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Offshore-Technik: Schwimmende Windparks auf flachem Grund

von Steffen Ermisch Quelle: Handelsblatt Online

Eine neue Offshore-Installationstechnik soll auch bei geringer Meerestiefe funktionieren. Dresdner Forscher haben die schleppbare Anlage ausgetüftelt. Nun müssen sie Überzeugungsarbeit leisten.

Enercon

Das vom Windpionier Aloys Wobben gegründete Unternehmen im ostfriesischen Aurich ist unangefochtener Marktführer in Deutschland bei Anlagen auf dem Festland. Der Windanlagenhersteller installierte nach Angaben des Deutschen Windenergie-Institut (DEWI) in dem vergangenen Jahr 552 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1.189 MW. Das entspricht einem Marktanteil von 59,5 Prozent. Damit kann der Marktführer seine Position behaupten. Enercon verzeichnete 2010 mit etwa 60 Prozent auch den größten Anteil an neu installierter Leistung durch Windenergie. Der größte Konkurrent, das dänische Unternehmen Vestas, erzielte 2011 einen Marktanteil von rund 21 Prozent, 2010 waren es noch 15 Prozent.

Bild: dpa

Deutsche Ingenieure setzen Akzente in der Offshore-Technik. Das Dresdener Unternehmen Gicon tüftelt mit Wissenschaftlern der Unis Rostock und Freiberg an einer Tension-Leg-Plattform. Die Anlage kann komplett an Land gebaut und zum finalen Standort geschleppt werden.

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Kreuzförmig angeordnete Auftriebskörper werden dort einige Meter unter der Wasseroberfläche an schräg verspannten Seilen verankert. Die werden von dünnen Pfählen gehalten, die in den Meeresboden gebohrt sind.

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„Unsere Plattform erreicht dieselbe Stabilität wie eine feste Gründung“, verspricht Gicon-Chef Jochen Großmann. „Damit können wir auch Turbinen nutzen, die für feste Offshore-Gründungen konzipiert worden sind.“ Die Konstruktion braucht mit 20 Metern keine große Mindestwassertiefe.

Damit will Großmann auch Betreibern von Offshore-Windparks eine Alternative bieten: „Finanziell werden wir bereits im Tiefenbereich bis 50 Metern mit festen Gründungen konkurrieren können.“ Einen Prototypen will Gicon im Frühjahr 2014 zu Wasser lassen. Marktreif soll das Fundament in drei Jahren sein.

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Bis dahin wird Großmann noch Überzeugungsarbeit leisten müssen. Ausgerechnet hierzulande herrscht Skepsis. Als „unausgegoren“ tut etwa Willi Balz, Chef des Windparkentwicklers Windreich, die schwimmenden Systeme ab. „Es wirken enorme Kräfte auf die Windräder. Durch das immense Trägheitsmoment des Rotors bekommt man das schwimmend nicht stabil hin.“

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