Glyphosat: EU-Staaten uneins bei Verlängerung der Zulassung

Glyphosat: EU-Staaten uneins bei Verlängerung der Zulassung

, aktualisiert 06. Juni 2016, 12:28 Uhr
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Demonstranten protestieren in Hamburg vor dem Congress Centrum (CCH) gegen den Einsatz von Glyphosat.

Die Entscheidung zu Glyphosat ist wieder nicht gefallen. In Brüssel fehlte die nötige Mehrheit. Damit wird eine weitere Abstimmung in einem höherrangig besetzten Gremium nötig.

Die weitere Zulassung für das umstrittene Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat in der Europäischen Union soll in einem Vermittlungsausschuss geklärt werden. In dem bisher zuständigen Ständigen Ausschuss habe es keine Mehrheit für die Weiterverwendung des Herbizids gegeben, sagte eine Sprecherin des Bundesumweltministeriums am Montag in Berlin.

"Es wird ein Vermittlungsausschuss angerufen, das Verfahren liegt also weiter in der Hand der EU." Hintergrund des Streits sind unterschiedliche Auffassungen darüber, ob das Mittel krebserregend ist.

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Die Bundesregierung hatte vorige Woche angekündigt, sich bei einer Abstimmung zu enthalten. Grund dafür sind gegensätzliche Positionen der SPD-geführten Ministerien, die eine Verlängerung ablehnen, während CDU und CSU für eine Weiterverwendung des weltweit meistgebrauchten Herbizids sind. Der amerikanische Bayer -Übernahmekandidat Monsanto hat mit dem Mittel vergangenes Jahr Milliardenumsätze gemacht.

Gentechnik

  • Ohne Glyphosat geht gar nichts

    Glyphosat ist nicht nur für klassische Landwirte praktisch. Für Gentechfarmer ist es ein Muss. Nahezu alle gentechnisch veränderten Nutzpflanzen wie Mais, Soja, Baumwolle oder Raps tragen ein Gen, das sie widerstandsfähig gegen das Gift macht. So können Bauern die Unkräuter totspritzen, ohne ihren Gentechpflanzen zu schaden. Auch deshalb kämpfen Konzerne wie Monsanto, Syngenta, Dow oder Bayer so verbissen für das Mittel.

Wie die Bundesregierung sind sich auch die EU-Staaten beim Thema Glyphosat uneins. In dem nun geplanten Ausschuss dürfte die EU-Kommission laut EU-Regeln einen weiteren Versuch für einen Kompromiss starten. Sollte es dabei bleiben, dass die Mitgliedsländer keine gemeinsame Position finden, kann die Brüsseler Behörde die zeitlich befristete Weiterverwendung von Glyphosat selbst genehmigen. Die EU-Kommission hatte zuletzt vorgeschlagen, Glyphosat zunächst für weitere eineinhalb Jahre zuzulassen, bis das Ergebnis einer neuen EU-Studie vorliegt. Die bisherige Frist für die Verwendung des Mittels läuft am 30. Juni aus.

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