Montafon: Erste Bergbahnbetreiber nutzen auch Solarstrom

Montafon: Erste Bergbahnbetreiber nutzen auch Solarstrom

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Ein Skifahrer hinterlässt Spuren im tiefen Schnee.

von Thomas Kuhn

Im österreichischen Ski-Tal Montafon setzen zwei Bergbahnbetreiber auf Sonnenstrom - mit ganz unterschiedlichen Konzepten, aber jeweils mit Erfolg. WirtschaftsWoche-Technik-Experte Thomas Kuhn ist mal vorbeigewedelt.

Man mag es nach den „grünen Weihnachten“ der vergangenen Tage kaum glauben. Aber der Schnee kam früh in diesem Jahr. Als die Reste des US-Hurrikans Gonzalo Mitte Oktober erst Europa und dann den Alpenraum erreichten, versank auch der Golm erstmals in dieser Wintersaison in hochalpinem Weiß. Zwar hat das Tauwetter vor den Feiertagen auch am „ersten Skiberg“ im österreichischen Montafon viel Schnee noch einmal schmelzen lassen. Doch spätestens mit dem aktuellen Frosteinbruch ist es auch bis in die Niederungen am Fuße des 2100 Meter hohen Skiberges ganz im Westen Österreichs wieder tief verschneit.

Und so herrscht auch wieder an einer der interessantesten Bergbahnkonstruktionen des Alpenraumes Hochbetrieb. Stunde um Stunde bringt die Hüttenkopfbahn in diesen Tagen auf der Nordseite des Bergs oberhalb des Örtchens Schruns stündlich bis zu 2400 Brettlfans von gut 1600 auf etwas über 2000 Meter Höhe.

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Dabei ist der Sechser-Sessellift nicht einmal so sehr wegen seiner schönen Abfahrten interessant. Vielmehr ist die Hüttenkopfbahn die erste im Alpenraum, die große Teile ihres Energiebedarfs mithilfe von Sonnenstrom deckt.

Die Solarmodule liefern das ganze Jahr Strom

Rund ein Drittel der in der Saison benötigten Antriebsenergie, so das Konzept des Betreibers, der Vorarlberger Illwerke, bei der Eröffnung des 2012 runderneuerten Lifts, sollte mithilfe erneuerbarer Quellen erzeugt werden. Eine Prognose, die die Anlage in den ersten beiden Betriebsjahren bestätigt hat. Die rund 312 Quadratmeter an installierten Solarmodulen in den Dachkonstruktionen von Berg- und Talstation sowie auf der nebenstehenden Abstellhalle für die Sessel, rechnet Michael Battlogg stolz vor, „lieferten jeweils rund 60.000 der im Winter benötigten rund 180.000 Kilowattstunden für den Betrieb der Hüttenkopfbahn“. Battlog ist stellvertretender Betriebsleiter der Bergbahnen am Golm.

Ein Drittel des Strombedarfs – das klingt fast zu gut angesichts der kurzen Tage im Winter und erst recht angesichts von Nebel und Schneefall. Kann das sein? Battloggs Antwort erinnert an die alten Radio-Eriwan-Witze: Im Prinzip ja, aber nur bei einer Ganzjahreskalkulation. Denn tatsächlich liefern die Solarmodule 365 Tage im Jahr Strom – benötigt wird er aber nur in der Skisaison.

Ein solcher Speicherbedarf, der jeden Privatnutzer bei seiner Photovoltaik-Anlage auf dem Dach vor unlösbare Aufgaben stellte, ist für die Illwerke kein Problem. Denn im Grunde ist der Betrieb des Skigebietes für das Unternehmen nur ein Nebengeschäft. Im Kern nämlich sind die Illwerke einer der großen österreichischen Stromversorger, und der kann den alpinen Sonnenstrom außerhalb der Skisaison ganz regulär in sein Netz einspeisen und verkaufen.

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