Luftverschmutzung: 5,5 Millionen Menschen sterben jährlich durch Luftverschmutzung

Luftverschmutzung: 5,5 Millionen Menschen sterben jährlich durch Luftverschmutzung

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Im vergangenen Dezember musste Peking mehrfach die höchste Smog-Warnstufe ausgeben.

von Jana Reiblein

Luftverschmutzung führt jedes Jahr weltweit zu über fünf Millionen Todesfällen – weit mehr, als bislang angenommen. Die meisten Toten wurden in zwei der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt verzeichnet.

5,5 Millionen Menschen auf der ganzen Welt sterben jährlich frühzeitig an den Folgen von Luftverschmutzung. Das bedeutet: Jeder zehnte Todesfall ist auf schlechte Luft, sei es in den eigenen vier Wänden oder draußen, zurückzuführen.

Diese Zahlen legten am Freitag (Ortszeit) Forscher der University of British Columbia im Rahmen der Wissenschaftskonferenz American Association for the Advancement of Science (AAAS) vor. Sie kommen damit auf deutlich mehr Todesfälle durch Smog und Co. als vorangegangene Studien: Bisher wurde die Zahl mit gut drei Millionen angegeben.

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Nicht nur Autoabgase und Kraftwerke, auch das Verbrennen von Kohle oder Holz setzen kleine Partikel in die Atmosphäre frei, die der Gesundheit schaden. Mehr als die Hälfte der Todesfälle tritt in Asien auf, allen voran China und Indien – zwei der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Das Forscherteam um Professor Michael Brauer geht davon aus, dass die Zahl der verfrühten Todesfälle durch Luftverschmutzung in den kommenden 20 Jahren trotz der Bemühungen um eine Reduktion der Emissionen weiter steigen wird.

Um die Lebensqualität und -erwartung der Menschen zu verbessern, müssten deutlich ehrgeizigere Ziele zum Umweltschutz gesetzt werden, fordern die Wissenschaftler. "Luftverschmutzung ist bei Weitem das größte Umweltrisiko für Krankheiten", sagt Brauer. Weltweit sei sie der vierthöchste Risikofaktor für einen vorzeitigen Tod. Gefährlicher sind den Untersuchungen zufolge nur noch hoher Blutdruck, Fehlernährung und Rauchen.

In ihrer Analyse stellten die Wissenschaftler heraus, dass 55 Prozent der Toten durch Smog in China und Indien zu verzeichnen waren. 1,6 Millionen Menschen starben demnach im Jahr 2013 in China an Luftverschmutzung – in Indien waren es 1,4 Millionen. In China trägt primär die Verbrennung von Kohle zur schlechten Luftqualität bei; 366.000 Tode seien hierauf zurückzuführen gewesen.

Zum Vergrößern bitte anklicken. Quelle: PR

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Die Todesfälle in Indien waren laut der Studie vor allem auf die Verbrennung von Holz, Dung und anderen Biomasse-Energieträgern zurückzuführen, um zu kochen und zu heizen. Millionen von indischen Familien, vor allem aus ärmeren Schichten, sind dadurch regelmäßig einer hohen Luftverschmutzung im eigenen Zuhause ausgesetzt.

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Wie hoch die Belastung ist, zeigen Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO: In ihren Richtlinien zur Luftqualität gibt sie die tolerierbare tägliche Partikel-Belastung mit 25 Mikrogramm pro Kubikmeter an. Zu dieser Jahreszeit liegt die tägliche Belastung in Peking und Neu-Delhi bei 300 Mikrogramm/Kubikmeter und mehr. Das entspricht 1200 Prozent der WHO-Richtlinie.

"Das Besondere an der Luftverschmutzung ist, dass man davor nicht davonlaufen kann – man kann sich nicht davor verstecken", erklärt Brauer. "Und wenn wir die Qualität der Luft verbessern, profitiert jeder davon", ergänzt er. Saubere Luft sei daher ein "unglaublich effizienter Weg", die Gesundheit der Weltbevölkerung zu verbessern.

Die Forschungsarbeit ist Teil der "Global Burden of Disease"-Studie, einer internationalen Zusammenarbeit von Wissenschaftlern unter Leitung der University of Washington, die systematisch Gesundheits- und Risikofaktoren (wie etwa den Grad der Luftverschmutzung) in 188 Ländern zwischen 1990 und 2013 erhoben hat.

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