Fotovoltaik: Neue Akkus machen Solarstrom unschlagbar günstig

Fotovoltaik: Neue Akkus machen Solarstrom unschlagbar günstig

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Tesla verkauft die Akkus für sein Elektroauto auch an Besitzer von Fotovoltaikanlagen.

von Dieter Dürand und Jürgen Rees

Sich komplett selbst mit Strom zu versorgen wird möglich – und auch höchst lukrativ. Billige Akkus fachen den globalen Solarboom weiter an.

Es ist ein wenig wie anno 1896 beim legendären Goldrausch am kanadischen Klondike-Fluss. Nur sollen diesmal nicht Nuggets Reichtum bringen, sondern Batterien, die den Strom aus Solaranlagen speichern. Und nicht Abenteurer, sondern Unternehmer wollen den Schatz heben.

Den Rausch ausgelöst hat vergangenen Monat US-Multi-Innovator Elon Musk mit seiner Ankündigung, die Akkus für sein Elektroauto Tesla noch dieses Jahr auch an Besitzer von Fotovoltaikanlagen zu verkaufen. Mit knapp 400 Euro je Kilowattstunde Kapazität zu einem Preis, der das Speichern von Solarstrom schlagartig wirtschaftlich macht.

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Strahlende Zukunft

  • Das kostet die Kilowattstunde aus dem Akku

    2 Cent kostet die Kilowattstunde Solarstrom aus dem Akku im Jahr 2020. 13 Cent sind es heute.

  • So wächst der Fotovoltaikmarkt

    Bis 2035 sollen weltweit Anlagen im Wert von 4,4 Billionen Euro aufgestellt sein. Heute haben alle erichteten Anlagen einen Wert von 0,8 Billionen.

    Quelle: Deutsche Bank

Der Preisrutsch bei den Batterien beraubt die Solarenergie ihres Makels, höchst unzuverlässig zu sein, weil Watt und Volt nur bereitstehen, wenn die Sonne scheint. Dank der Speicher fließt tagsüber produzierter Solarstrom nun auch nachts. Der Effekt: Die Fotovoltaik wird vom Zufallsstrom zur zuverlässigen und billigsten Energiequelle weltweit.

Seit Musks Ankündigung ist ein Damm gebrochen. Fast täglich erklären neue Anbieter, in den Markt einzusteigen oder sich stärker zu engagieren: Riesen wie RWE und E.On, Regionalversorger wie die Mannheimer MVV Energie oder Autohersteller Daimler mit seiner Tochter Accumotive.

Die besten Techniken zum Verwenden und Speichern von Solarstrom

  • Solaranlage

    Liefert bei Sonnenlicht Strom, unabhängig vom Verbrauch. Überschüssiger Strom wird bisher an Netzbetreiber verkauft.

  • Hauselektronik-Managementsystem (HEMS)

    Verteilt Sonnenstrom auf Akku, Wärmepumpe und andere Verbraucher.

  • Akku

    Speichert den tagsüber erzeugten Solarstrom für den Energiebedarf am Abend.

  • Wärmepumpe

    Nutzt Strom aus Sonnenenergie, um Wärme für Heizung oder Wasch-/Duschwasser zu erzeugen.

  • Warmwasserspeicher

    Wird von der Wärmepumpe oder direkt mit überschüssigem Solarstrom beheizt.

  • Variable Verbraucher

    Geräte wie Wasch- oder Spülmaschine werden vom HEMS aktiviert und koordiniert, sobald die Solaranlage genug Strom liefert.

  • Elektroauto

    Speichert am Tag Sonnenstrom im eigenen Akku oder wird am Abend über den Hausakku geladen.

Mit einer besonderen Idee will jetzt auch der japanische Autohersteller Mitsubishi im Markt mitmischen. Nicht nur sollen Besitzer eines Elektroautos wie dem Kleinwagen i-MiEV oder dem Plug-in-Hybrid Outlander den Solarstrom vom eigenen Dach tanken können.

Mithilfe einer neuen Ladestation, die der spanische Energieversorger Endesa entwickelt hat, können sie die Energie in den Auto-Akkus anzapfen, beim i-MiEV etwa 12 seiner insgesamt 16 Kilowattstunden Speicherleistung. Das reicht, um einen Zwei-Personen-Haushalt komplett eineinhalb Tage zu versorgen. Konkurrent Nissan bietet ein ähnliches System an.

Solarstrom-Akku So finden Sie den passenden Speicher

Wer sicher gehen will, dass die Batterie für den Strom aus der Fotovoltaikanlage sich am Ende wirklich rechnet, darf nicht allein auf den Preis starren. Die Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems muss stimmen, betonen die Experten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Nur dann lässt es sich wirtschaftlich betreiben. Hier die wichtigsten Punkte, auf die Sie beim Kauf achten sollten.

Solar- und Windstrom Quelle: dpa

All die neuen Speicher werden die Nachfrage nach Solaranlagen noch stärker boomen lassen. Bis 2035 werden Handwerker weltweit Anlagen im Wert von sagenhaften 4,4 Billionen Euro aufgestellt haben – ein Plus von 3,6 Billionen Euro gegenüber heute. Die Deutsche Bank schreibt in einer aktuellen Studie: „Trotz des billigen Öls und Erdgases ist der Siegeszug der Solarenergie nicht aufzuhalten.“

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