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Klimawandel: „Natürlich gibt es Unsicherheiten“

von Benjamin Reuter

Der Klimawandel wirft neue Fragen auf. Für den Physiker Johannes Orphal bestehen trotzdem keine Zweifel: Der Mensch ist für die Erwärmung auf dem Planeten verantwortlich.

Der Physiker Johannes Orphal Quelle: Pressebild
Der Physiker Johannes Orphal, 45, leitet das Institut für Meteorologie und Klimaforschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Außerdem ist er wissenschaftlicher Sprecher des Programms „Atmosphäre und Klima“ in der Helmholtz-Gemeinschaft Quelle: Pressebild

WirtschaftsWoche: Herr Orphal, auf einer Skala von 1 bis 100: Wie sicher sind Sie und Ihre Kollegen, dass der Mensch für den Klimawandel verantwortlich ist?
Oprhal: Ohne zu zögern: 100. Der Mensch hat mit seinen Treibhausgasemissionen schon heute eine deutliche Erderwärmung ausgelöst.

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Der Chemiker und ehemalige RWE-Manager Fritz Vahrenholt hat gerade ein Buch veröffentlicht, in dem er behauptet, die Sonne sei schuld an der Erderwärmung und nicht der vom Menschen. Was stimmt denn nun?
Es gibt zwar auch verschiedene natürliche Faktoren, aber die Behauptung, der Einfluss der Sonne wäre wichtiger als die Treibhausgasemissionen ist nicht wissenschaftlich begründbar. Die Variabilität der Sonne hat, soweit wir es heute wissen, einen weitaus geringeren Einfluss als der Mensch.

Bildergalerie: Schnelle Wege aus der Klimafalle

Klimaexperten haben mehr als 400 Methoden zur Bekämpfung des Klimawandels unter die Lupe genommen. Im Fokus der im Wissenschaftsmagazin „Science“ veröffentlichten Untersuchung stand ausnahmsweise nicht der Klimakiller CO2, sondern das Treibhausgas Methan sowie Ruß, der in der Atmosphäre dafür sorgt, dass weniger Sonnenstrahlung ins All reflektiert wird.

Schon mit einigen einfachen Maßnahmen, so die Wissenschaftler, ließe sich der Ausstoß von Methan und Ruß so stark reduzieren, dass der globale Temperaturanstieg bis zum Jahr 2050 um ein Drittel geringer ausfallen würde als bislang vorhergesagt. Die zehn wichtigsten Maßnahmen im Überblick.

Quelle: dpa

Herr Vahrenholt behauptet, dass natürliche Einflüsse wie die Sonnenaktivität noch gar nicht genug erforscht sind, um sie als Hauptfaktor des Klimawandels auszuschließen.
Es ist überhaupt nicht wahr, dass in Deutschland an keiner Universität und keinem Lehrstuhl darüber geforscht werden darf, wie groß der Anteil der natürlichen Einflüsse am Klimawandel ist, wie Vahrenholt sagt. An meinem Institut, wie auch an vielen anderen, wird schon lange zu diesen Fragen gearbeitet. Wir haben vor zwei Jahren am KIT eine neue Forschergruppe sogar ausschließlich zum Thema „Sonnenvariabilität und Klima“ eingerichtet. Bisher zeigen die Ergebnisse aber, dass der Einfluss eher gering ist.

Aber wie erklären Sie, dass in den vergangenen zehn Jahren die Temperaturen global kaum gestiegen sind, wo doch die CO2-Emissionen sehr stark zunehmen?
Es ist keine Überraschung, dass es nicht immer eine einfache, lineare Temperaturzunahme gibt. Das Klimasystem der Erde ist sehr kompliziert. Es gibt viele starke Kopplungen zwischen verschiedenen atmosphärischen Prozessen. Dazu gehört die Wolkenbildung, aber auch die Strömungen in den Ozeanen und Veränderungen auf der Erdoberfläche, wie Schnee, Eisvorkommen und Vegetation.

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Wenn die Temperatur nunmehr langsam steigt, können wir dann Entwarnung geben?
Nein, weil ein Betrachtungszeitraum von zehn Jahren viel zu kurz ist, um überhaupt von „Klima“ zu sprechen. Wir betrachten in der Klimaforschung generell viel längere Zeitabschnitte, und da ist die Temperaturzunahme sehr deutlich zu sehen. Ein einzelner frostiger Winter oder sehr heißer Sommer sagen noch gar nichts über den Klimawandel aus.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 14.02.2012, 09:32 UhrAnonymer Benutzer: Rapsack

    Leider ist anders als bei Herrn Varenholt nicht nachvollziehbar wer diesen Herrn bezahlt. Unter dem Deckmantel einer Hochschule scheint er auf den ersten Blick neutral zu sein. Seine Aussagen sind aber sehr vom Glauben bestimmt und alles andere als wissenschaftlich neutral. Wenn man bedenkt, dass es sehr viele hoch seriöse Forschungsgruppen gibt, die seine Aussagen sehr bezweifeln, so liegt der Gedanke nahem dass auch er "nur" Lobbyarbeit leistet. Seine Aussagen sind letzt endlich kaum belastbar. Es wäre schön zu wissen wie er seine Arbeit finanziert. Gerade in solch politisch hoch brisanten Themen wäre die Offenlegung von 3 Mitteln sehr wünschenswert.

    Ist er vieleicht auch Mittglied einer Partei oder im Aufsichts- bzw. Beirat einer Firma? Etwas mehr Hintergrundinformationen über die Persohn, die so ein unwissenschaftliches Geschwätz abläßt, wäre wünschenswert gewesen.

    Nur zur Klarstellung: Ich Glaube nicht Herrn Varenholt oder den anderen Skeptikern, genausowenig wie den Leuten die alles auf den Faktor Mensch schieben. Ich rege mich nur darüber auf, dass ein Professor einer "Elite Universität" sich so unwissenschaftlich stark Ergebniss orientiert äußert und dies auch noch gedruckt wird.

  • 12.02.2012, 23:39 UhrAnonymer Benutzer: GernotMeyer

    Das Klima erwärmt sich, weil alles sehr kompliziert ist und irgendwie alles mit allem zusammenhängt. Na toll!

    Genauso wie die Klimafetischisten den Skeptikern ständig unterstellen, sie seien von der interessierten Industrie bezahlt, sollte man bei diese Sorte von Forschern mal öfters fragen, wie und unter welchen Bedingungen sie finanziert oder eben nicht finanziert werden. Es könnte ja durchaus so sein, dass es vom Staat kein Budget mehr gibt, wenn man aus Versehen in die falsche Richtung forscht und zu "falschen Ergebnissen" kommt. Dann gehts ganz schnell bergab mit der in diesen Kreisen so wichtigen Reputation und natürlich der Karriere. Wenn man also Forschungsgelder will ...

  • 12.02.2012, 14:39 UhrAnonymer Benutzer: mathias

    Wo der Mann Recht hat, hat er Recht.

    Es gibt viel zu viele Menschen auf dieser Erde.

    Kein anderes TIER auf dieser Welt vermehrt sich aus reiner LUST !!!!

    Und weil der Mensch nicht dem Gesetz der Lemmige folgt, wird es
    immer wieder KRIEGE geben, bis er sich selbst ausgelöscht hat !!!

    Amerika und EU sind auf dem bestem Weg, sich selbst auszulöschen!

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