Naturkatastrophenbilanz 2014: Deutlich geringere Schäden durch Unwetter und Erdbeben

Naturkatastrophenbilanz 2014: Deutlich geringere Schäden durch Unwetter und Erdbeben

von Matthias Kamp

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re hat gute Nachrichten: Im vergangenen Jahr starben durch Naturkatastrophen deutlich weniger Menschen. Auch die Summe der Schäden ging merklich zurück.

„Dass die Naturkatastrophen im vergangenen Jahr weniger Menschenleben gekostet haben, ist bei aller Tragik im Einzelfall eine gute Nachricht“, sagt Thorsten Jeworrek, Mitglied des Vorstands beim Rückversicherer Munich Re. Insgesamt 7.700 Menschen verloren 2014 durch Wetterextreme und Erdbeben ihr Leben. Im Jahr zuvor waren es noch 21.000 gewesen.

Die Naturkatastrophen verursachten Schäden in Höhe von 110 Milliarden US-Dollar nach 140 Milliarden US-Dollar 2013. Das gab der weltweit größte Rückversicherer Munich Re bekannt. Versichert waren 2014 Schäden in Höhe von 31 Milliarden US-Dollar.

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Die bessere Bilanz ist nach Erkenntnissen der Munich-Re-Experten alles andere als Zufall. „Vielerorts funktionieren die Frühwarnsysteme besser“, sagt Jeworrek. Bei heraufziehenden Wetterkatastrophen brachten Behörden Menschen konsequent in Sicherheit. So geschehen etwa vor dem Auftreffen des Zyklons Hudhud auf die Ostküste Indiens und des Taifuns Hagupit auf die philippinische Küste.

Der Wirbelsturm Hudhud war die teuerste Naturkatastrophe des vergangenen Jahres. Der Zyklon verursachte Schäden von sieben Milliarden US-Dollar.

Umgestürzte Bäume, kaputte Autos und abgedeckte Häuser - das sind die Schäden die Versicherungen wegen Naturkatastrophen ausgleichen müssen. In 2014 kam weltweit eine Summe von 31 Milliarden Dollar zusammen.

Zur besseren Naturkatastrophenbilanz des vergangenen Jahres trug auch die deutlich unterdurchschnittliche Hurrikansaison im Nordatlantik bei. Dort bildeten sich nur acht starke Stürme, der langfristige Durchschnitt liegt bei elf. Dagegen war die tropische Wirbelsturmsaison im Ostpazifik von überdurchschnittlich vielen Stürmen geprägt, die meist aber nicht auf Land trafen.

Der Zyklon Hudhud zeigte, wie sinnvoll Maßnahmen der Behörden zur Schadensbegrenzung wirken. Hudhud erreichte am 10. Oktober über dem Golf von Bengalen seine größte Stärke und war mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 190 km/h ein Sturm der Kategorie vier von fünf. Am 12. Oktober traf er nahe der indischen Hafenstadt Visakhapatnam auf die Küste, einem wichtigen Wirtschaftszentrum der Region Andhra Pradesh mit zwei Millionen Einwohnern.

Teilweise fielen mehr als 120 Liter Regen pro Quadratmeter in 24 Stunden. Aufgrund der Warnungen des indischen Wetterdienstes hatten die Behörden etwa eine halbe Million Menschen evakuiert und in sichere Unterkünfte gebracht. Dadurch blieb die Zahl der Todesopfer für eine Katastrophe dieser Stärke mit 84 niedrig.

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Die niedrigeren Schäden im vergangenen Jahr dürfen nach Ansicht von Jeworrek nicht dazu führen, sich in Sicherheit zu wiegen. Insgesamt habe sich die Risikosituation nämlich nicht verändert. Jeworrek. „Es gibt keinen Anlass, für 2015 einen ähnlich gemäßigten Verlauf zu erwarten.“

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