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Great Barrier Reef: Todgeweihtes Unterwasserparadies

von Urs Wälterlin Quelle: Handelsblatt Online

Das Great Barrier Reef vor Australien gilt als einzigartiges Naturwunder. Doch das Meeresparadies, das Scharen von Touristen anlockt, scheint dem Tod geweiht. Einige Teile sehen inzwischen aus wie eine Zementstraße.

Platz 10: Australien, Neuseeland, Südsee

Down under ist eben doch ganz schön weit weg. Vielleicht liegt es an der langen Anreise, dass nur 1,7 Prozent der Fernreisen 2011 nach Australien und die umliegenden Insel gingen. Für 2012 planen mehr als 4 Prozent der Deutschen mit Fernweh eine Reise zum Ayers Rock.

Bild: REUTERS

Die umfassendste Studie des australischen Meeresforschungsinstituts in Jahrzehnten zeichnet ein düsteres Bild von der Zukunft eines der größten und bekanntesten Naturwunder auf dem Globus: 50 Prozent der Korallen des über 2.000 Kilometer langen Great Barrier Reefs sind in den vergangenen 27 Jahren abgestorben. Sollte der Trend anhalten, dürften bis im Jahr 2022 nur noch rund ein Viertel aller Korallen am Leben sein, warnen die Forscher.

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Gründe für die Entwicklung seien die Ausbleichung von Korallen sowie die Verbreitung eines parasitären Seesterns, der sich von Korallen ernährt. Rund 24 Prozent der Zerstörung seien zudem auf die steigende Zahl von Wirbelstürmen zurückzuführen, so die Wissenschaftler.

Das 345.000 Quadratkilometer große Riff  vor dem Bundesstaat Queensland an der australischen Ostküste ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor: Hunderttausende von Touristen besuchen jedes Jahr die Attraktion. Mindestens 20.000 Menschen leben direkt vom Riff-Tourismus.

Hunderttausende Tauchtouristen besuchen jedes Jahr das Riff. Quelle: dapd
Hunderttausende Tauchtouristen besuchen jedes Jahr das Riff. Quelle: dapd

Dramatische Entwicklung

Das Forscherteam überwachte in den letzten 27 Jahren insgesamt 214 Messstellen. Dabei hätten die Wissenschaftler einen Rückgang der Korallendichte von 28 Prozent auf 13,8 Prozent beobachtet, so Studienleiter Hugh Sweatman. „Die Korallendichte ist der einfachste Maßstab für die Gesundheit eines Riffs. Und die Gesundheit des Barrier Riffs ist dramatisch schlechter geworden“, so der Wissenschaftler.

Die steigende Zahl von Wirbelstürmen sei besonders bedenklich. „Man kann in einer Woche in einem Korallenriff tauchen und nur lebende Korallen sehen“, so der Meeresforscher Peter Doherty. „Nachdem aber ein Wirbelsturm durchgezogen ist, sieht dasselbe Riff aus wie eine Zementstraße“. Klimawandel wird von Forschern als indirekte Ursache für die weltweit steigende Zahl intensiver und zerstörerischer Wirbelstürme genannt.

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