
Nun trägt Sodastream den Flaschenkrieg auch nach Deutschland. Das israelische Unternehmen stellt Geräte her, mit denen man selbst Wasser aufsprudeln kann. Seit einigen Jahren wirbt das Unternehmen dafür mit Käfigen, die mit leeren Plastikflaschen gefüllt sind. Am Montag wird Sodastream solch einen Flaschenberg auch vor dem Hauptbahnhof in Frankfurt am Main aufstellen.
Das ist ein Affront gegen Coca Cola, denn unter den 2000 Plastikflaschen befinden sich auch zahlreiche Exemplare des Getränkeriesen. Die Anwälte des weltgrößten Limonadenherstellers haben sich bereits über die Werbung beschwert und Sodastream aufgefordert, den Käfig am Flughafen Johannesburg zu entfernen.
Doch die Israelis weigern sich. „Wenn Coca-Cola seinen Müll zurückhaben möchte, können sie ihn haben“, sagt Sodastream-Chef Daniel Birnbaum, dann solle sie den aber auch überall einsammeln. „Die Deutschen denken hier gibt es kein Umweltproblem“, sagt Birnbaum. Doch 80 Prozent der nichtalkoholischen Getränke in Deutschland seien Einwegflaschen und auch Mehrweg sei wegen des Transports ökologisch nicht ideal.
Bild: obsDie deutschen Brauereien schaffen es weder in puncto Marktanteile noch bei den tatsächlich produzierten Mengen in die internationalen Top-Ten. Auch die Fußball-WM im Jahr 2010 konnte die Jahresbilanz nicht retten. Vor zwei Jahren setzten alle in Deutschland ansässigen Brauereien 98,3 Millionen Hektoliter Bier ab. Das waren nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes rund 1,7 Millionen Hektoliter oder 1,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Auch 2011 litten die Brauereikonzerne an der insgesamt schwierigen Marktlage. Dementsprechend wenige deutsche Brauer schaffen es überhaupt unter die globalen Branchengrößen: Immerhin unter die ersten Vierzig der weltgrößten Brauereien gelangte Bitburger. Das Unternehmen hatte 2010 einen Marktanteil von müden 0,4 Prozent am weltweiten Ausschank von 1.846 Millionen Hektoliter und landete damit auf Platz 37 der Branchenübersicht des Hopfenhändlers Barth-Haas Group. Bitburger verdeutlich, was für alle deutschen Brauereien gilt: Sie können international nicht mithalten. Den Anschluss an den Weltmarkt hätten die Unternehmen trotz des guten Rufs der deutschen Biere verpasst, meinen Branchenkenner.
Bild: dpaNur wenig besser schneidet Oettinger ab. Die Bayern standen 2010 mit einem Marktanteil von 0,4 Prozent auf Platz 33. Damit gehört Oettinger in Deutschland noch zu den großen Brauern. Die meisten der etwa 1.200 Betrieben sind klein und in Familienhand. Zuletzt wuchs auch die Zahl der Kleinstbrauereien, die ihr Produkt nur in einer Gaststätte anbieten. In Deutschland ist Radeberger Spitze; weltweit reichte es für den 22. Platz. Die Gruppe, die mehr als 40 Biermarken in allen Regionen Deutschlands vermarktet, hielt einen Anteil von 0,7 Prozent am Weltmarkt.
Bild: GemeinfreiPlatz zehn: Efes
Efes, der Marktführer aus Istanbul, ist auch außerhalb der Türkei bekannt. Im vergangenen Jahr produzierte das Unternehmen 2,3 Milliarden Liter Bier.

Platz neun: Groupe Castel
Der französische Konzern Groupe Castel vertreibt über die afrikanische Brauer BGI in 20 Ländern der Welt Bier. 2,5 Milliarden Liter braute der Konzern vergangenes Jahr, Hauptstandbein der Groupe Castel ist allerdings Wein.
Bild: REUTERSPlatz acht: Yanjing
Die chinesische Brauerei Yanjing erreichte mit einem Marktanteil von 2,7 Prozent Rang 8. Im Jahr 2011 braute Yanjing mehr als 5,5 Milliarden Liter Bier. Asien gilt als Wachstumsmarkt, auch für die Brauer. Deutsche Unternehmen sind hier kaum präsent.
Bild: APPlatz sieben: Molson Coors
Im Jahr 2010 hielt Molson-Coors 2,6 Prozent Marktanteil. Das US-amerikanische und kanadische Unternehmen fiel im Vergleich zum Vorjahr um zwei Plätze zurück. Vergangenes Jahr braute Molson-Coors, zu denen auch die osteuropäische Gruppe Starbev und die tschechische Marke Staropramen gehört, 6,2 Milliarden Liter Bier.
Bild: APPlatz sechs: Tsingtao
In China wird besonders oft Tsingtao getrunken, die Marke des gleichnamigen Unternehmens. Der Erfolg auf dem riesigen Heimatmarkt brachte der chinesischen Brauerei einen weltweiten Marktanteil von 3,5 Prozent ein, 2011 braute das Unternehmen rund 7,3 Milliarden Liter Bier.
Bild: APPlatz fünf: China Resources Breweries
Auch der fünfte Platz geht an die offensichtlich trinkfreudigen Chinesen und die China Resources Breweries. Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke "Snowbeer". Weltweit lag das Unternehmen mit einem Marktanteil von 5,1 Prozent und meh als 100 Millionen Hektolitern Bier auf Platz 5.
Bild: PressePlatz vier: Carlsberg
Die schwierige Lage auf seinem wichtigsten Markt in Russland beschert dem dänischen Brauereikonzern Carlsberg nur einen stagnierenden Gewinn. Damit reicht es auch 2011 nicht aufs Siegerpodest der größten Brauereien der Welt. Im vergangenen Jahr stellte Carlsberg mit seinen Marken Tuborg, Holsten, Astra und Lübzer 12 Milliarden Liter Bier her, im Jahr 2010 erreichte das Unternehmen einen Marktanteil von 6,2 Prozent .
Bild: REUTERSPlatz drei: Heineken
Auch wenn es sich mancher deutsche Biertrinker schwer vorstellen mag: Die Welt trinkt Heineken. Der niederländische Bierbrauer erreichte 2010 einen Marktanteil von 7,9 Prozent, 2011 stellte das Unternehmen 17 Milliarden Liter Bier her. Damit ist Heineken die weltweit drittgrößte Brauerei. Künftig will Heineken die Asia Pacific Breweries (Tiger-Bier) übernehmen, was sie führ die zweitplatzierten gefährlich machen könnte.
Die deutschen Brauereien schaffen es weder in puncto Marktanteile noch bei den tatsächlich produzierten Mengen in die internationalen Top-Ten. Auch die Fußball-WM im Jahr 2010 konnte die Jahresbilanz nicht retten. Vor zwei Jahren setzten alle in Deutschland ansässigen Brauereien 98,3 Millionen Hektoliter Bier ab. Das waren nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes rund 1,7 Millionen Hektoliter oder 1,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Auch 2011 litten die Brauereikonzerne an der insgesamt schwierigen Marktlage. Dementsprechend wenige deutsche Brauer schaffen es überhaupt unter die globalen Branchengrößen: Immerhin unter die ersten Vierzig der weltgrößten Brauereien gelangte Bitburger. Das Unternehmen hatte 2010 einen Marktanteil von müden 0,4 Prozent am weltweiten Ausschank von 1.846 Millionen Hektoliter und landete damit auf Platz 37 der Branchenübersicht des Hopfenhändlers Barth-Haas Group. Bitburger verdeutlich, was für alle deutschen Brauereien gilt: Sie können international nicht mithalten. Den Anschluss an den Weltmarkt hätten die Unternehmen trotz des guten Rufs der deutschen Biere verpasst, meinen Branchenkenner.
Mit seinen Aktionen lenkt Sodastream die Aufmerksamkeit auf einen Dauerstreit zwischen Getränkeindustrie und Umweltaktivisten: Welche Flaschen sind am umweltfreundlichsten? In Deutschland hat sich dabei ein komplexes System etabliert. Einerseits gibt es seit Jahren einen ausgefeilten Mehrwegflaschenkreislauf, andererseits wurde mit dem grünen Punkt und der Einführung des Dosenpfandes auch ein umfangreiches System zum Recycling von Einwegflaschen etabliert.
Doch seit der damalige Umweltminister Jürgen Trittin im Juli 2003 in einem Netto-Markt in Berlin-Pankow den ersten Pfandautomaten einweihte, sind manche Probleme eher mehr geworden. Der Pfand von 25 Cent auf Dosen und Einwegflaschen sollte Kunden abschrecken und so die Mehrwegquote stärken, doch das Gegenteil ist eingetreten. Damals hatten Mehrwegflaschen noch einen Marktanteil von 64 Prozent, inzwischen ist er auf unter 50 Prozent gesunken. Viele Nutzer halten die Flaschen mit dem 25-Cent-Pfand fälschlicherweise für Mehrweg.
Verdacht einer einmaligen Pfand-Schummelei
Die Probleme zeigen sich auch im jüngsten Streitfall zwischen Radeberger und der Deutschen Umwelthilfe. Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH) Jürgen Resch fordert einen vorläufigen Verkaufsstopp für das Bier Corona Extra, noch bis Mittwoch läuft das Ultimatum. Wenn Radeberger nicht eine Unterlassungserklärung unterzeichnet und aufhört, Corona als Mehrwegflaschen zu vertreiben, „werde ich sofort vor Gericht gehen“, droht Resch.
Es geht um den Verdacht einer bisher einmaligen Pfand-Schummelei. Darum, ob das von der Radeberger-Gruppe vertriebene Trend-Bier aus Mexiko rechtswidrig mit nur acht statt 25 Cent Pfand belegt ist und so mehr Käufer findet. Das Unternehmen weist das zurück. Es gibt seit der Veröffentlichung der Vorwürfe am Mittwoch aber Widersprüche. Es geht um die Frage, ob Corona-Flaschen tatsächlich als Mehrwegflasche genutzt werden.
Radeberger ist hier auch auf korrekte Angaben seines Partners angewiesen, der Grupo Modelo, die Corona produziert. Die lässt via Madrid wissen, dass alle Flaschen aus Deutschland über Antwerpen zurück nach Guadalajara in Mexiko verschifft, dort gespült und mit Bier wiederbefüllt würden. Joaquin Ávalos von der Grupo Modelo in Guadalajara sagt hingegen, dass keine Flasche zurückkäme.
„Die Flaschen nach Mexiko zu transportieren wäre doppelt bis drei Mal so teuer, wie neue Glasflaschen zu produzieren“, sagt Resch, „ökonomisch geht das gar nicht“. Und selbst im Internet bewirbt Radeberger die Flaschen als Einwegflaschen, die mit 25 Cent Pfand zu belegen sind.
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