Foodwatch: Mineralöl-Spuren in Reis und Cornflakes

Foodwatch: Mineralöl-Spuren in Reis und Cornflakes

Lebensmittel sollen frei von bedenklichen Chemikalien sein. Doch ausgerechnet in manchen Papierkartons für Reis, Linsen und Co. könnten Gesundheitsgefahren stecken.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch fordert einen besseren Schutz vor schädlichen Mineralöl-Rückständen aus Papierpackungen in Lebensmitteln. Bei einer Stichprobe wurden in 9 von 42 Lebensmitteln Spuren aromatischer Mineralöle festgestellt - darunter auch in Reis, Cornflakes und Linsen, wie Foodwatch am Dienstag mitteilte. Als wesentliche Quelle für solche Übertragungen gelten Druckfarben, die in Altpapierkartons enthalten sind. Die EU müsse daher etwa Innenbeutel oder Beschichtungen vorschreiben, um einen Übergang ins Produkt zu verhindern. Es sei auch nötig, Grenzwerte festzulegen.

Null Toleranz müsse dabei für sogenannte aromatische Mineralöle gelten, die unter dem Verdacht stünden, krebserregend zu sein. „So umweltfreundlich das Recycling von Altpapier auch ist, als Lebensmittelverpackung kann daraus ein echtes Gesundheitsrisiko werden“, sagte Luise Molling von Foodwatch.

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Lebensmittelkontrollen in anderen Ländern

  • Dänemark

    Schon seit 2001 wird jedes dänische Restaurant mit einen Smiley als Zeichen für die Hygiene bewertet. Insgesamt gibt es vier verschiedene Kategorien, von „keine Beanstandung“ bis „strafrechtlich verfolgt“. Für Restaurants, die sich über eine längere Zeit nichts zu schulden kommen, wird der „Elite-Smiley“ vergeben. Das System scheint zu funktionieren, denn von 2002 bis 2010 ist die Zahl der lachenden Gesichter von 70 auf 87 Prozent gestiegen.

  • USA

    New York testet Hygienetabellen seit mehreren Jahren – mit positivem Ergebnis für die Verbraucher. So ging etwa die Zahl der Restaurants mit Mäusebefall von 32 auf 22 Prozent zurück. Die Sicherheit aller 24.000 Restaurants der Stadt wird auf der Seite des Gesundheitsamtes anhand von Buchstaben bewertet.

  • Großbritannien

    Auf der Seite scoresonthedoors.co.uk sind die Ergebnisse des britischen Lebensmittelkontrollamts für knapp 500.000 Restaurants, Kiosks und Gaststätten aufgelistet. Die Bewertung funktioniert nach Sternen und reicht von „sehr schlecht“ (1 Stern) bis „sehr gut“ (6 Sterne). Wer mehr über das Restaurant erfahren möchte, kann den detaillierten Kontrollbericht anfordern.

  • Australien

    Das australische Gesundheitsamt veröffentlicht unter dem Titel „Scores on Doors“ die Ergebnisse seiner Hygienekontrollen an den Eingangstüren der Restaurants. Das Ergebnis ist dreistufig und variiert zwischen „exzellent“ und „gut“. Wenn eine Gastronomie gegen Hygienevorschriften wiederholt verstößt, wird sie in das „Name & Shame register“ aufgenommen, eine Art Schwarze Liste für Ekel-Restaurants.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte bereits 2010 erläutert, dass in Lebensmittelpackungen aus Altpapier unter anderem Mineralöle mit aromatischen Kohlenwasserstoffen nachgewiesen wurden - dazu könnten auch krebserzeugende Substanzen gehören. Generell sollte es solche Belastungen von Produkten nicht geben. Zum Bewerten des Risikos und zur Ableitung eines Grenzwertes für die Aufnahme übers Essen stehen aber keine toxikologischen Daten zur Verfügung, wie ein BfR-Sprecher am Dienstag auf Anfrage sagte. Das Institut empfiehlt wegen dieser Unsicherheit, dass ein Übergang solcher Mineralöle auf Produkte „dringend minimiert“ werden sollte.

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Im Foodwatch-Test wurden Rückstände auch in Packungen festgestellt, die augenscheinlich nicht aus Altpapier bestehen. Dies deute darauf hin, dass Öle aus Umverpackungen für den Transport ausgedünstet sind, erklärte die Organisation. In 31 der 42 in Deutschland gekauften Produkte wurden außerdem sogenannte gesättigte Mineralöl-Kohlenwasserstoffe festgestellt. Sie können in einigen Organen wie der Leber gespeichert werden und diese schädigen. Mangels einer abschließenden toxikologischen Bewertung sollte hierfür gelten „je weniger, desto besser“.

Die Verbraucherorganisation hatte insgesamt 120 Produkte testen lassen - neben den 42 Produkten aus Deutschland weitere Packungen aus Frankreich und den Niederlanden. Dort seien noch deutlich häufiger Mineralöl-Rückstände festgestellt worden.

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