Klimaschutz: Die globale Ohnmacht

Klimaschutz: Die globale Ohnmacht

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Wüste Aussichten. Zwei Jungen laufen über ausgetrockneten Boden in der Nähe ihres Dorfes Gakong in Kenia.

von Sebastian Matthes, Dieter Dürand, Benjamin Reuter und Konrad Fischer

Knapp 20 Jahre nach ihrem Beginn ist die weltweite Klimapolitik gescheitert und der CO2-Ausstoß höher denn je. Dabei hat die Erderwärmung drastische, kaum noch übersehbare Folgen. Die zehn wichtigsten Fragen zum Klimagipfel in Durban.

Vor wenigen Tagen fand der Klimawandel seinen Weg bis nach Münster. Kurz vor Beginn der Adventszeit flanierten die Münsteraner bei frühlingshaften 20 Grad durch ihre Altstadt – manche gar in kurzen Hosen. Getrübt wurde die spätsommerliche Idylle nur durch die geschlossenen Biergärten – die nur bis Ende Oktober ausschenken dürfen. Früher war das kein Problem. Doch Renate Dölling vom Hotel- und Gaststättenverband hat beobachtet, dass der Herbst immer öfter zum verlängerten Sommer wird. „So einen November haben wir noch nicht erlebt“, sagt sie und verhandelt mit der Stadt über längere Öffnungszeiten: Biergärten sollen künftig Hefeweizen ausschenken dürfen bis die Weihnachtsmärkte öffnen.

9000 Kilometer südlich haben die steigenden Temperaturen weit dramatischere Folgen. In Südafrika, wo am 28. November in Durban der 17. Weltklimagipfel beginnt, war der Sommer schon immer heiß. Doch mit jedem Zehntelgrad mehr, klagt Südafrikas Umweltministerin Edna Molewa, weite sich die Trockenheit aus. Äcker verwandeln sich in Wüsten, und die Betreiber von Kohlekraftwerken geraten in Schwierigkeiten: Sie brauchen riesige Mengen Wasser zur Kühlung – ebenso die Minenbesitzer, um Gold, Kupfer und Platin abzubauen.

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Zwei Szenen, eine Ursache: Knapp 20 Jahre nach dem Beginn der internationalen Klimapolitik erreicht die globale Erwärmung neue Spitzenwerte, und die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist so hoch, als hätten die vielen Klimakonferenzen seit der ersten Zusammenkunft 1995 in Berlin nie stattgefunden.

Während sich nun Spitzenbeamte aus aller Welt zu einem weiteren Gipfel aufmachen, wird überdeutlich, dass die Klimaretter vor den Scherben einer gescheiterten Politik stehen. Auf der ganzen Welt verursacht der Wandel Katastrophen: Dürren in Texas, Hungersnöte in Ostafrika, Hochwasser in Bangkok. Dort denkt die Regierung schon daran, die Hauptstadt zu verlegen.

Die schärfste Warnung kommt ausgerechnet von der Internationalen Energieagentur (IEA), dem Expertenclub, der Regierungen und Energieunternehmen berät: IEA-Chefvolkswirt Fatih Birol drängt die Politik zum Handeln, damit die Temperaturen um nicht mehr als zwei Grad ansteigen. Das ist die Grenze, bis zu der Forscher die Folgen der Erwärmung noch für beherrschbar halten. „Die Tür zum Zwei-Prozent-Ziel schließt sich“, warnt Birol. „Passiert nicht bald Entscheidendes, ist sie für immer zu.“

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