Kopenhagen: Letzter Anlauf beim Weltklimagipfel

Kopenhagen: Letzter Anlauf beim Weltklimagipfel

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Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Weltklimagipfel in Kopenhagen

Der Klimagipfel in Kopenhagen kommt in seine entscheidene Phase und noch immer konnten sich die Staaten nicht auf eine Linie festlegen. Bundeskanzlerin Angela Merkel will unbedingt ein Scheitern verhindern.

In der alles entscheidenden Schlussphase der Konferenz von Kopenhagen haben sich die Delegierten darauf geeinigt, in zwei Gruppen eine Verhandlungsgrundlage für die Staats- und Regierungschefs auszuarbeiten. Ein Scheitern des Gipfels steht weiter im Raum.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat beim UN-Klimagipfel zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung aufgerufen, um dies zu verhindern. „Wir müssen zusammenstehen, wir müssen zusammen handeln“, sagte Merkel vor zahlreichen Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen. „Wir haben eine gemeinsame Verantwortung.“ Jeder müsse ein bisschen mehr geben, damit ein neues Abkommen möglich werde. „Die EU ist bereit und willens, die Arme zu öffnen.“

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Die Europäische Union werde ihr Ziel der Senkung des Treibhausgasausstoßes von 20 Prozent bis 2020 auf 30 Prozent verbessern, wenn andere mitmachten, bekräftigte Merkel. „Ich hoffe, dass viele von Ihnen hier in diesem Raum auch bereit sind, ein bisschen mehr auf den Tisch zu legen.“ Die armen Länder erwarteten Hilfe. „Das ist, warum wir sehr, sehr schnell mit 10 Milliarden Dollar (6,7 Milliarden Euro) starten müssen in den nächsten Jahren (...) und 100 Milliarden Dollar (67 Milliarden Euro) 2020.“ Deutschland sei bereit, Hilfe zu leisten, die EU ebenfalls. Sie lobte die Ankündigung der USA, sich auch beteiligen zu wollen. „Sie haben einen sehr wichtigen Schritt nach vorn gemacht.“

Dänen unter Druck

Merkel warnte vor einem Scheitern, wenn die Erderwärmung nicht auf zwei Grad begrenzt wird. „Gelingt das nicht, dies für alle als geltende Verpflichtung zu erreichen, muss ich sagen, ist die Klimakonferenz in Kopenhagen gescheitert“, sagte die Kanzlerin vor dem Gipfel bei einer Regierungserklärung im Bundestag. Sie appellierte vor allem an die USA und China. „Wenn wir jetzt nicht die notwendigen Weichenstellungen vornehmen, riskieren wir dramatische Schäden. Das wird besonders die ärmsten Staaten treffen. Aber keiner wird davon verschont sein.“

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) schloss nicht aus, dass die EU ihr Ziel zur Senkung des Treibhausgasausstoßes nachbessert.

Die dänischen Gastgeber standen indes weiter unter starkem Beschuss seitens der Gruppe der Entwicklungsländer (G77) und China. Auch zwischen den weltgrößten Verschmutzern USA und China, deren Verständigung als entscheidend für ein Klimaabkommen angesehen wird, gab es keine Bewegung.

UN-Klimachef Yvo de Boer sprach dennoch von ermutigenden Fortschritten. „Wir haben jetzt Klarheit über das weitere Vorgehen.“ Es blieben aber nur noch wenige Stunden bis zum Beginn der Plenumssitzung der Staats- und Regierungschefs, warnte er. „Wir hoffen sehr auf frische Ideen von ihnen.“

Gut 10.00 Delegierte aus 192 Staaten verhandeln seit knapp zwei Wochen in Kopenhagen über ein neues Klimaabkommen zur Reduzierung der Treibhausgase, das von 2013 an das Kyoto-Protokoll ablösen soll. Tiefe Grabenkämpfe zwischen den G77 und den Industrieländern sowie schwere Vorwürfe gegen die dänischen Gastgeber haben die Verhandlungen in den vergangenen Tagen lahmgelegt. Zuletzt lagen die Hoffnungen auf den Staatenlenkern, besonders auf Chinas Regierungschef Wen Jiabao und US-Präsident Barack Obama.

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