroren waren. "Sie blieben wochenlang fast unverändert", so Petoukhov. "Nachdem diese Wellen zuvor warme Luft gebracht hatten, bleibt einfach die Wärme". So kam keine kühle Luft nach. "Wir beobachten eine zunehmende Verlangsamung - eben durch die heftige Verstärkung der normalerweise sich langsam bewegenden Anteile dieser Wellen."
Hierbei kommt es auf die Dauer an: Zwei oder drei Tage mit 30 Grad Celsius sind kein Problem, zwanzig Tage oder mehr aber führen zu extremem Hitzestress. Weil viele Ökosysteme und Städte hieran nicht angepasst sind, können ausgedehnte Hitzeperioden zu vermehrten Todesfällen, Waldbränden und Missernten führen.
Globale Erwärmung beeinflusst die Luftströme
Klimawandel, verursacht durch die Nutzung fossiler Brennstoffe und die dabei entstehenden Treibhausgase, bedeutet keine gleichmäßige globale Erwärmung. In der Arktis ist die relative Erhöhung der Temperaturen, verstärkt durch die Verringerung von Eis und Schnee, größer als im weltweiten Durchschnitt. Dies reduziert den Temperatur-Unterschied zwischen der Arktis und zum Beispiel Europa – Temperatur-Unterschiede aber sind ein wesentlicher Treiber für Luftströme.
Außerdem ist die Erwärmung und Abkühlung der Kontinente stärker als jene der Ozeane. "Diese zwei Faktoren sind entscheidend für den von uns entdeckten Mechanismus", sagt Petoukhov. "Sie führen zu einem unnatürlichen Muster in den Luftbewegungen der mittleren Breiten der Erde, so dass die langsamen synoptischen Wellen wie gefangen sind."
Trotz der Funde könne die Studie keine abschließende Folgerungen bieten. Der Zeitraum der Untersuchung - 32 Jahre - sei zu kurz.
















