Neuer UN-Klimareport: "Es kostet nicht die Welt, den Planeten zu retten"

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KommentarNeuer UN-Klimareport: "Es kostet nicht die Welt, den Planeten zu retten"

von Benjamin Reuter

Im dritten Teil des aktuellen Berichtes zum Stand der Erderwärmung beschreibt der Weltklimarat, wie die Erwärmung zu stoppen ist. Was der Report aber vor allem zeigt: Ernst nehmen die Regierungen der Welt das Expertengremium schon lange nicht mehr.

Was die Wissenschaftler, die alle paar Jahre im Auftrag des Weltklimarates (IPCC) der Vereinten Nationen einen gigantischen Bericht über den Klimawandel zusammenstellen, beim Feierabendbier an der Bar besprechen, ist nicht überliefert. Die Öffentlichkeit weiß also nicht, ob die Experten mit ihrer Arbeit zufrieden sind und ob sie tatsächlich Hoffnungen hegen, mit ihrem in mehrjähriger Arbeit gesammelten Wissen der Menschheit zu dienen.

 

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Was man aber weiß: Die Arbeit der Forscher, die mit dem ersten Weltklimabericht im Jahr 1990 begann, hat politisch bisher überhaupt nichts bewirkt. Das ist vielleicht die wichtigste Aussage des aktuellen Klimareports, den die Vereinten Nationen am Sonntag in Berlin vorgestellten. Bei der 2000 Seiten starken Untersuchung handelt es sich nunmehr um den dritten Teilbericht in kurzer Folge, den die UN-Experten Ende des Jahres zu einem Großwerk, der Synthese, zusammenfassen wollen. Der erste Teil erschien Ende 2013 und beschäftigte sich mit den wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels. Der zweite wurde Mitte März publiziert und beschrieb den Stand der Forschung zu den Folgen des Klimawandels.

 

Weltwissen auf 30 Seiten

Nun folgt der dritte Teil, der beschreibt wie die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen ist. Den Bericht erarbeiteten mehr als 250 Wissenschaftler unter der Leitung des deutschen Ökonomen Ottmar Edenhofer, Professor am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Für Politiker mit wenig Zeit für Lektüre haben Edenhofer und seine Mitarbeiter die 2000 Seiten des Reports mit seinen rund 10.000 Fußnoten auf eine Handlungsempfehlung von 30 DIN-A-4-Blättern eingedampft. Die wichtigste Erkenntnis dabei ist: Die wohl mehr als 10.000 Seiten an Klimaberichten, die der IPCC seit 1990 produziert hat, haben auf politischer Ebene kaum etwas bewirkt. Die Welt stößt heute mehr Treibhausgase aus als jemals zuvor. Der Anstieg beim CO2-Ausstoß ist in den letzten Jahren noch einmal gestiegen, trotz weltweiter Finanzkrise.

Erderwärmung Fünf Vorschläge für eine Politik, die das Klima wirklich rettet

Fünf Vorschläge, wie das Klima wirklich zu retten ist.

Wie ist das Klima wirklich zu retten? Quelle: dpa

In Zahlen liest sich das so: 2010 spuckten vor allem Kraftwerke, Autos und Fabriken 49 Gigatonnen Treibhausgase wie CO2 in die Atmosphäre - zwanzig Prozent mehr als im Jahr 2000. Die Gründe dafür sind vielfältig, wie Leitautor Edenhofer sagt. "Verantwortlich sind aber vor allem der zunehmende Energieverbrauch durch das Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum."

 

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