Luftverschmutzung: Smog raubt Pekingern den Atem

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Luftverschmutzung: Smog raubt Pekingern den Atem

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Die Luftverschmutzung in Peking ist auf gefährlich hohe Ausmaße gestiegen.

Rauchiger Smog hüllt Chinas Hauptstadt ein. Der Schadstoffindex schnellt in die Höhe. Die Behörden schlagen Alarm. Verzweifelt greifen die Pekinger zu Atemmasken. Droht eine neue Smogwelle?

Der schlimmste Smog dieses Winters hält die chinesische Hauptstadt Peking im Würgegriff. Die Luftbelastung kletterte am Donnerstag auf gefährliche Spitzenwerte, so dass die Behörden vor Aktivitäten im Freien warnten. Den rund 20 Millionen Pekingern wurde empfohlen, Atemschutzmasken zu tragen, wenn sie dennoch vor die Tür müssten. Der Index der US-Botschaft für den besonders gefährlichen Feinstaub kleiner als 2,5 Mikrometer (PM2,5) erreichte in der Nacht sogar 671 Mikrogramm. Das ist 26 Mal soviel wie der Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Es war das erste Mal in diesem Winter in Peking, dass die Luftwerte über den Spitzenwert von 500 kletterten, wo die Skala normalerweise endet. Beißender Kohle- und Schwefelgeruch lag in der Luft. „Meine Augen brennen, und ich habe ständig ein Kratzen im Hals“, klagte ein 24-jähriger Student. „Es ist furchtbar.“ Die Sonne kam kaum durch den Smog. Die Sichtweite reduzierte sich auf wenige hundert Meter, so dass vorsichtshalber mehrere Autobahnen wie etwa von Peking nach Shanghai, Harbin oder Pinggu gesperrt wurden.

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Der Klimawandel in Zahlen

  • 70.000km²

    Um 70.000 km² – das entspricht etwa der Größe Bayerns – ist der Eispanzer der Arktis in diesem Sommer gegenüber 2007 geschrumpft. 2050 könnte das nördliche Polarmeer im Sommer eisfrei sein.

  • Fast verfünffacht

    Fast verfünffacht hat sich die Zahl der Wetterkatastrophen in Nordamerika seit 1980. In Asien legte sie um das Vierfache, in Europa um das Zweifache zu.

  • Ein Drittel

    Rund ein Drittelsaurer sind die Meere geworden. Folge: Korallen, Muscheln und Fische wachsen langsamer. Bis 2100 könnte die Versäuerung um 150 Prozent steigen.

  • 0,4°C

    0,4°C ist die Erde seit 1980 wärmer geworden. Bis 2100 könnte sich das Klima um rund vier Grad aufheizen.

  • 5cm

    Um 5 cm sind die Meeresspiegel seit 1990 im Mittel gestiegen. Bei einer globalen Erwärmung um zwei Grad werden die Pegel wahrscheinlich um 2,7 m höher sein.

  • 15 Prozent

    Um 15 Prozent sinkt die Reisproduktion bis 2050 in den Entwicklungsländern als Folge der globalen Erwärmung. Bei Weizen werden 13 Prozent weniger geerntet werden.

Auch die Wolkenkratzer im zentralen Geschäftsviertel der Hauptstadt verschwanden im Smog, der nach amtlichen Angaben mindestens bis Freitag anhalten soll. Die Luftwerte waren seit Mittwochnachmittag plötzlich in die Höhe geschnellt und lagen auch am Donnerstagvormittag noch zwischen 400 und 500 auf dem Index. Trotz der gefährlich hohen Werte riefen die Behörden am Morgen vorerst nur die zweithöchste Alarmstufe „Gelb“ aus.

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Die hohen Luftbelastungen folgen fast genau ein Jahr auf den Mega-Smog im Januar 2013, als sogar Rekordwerte von mehr als 800 gemessen worden waren. Es ist die zweite Smogwelle seit Dezember, als Shanghai und weite Teile Zentral- und Ostchinas unter ungewöhnlich schwerer Luftverschmutzung litten. Der starke Kohlebrand in Haushalten im Winter, der Ausstoß der Heiz- und Kraftwerke sowie der wachsende Autoverkehr gepaart mit windstiller und ungünstiger Wetterlage lassen die Belastung mit Schadstoffen drastisch ansteigen.

Die hohe Luftverschmutzung durch Kohleverbrennung lässt rund 500 Millionen Menschen im Norden Chinas im Schnitt 5,5 Jahre früher sterben, wie eine Studie internationaler und chinesischer Forscher festgestellt hatte. Die Lebenserwartung verringert sich demnach mit einer zusätzlichen Belastung von 100 Mikrogramm Schwebstaub kleiner als zehn Mikrometer (PM10) pro Kubikmeter um drei Jahre - fünfmal mehr als frühere Berechnungen ergeben hatten.

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