Offshore: Windparkbauer zittern um Investoren

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Offshore: Windparkbauer zittern um Investoren

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Der Bau von Offshore Windparks geht immer schneller.

von Meike Lorenzen

Das Errichten von Offshore-Windparks geht immer schneller. Die Branche ist bereit für große Folgeaufträge. Doch die Strompreisbremse und Probleme beim Netzanschluss verschrecken Investoren für Folgeaufträge.

Deutschlands Windpark-Bauer sind schnell geworden sind. Wie sehr das Tempo beim Bau von Offshore-Anlagen angezogen hat, lässt sich seit einigen Monaten in Bremerhaven beobachten: Im prasselnden Regen liegt dort das Errichterschiff "Innovation" am Kai der ABC-Insel. Ingenieure und Crew eilen über das Deck. Sie schieben sich an den gekennzeichneten Linien entlang, stets ein Auge auf den grauen Himmel gerichtet. Jederzeit könnte ein 900 Tonnen schweres pyramidenförmiges Fundament über ihren Köpfen auftauchen. Tripoden nennen die Fachleute diese, die ein Spezial-Kran an Bord hievt. Drei Stück passen an Deck. Wo sie genau stehen sollen, ist dort auf den Boden gemalt. Dazu kommen neun Pfähle, sogenannte Piles, zum Befestigen der Fundamente. Alles hat seinen Platz. Vom Tauchroboter bis zum Vorschlaghammer. Kein Meter wird verschenkt.

Seit vergangenem September ist die "Innovation" im Einsatz und bringt Tripoden für den 400-Megawatt-Windpark Global Tech I aufs Meer. 180 Kilometer vor die Küste Bremerhavens, hinter der Grenze des Naturschutzparks Wattenmeer, entsteht hier ein weiterer kommerzieller Nordsee-Windpark. Vierzig Meter tief ist das Wasser. Um die Offshore-Anlage mit ihren 80 Anlagen errichten zu können, musste ein Schiff wie die "Innovation" überhaupt erst erfunden werden. Was die Branche hier in den vergangenen Monaten geleistet hat, ist Pionierarbeit.

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"Wir haben eigene Leute an jeder Schlüsselposition. Und die Abläufe werden immer geschmeidiger", sagt Stefan Woltering, Mitglied der Geschäftsleitung bei Hochtief. Das Bauunternehmen betreibt die 200 Millionen Euro teure "Innovation". "Das Laden der Tripoden hat zu Beginn noch fast sechs Tage gedauert", erzählt Woltering. Weil Zeit Geld ist, haben vom Ingenieur bis zum Facharbeiter alle Mitarbeiter aller beteiligten Unternehmen an dem Prozess Verbesserungsvorschläge eingebracht. Inzwischen sind die Fundamente in nicht einmal zwei Tagen an Bord.

Der logistische Aufwand dahinter ist gigantisch. Im Werk des Bremerhavener Unternehmens Weserwind werden die Tripoden gebaut. Der Bremer Logistikkonzern BLG bringt die tonnenschweren Bauteile fertig zusammengeschweißt an den Kai der ABC-Insel. Eigens für diesen Prozess hat der Logistik-Konzern einen 70 Meter langen und 32 Meter breiten Spezial-Ponton entwickelt, auf dem die Fundamente über das Wasser vom Werk zur Insel transportiert werden.

Auf dem Ponton ist ein Schwerlast-Schienensystem angebracht, über das sich die schweren Teile einfach auf die Kaikante schieben lassen. Dort werden sie auf einer 3.400 Quadratmeter großen Spezialplatte geparkt, bis der Kran sie an Bord hievt. Allein um die Logistik an Land möglich zu machen hat die BLG nach eigenen Angaben im Vorfeld weit mehr als 20 Millionen Euro in die Logistik investiert. Nur wenn der Betrieb so weiter läuft wie bisher, könnten sich die Kosten binnen zehn Jahren amortisiert haben.

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