Klimagipfel: Die Kanzlerin auf der Suche nach dem Erfolg

Klimagipfel: Die Kanzlerin auf der Suche nach dem Erfolg

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Angela Merkel auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen

Der Klimagipfel von Kopenhagen steht auf der Kippe. Nun ruht die Hoffnung allein auf den Staatschefs, die Konferenz doch noch zu einem Erfolg zu machen.

 Die Klimakanzlerin wollte sie sein. Zuletzt wirkte Angela Merkel allerdings eher besorgt bis verärgert, wenn es um den bevorstehenden Klimagipfel ging. Nun kann sie endlich selbst eingreifen. Direkt nach ihrer Ankunft in Kopenhagen nutzte die Bundeskanzlerin ihren ersten Auftritt, um intensiv für ein neues Klimaabkommen zu werben.

Energischer als sonst sprach die Kanzlerin, fast frei, der Auftritt war ihr wichtig. „Ich hoffe, dass einige Länder zu ihren jetzigen Angeboten noch etwas hinzufügen“, sagte Merkel bei ihrer Rede vor der Delegiertenkonferenz. „Alleine können wir den Klimawandel nicht aufhalten.“ Die Europäische Union werde ihr Ziel der Senkung des Treibhausgasausstoßes von 20 Prozent bis 2020 auf 30 Prozent verbessern, wenn andere mitmachten, bekräftigte sie.

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Bereits am Morgen vor der Abreise hatte Merkel ihren unbedingten Willen zum Erfolg dokumentiert: „Wir brauchen eine für alle Staaten geltende Verpflichtung zur Einhaltung des Zwei-Grad-Ziels", sagte sie in ihrer Regierungserklärung. Der Ton war vorgegeben.

Mit der Ankunft der Staats- und Regierungschefs hat nun die letzte und heißeste Phase des Klimagipfels begonnen. Es bleiben nur noch Donnerstagnacht und Freitag, um zu handfesten Ergebnissen zu kommen. In der alles entscheidenden Schlussphase haben sich die Delegierten nun immerhin darauf geeinigt, in zwei Gruppen eine Verhandlungsgrundlage für die Staats- und Regierungschefs auszuarbeiten. Vor allem die dänischen Gastgeber standen bislang unter starkem Beschuss von einer Gruppe der Entwicklungsländer (G77) und China.

Trotz turbulenter und teilweise abgebrochener Verhandlungen in den letzten Tagen: Es ist unübersehbar, wie sehr rhetorisch aufgerüstet wird, um ein Scheitern noch zu verhindern.

"Bizarre Prozedur"

Am Mittag hatte die US-Außenministerin Hillary Clinton den Anfang gemacht. Man müsse einen historischen Schritt machen, sagte Clinton. Einen, auf den man stolz sein können. Clinton hatte auch Konkretes mitgebracht. Die USA unterstützten das Ziel, ab 2020 bis zu 100 Milliarden US-Dollar jährlich für die Entwicklungsländer bereit zu stellen. Mit dem Geld sollen Klimaschutzprojekte finanziert werden. Merkel nahm in ihrer Rede Clintons Bewegung „erfreut“ auf.

Doch nicht alle Gipfelteilnehmer sind so optimistisch. Am Abend geht der Delegationsführer des EU-Parlamentes, Jo Leinen, vor allem mit den USA und China hart ins Gericht. Namen nennt er zwar nicht, aber er sei „frustriert über die zwei größten Luftverschmutzer“. Viel zu lange, schimpft Leinen, halte sich dieser Gipfel mit Verfahrensfragen auf. Was fehlt, sei Substanz. Und überhaupt, sagt er, müsse man wohl über die Zukunft solcher Konferenzen nachdenken. Zwei Worte reichen ihm, um Kopenhagen zu beschreiben: es sei eine „bizarre Prozedur“.

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