Innovation der Woche: Sonnentankstelle für Flugzeuge

ThemaSolarenergie

Innovation der Woche: Sonnentankstelle für Flugzeuge

Ein slowenischer Hersteller hat eine Solar-Ladestation für Elektroflugzeuge entwickelt. Im „Solar Trailer“ kann man einen kompletten Ultraleichtflieger verstauen - und mit Solarkraft den Akku aufladen.

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Der "Solar Trailer" des Herstellers Pipistrel bietet Platz für einen kompletten Ultraleichtflieger, der durch Solartechnik zwischen den Flügen aufgeladen werden kann.

Flugreisen sind umweltfeindlich? Von wegen. Wer mit ruhigem Gewissen den Himmel erstürmen möchte, kann in Zukunft die Batterien seines Elektroflugzeugs laden, ohne auch nur ein Gramm CO2 in die Luft zu schleudern. Der „Solar Trailer“ des slowenischen Flugzeugbauers Pipistrel macht es möglich. „Damit kommt man auch in entlegenen Gebieten ohne Strom aus der Steckdose aus“, sagt Tine Tomazic, Testpilot bei Pipistrel. Selbst in der australischen Wüste habe sich der Solaranhänger schon bewährt.

Segelflugzeuge mit Hilfsmotor erfreuen sich bei Hobbypiloten wachsender Beliebtheit. Zum Start nutzen sie einen Propellerantrieb hinter dem Cockpit, mit dem das Flugzeug aus eigener Kraft vom Boden abhebt. Danach kann der Pilot den Propeller per Knopfdruck einfalten und im Rumpf versenken, um in den Segelflug überzugehen. Elektromotoren sind für diese Aufgabe perfekt geeignet, denn die relativ kurzen Akkulaufzeiten sind für die Segler kein Problem: Ist das Flugzeug erst einmal in der Luft, erledigt die Thermik den Rest.

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Seit 2008 hat Pipistrel den Elektro-Segler „Taurus“ im Programm. Er bietet Platz für zwei Passagiere und ist mit einem 40 kW (54 PS) starken Elektromotor ausgerüstet. Das entspricht etwa der Antriebsleistung eines Fiat Panda. Mit einer Akkuladung kann der Ultraleichtflieger auf bis zu 2000 Meter Höhe steigen, bevor er sich in ein Segelflugzeug verwandelt.

Vielseitige Ladestation

Um die Batterien des Taurus nach der Landung überall wieder aufladen zu können, haben die Slowenen einen herkömmlichen Flugzeuganhänger mit Solarzellen, Akkumulatoren und der nötigen Ladeelektronik ausgerüstet.

19.600 Euro kostet der „Solar Trailer“, der drei Kilowattstunden Strom speichern kann. Nach rund fünf Stunden sind die Akkus wieder voll und das Flugzeug ist bereit für den nächsten Start.

Bei schlechtem Wetter kann man Flügel und Heckleitwerk des Taurus in einer Viertelstunde demontieren und das Fluggerät sicher im Trailer verstauen. Der Hersteller verspricht, dass die Speicher auch bei wenig Sonnenschein binnen einer Woche geladen werden können. Notfalls lässt sich aber auch eine herkömmliche Stromleitung anschließen, etwa wenn der Anhänger im Hangar geparkt wird. Denn der „Solar Trailer“ verfügt über eine ganz normale Steckdose.

Wer lieber ganz am Boden bleiben möchte, kann den Solar Trailer auch für andere Geräte benutzen. „Es gibt auch Leute, die damit ihren Kühlschrank betreiben“, sagt Testpilot Tomazic.

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