Neue E-Bikes: Elektrofahrräder werden schlank und schick

ThemaMobilität

Neue E-Bikes: Elektrofahrräder werden schlank und schick

von Jürgen Rees

Viele Elektrofahrräder sind schwer, unförmig und klobig. Doch jetzt kommen neue E-Bikes auf den Markt - und die sind kaum noch zu erkennen. Das einzige Problem: Sie kosten mindestens 2000 Euro.

Wer im Siebengebirge nahe Bonn an Fußgängern und Normalradlern mit seinem E-Bike vorbeizieht, erntet im besten Fall mitleidige Blicke nach dem Motto "Na, geht's nicht mehr mit eigener Kraft?". Im schlimmsten Fall gibt es fundamentalistischen Zorn der Marke: "Hau bloß ab mit Deinem albernen Motorrad!"

Damit wir uns nicht missverstehen: Das ist keine Spezialität des Siebengebirges. Dasselbe passiert täglich im Schwarzwald, der Eifel, im Harz und im Flachland.

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Kleine E-Bike-Typologie

  • Pedelecs

    Pedelecs leiten ihren Namen aus den englischen Begriffen "Pedal, Electric Cycle" ab. Ein elektrischer Hilfsmotor unterstützt den Radler nur solange dieser in die Pedale tritt. Das Fahrrad darf nicht mehr als 250 Watt Leistung bereitstellen und nicht schneller als 25 km/h sein.

    In vielen Bundesländern ist für Pedelecs mindestens die Mofa-Prüfbescheinigung erforderlich. Sie steht Fahrern ab 15 Jahren offen und umfasst eine theoretische und praktische Ausbildung sowie eine Theorie-Prüfung. Personen, die vor dem 01. April 1965 geboren wurden, benötigen aber lediglich einen Personalausweis. Die Mofa-Prüfbescheinigung ist in den Motorradführerscheinen A, A1 und A2 sowie im Pkw-Führerschein der Klasse B (früher Klasse 3) enthalten.

    Für Pedelecs ist nur dann keine eigene Haftpflichtversicherung notwendig, wenn sie in der Privathaftpflicht enthalten ist. Oft sind in alten Verträgen Elektroräder aber nicht enthalten. Dann ist eine schriftliche Bestätigung vom Versicherer anzufordern, dass Pedelecs im Vertrag eingeschlossen sind.

    Es besteht keine Helmpflicht.

  • S-Pedelecs

    Schnelle Pedelecs sind sogenannte "S-Pedelecs", auch Schweizer Klasse genannt. Sie unterstützen den Fahrer durch den bis zu 500 Watt starken Elektromotor bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Auch hier arbeitet der Motor nur, wenn der Fahrer in die Pedale tritt.

    Für den Betrieb ist bei S-Pedelecs ein Versicherungskennzeichen erforderlich. Im Straßenverkehr benötigt der Fahrer die Fahrerlaubnis für Kleinkrafträder der Klasse M. Seit 19. Januar 2013 heißt diese Klasse AM und ist in den Motorradführerscheinen sowie im Pkw-Führerschein der Klasse B (früher Klasse 3) enthalten. Die Klasse AM steht Personen ab 16 Jahren offen und schließt sowohl eine theoretische als auch praktische Prüfung ein.

    S-Pedelecs werden wie Kleinkrafträder eingestuft und dürfen nicht auf dem innerstädtischen Radwegnetz fahren. Außerhalb geschlossener Ortschaften dürfen S-Pedelecs nur Radwege benutzen, wenn diese durch das Zusatzschild "Mofas frei" für den Kraftverkehr freigegeben sind.

    Es besteht Helmpflicht.

  • E-Bikes

    Im Gegensatz zu Pedelecs und S-Pedelecs besitzen E-Bikes einen maximal 500 Watt starken Antrieb, der unabhängig vom Tritt in die Pedale funktioniert. Über einen Drehgriff oder Schalter am Lenker steuert der Fahrer die Motorleistung des bis zu 20 km/h schnellen E-Bikes. Höhere Geschwindigkeiten sind vom Tritt in die Pedale abhängig.

    E-Bikes gelten wie S-Pedelecs als Kleinkraftrad und benötigen ein Versicherungskennzeichen sowie eine Betriebserlaubnis. Das Führen des E-Bikes setzt mindestens eine Mofa-Prüfbescheinigung voraus.

    Es besteht Helmpflicht.

Ob die verärgerten Zeitgenossen nun der Neid auf die Eigner der 2000 bis 3000 Euro teuren Elektroräder plagt oder ob sie der puristische Blick auf das Zweirad umtreibt, sei dahin gestellt.

Wahr ist: Viele Elektrofahrräder sehen leider immer noch so aus, als ob der Praktikant einen Elektromotor und die Akkus an ein Rad geschraubt hätte. Heraus kommt in der Anmutung eher eine Art Rentnermobil: Klobig, unförmig und meist deutlich über 20 Kilogramm schwer. Sie entzaubern den Fahrer schneller als faule Socke als er vorbeiradeln kann.

Richtig peinlich wird es, wenn der Akku unterwegs aus Versehen leer ist. Aus ist es dann mit der elektrischen Unterstützung. Stattdessen hat man ein mehr als 20 Kilogramm schweres Ungetüm unter dem Hintern.

Nebenbei bemerkt: Den Elektrodrahtesel in den Fahrradkeller tragen oder eine Treppe hoch und runter? Vergessen Sie es. Die Dinger sind bislang so schwer und unhandlich, dass sich danach mit Sicherheit die Bandscheibe meldet. Doch jetzt naht Rettung.

Gekonnt versteckt

Die ersten Elektroräder in schön tauchen auf dem Markt auf. Rennräder, Cityräder oder sogar Mountainbikes sind darunter. Die Akkus und der Elektromotor sind teilweise so gekonnt versteckt, dass auch der zweite Blick nicht verrät, dass man mit elektrischer Unterstützung den Berg hochstrampelt.

E-Bike-Hype Vom Seniorenrad zum Lifestyle-Produkt

1,6 Millionen E-Bikes und Pedelecs rollen durch Deutschland. Häufig sind ihre Fahrer über 50. Jetzt wollen die Elektro-Radhersteller auch jüngere Radler auf den Geschmack bringen.

Quelle: Presse

Dass jetzt auch das Design eine immer größere Rolle spielt und Elektrofahrräder besser getarnt werden können, hat mehrere Ursachen: Die Batterietechnik entwickelt sich weiter, sie wird kleiner und leistungsfähiger. Zudem sind es nicht mehr nur die sogenannten "Silver Ager", die sich ein Elektrorad kaufen. Vor allem in den Städten interessiert sich eine zunehmend jüngere Zielgruppe für die Stromräder.

Kürzlich veröffentlichte Bosch eBike Systems, einer der größten Anbieter von Elektroantrieben für Zweiräder, eine Umfrage. Demnach kann sich fast ein Viertel der Erwerbstätigen vorstellen, künftig statt mit dem eigenen Auto mit einem E-Bike zur Arbeit zu fahren. Und diese Zielgruppe will meist ein frischeres Design.

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