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Nachtflugverbot in Frankfurt: Tausende Passagiere verpassen Flüge

von Rüdiger Kiani-Kreß

Das Nachtflugverbot in Frankfurt hat Folgen für Passagiere: Schon 20.000 Passagiere blieben am Boden.

Unangenehme Alleinstellung - Frankfurts Flughafen-Chef Stefan Schulte Quelle: dapd
Unangenehme Alleinstellung - Frankfurts Flughafen-Chef Stefan Schulte Quelle: dapd

Längst mussten alle großen europäischen Flughäfen die Nachtflüge einschränken. Aber fast nirgendwo sind die Vorgaben so starr wie in Frankfurt, wo erst vor wenigen Monaten ein Nachflugverbot erlassen wurde. Das zeigt eine Studie des Weltflughafenverbands ACI. Die Folgen sind katastrophal: In den ersten Monaten dieses Jahres fielen am wichtigsten deutschen Luftdrehkreuz rund 80 startbereite Flüge aus. Die Maschinen brauchen wegen langer Wege am Airport bis zu einer halben Stunde zur Startbahn. Weil sie etwas zu spät dort ankamen, durften sie nicht abheben. Gestoppt werden alle Flüge, die nicht bis 23 Uhr gestartet sind. Insgesamt blieben fast 20.000 Passagiere am Boden, mehrere Tausend mussten sogar im Terminal übernachten.

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Beim weltweit jüngsten Pannenairport wird derzeit der fünfte neue Starttermin verhandelt. Die Liste der Mängel ist lang und reicht von mangelhaftem Brandschutz über zu kleine Check-in Schalter, falsch gepflanzte Bäume und nicht genehmigte Flugrouten.

Bild: dpa

Ausnahmen genehmigt das hessische Wirtschaftsministerium nur, wenn eine Fluglinie die Verspätung etwa wegen extrem schlechten Wetters nicht zu verantworten hat.

Lufthansa zieht Konsequenzen

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Allen voran leidet die Lufthansa unter dem Diktat, Frankfurts wichtigster Airlinepartner. Jetzt zieht sie Konsequenzen. Denn sie muss den gestrandeten Passagieren nicht nur Übernachtung und Entschädigung zahlen. In vielen Vielfliegerforen empfehlen Kunden bereits, Frankfurt als Umsteigeairport zu meiden. Anfang der Woche kündigte die Linie an, ihr Abendflug nach Kapstadt starte künftig in München. Die Airline flieht regelrecht vor dem Nachflugverbot, dem der Flughafen Frankfurt als Gegenleistung für den Bau einer weiteren Landebahn zustimmen musste.

Einziger Trost für Fraport-Chef Stefan Schulte: Münchens Bürger hatten vor drei Wochen gegen eine dritte Landebahn an ihrem Flughafen gestimmt. München stößt bald an seine Kapazitätsgrenze.

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