Gründer: Grüne Startups made in Germany

Gründer: Grüne Startups made in Germany

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Röslers Besuch im Silicon Valley erweckte den Eindruck um die deutsche Gründerszene stände es nicht gut. Aber das stimmt nicht

von Felix Ehrenfried

Während die Bundesregierung sich mit Abkommen, Beschlüssen und Konferenzen zum Klimaschutz beschäftigt, sind viele deutsche Unternehmer schon einen Schritt weiter. Hierzulande arbeiten sie in Startups an nachhaltigen Konzepten, die schon bald den Alltag verändern könnten. Erste Erfolgstories gibt es schon zu vermelden.

Jubelnd reckt er die Arme in die Höhe, über ihm ein überdimensionierter, blauer Daumen. Als Wirtschaftsminister Philipp Rösler vor wenigen Wochen zu seinem Trip in das Mekka der Internet-und Startupbranche nach Silicon Valley aufbrach, war die Mission klar. "Wir wollen etwas von dem Spirit mitnehmen", erklärte Rösler während der Reise vor rund hundert Startup-Unternehmern, die mit ihm gereist waren. Es ging also nicht nur um das Werben von Investoren für die heimische Szene, auch wollte man sich etwas abschauen, beim großen Bruder USA, von wo aus Unternehmen wie Google und Apple ihren weltweiten Erfolgskurs starteten.

Die Tour erweckt irgendwie den Eindruck, dass es um die deutsche Gründerszene schlecht bestellt sein könnte, dass es an Geld und Ideen fehlt, dass wir kleinen Deutschen von den großen Amerikanern etwas lernen müssen. Dabei gibt es in einer Branche kleine Unternehmen, die mit ihren Innovationen weltweit Aufsehen erregen: Grüne Startups boomen in Deutschland. Sei es im Bereich der Mobilität, der Energie oder Technologie, nahezu wöchentlich liest man von neuen Unternehmern, die mit ihren Ideen die Welt verbessern und vor allem Geld verdienen wollen.

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Jährliche Ausgaben werden sich verdoppeln

Denn die Investitionen in den grünen Sektor nehmen zu. Während sich andere Branchen über schwächelnde Investitionsvolumen beschweren, dürfte das im grünen Sektor kein Problem sein. Nach Angaben von Bloomberg New Energy Finance verfünffachten sich die globalen Investitionen alleine in grüne Energietechniken von 2004 bis 2010 auf 243 Milliarden US Dollar (188 Milliarden Euro) jährlich. Aktuelle Voraussagen des Instituts gehen sogar davon aus, dass sich die jährlichen Ausgaben bis 2030 mehr als verdoppeln, in knapp 15 Jahren sollen dann jährlich 630 Milliarden US Dollar (488 Milliarden Euro) für den grünen Energiesektor zur Verfügung stehen.

WiWo Green 2/2013

Dass Deutschland in dieser wachsenden Industrie nicht schlecht dasteht, zeigt eine aktuelle Studie der Lausanner Wirtschaftsschule IMD. In deren World Competitive Yearbook belegt Deutschland in der Kategorie "Green technology solutions" dem vierten Platz – weltweit.

Wo nichts ist, ist Kreativität gefragt

Deutsche Ingenieurskunst, gepaart mit dem Bestreben den Klimaschutz voranzutreiben, scheint also ein Erfolgskonzept zu sein. Besonders das Geschäftsmodell Startup hat dabei seine Reize, kommt es doch mit verhältnismäßig wenig Kapital aus, welches auch über neue Finanzierungskonzepte wie Crowdfunding organisiert werden kann. Daneben besitzen die Startup-Gründer oft eine Motivation für ihre Projekte, die so manchen CEO erblassen lässt.

Dass besonders Deutschland in Sachen Greentech die Nase vorne hat, liegt auch an der Geologie des Landes: "Wir hatten nie nennenswerte Vorkommen an Öl, Gas, Kupfer oder Seltenen Erden – und kompensieren das, indem wir mit Ressourcen produktiver umgehen", erklärt Torsten Henzelmann, Partner bei der Unternehmensberatung Roland Berger im Interview mit der Wirtschaftswoche. So sind deutsche Startups Spezialisten in Sachen Effizienz.

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