Rentabilität gefährdet: Windturbinen klauen sich gegenseitig den Wind

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Rentabilität gefährdet: Windturbinen klauen sich gegenseitig den Wind

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Die Windgeneratoren können sich bei der Stromerzeugung gegenseitig behindern.

Der Boom von Meereswindparks könnte ihre Rentabilität gefährden. Forscher warnen, dass sich die Turbinen den Wind stehlen. Über die Angst vor geringeren Erträgen und abspringenden Investoren.

Wenn Radrennfahrer beim Giro d’Italia, der Tour de France oder der Deutschland Tour über den Asphalt rasen, dann gilt: Je näher am Vordermann, desto besser. Der Windschatten schont Oberschenkel und Waden. 15 bis 30 Prozent weniger Kraft, ergaben Versuche, müssen Radler aufwenden, wenn sie in der Windschleppe der Vorderleute fahren.

Welche Offshore-Windparks den Netzanschluss bekommen oder warten müssen

  • Bard Offshore 1

    Der Windpark von Projektierer BARD wird als einiger der wenigen termingerecht ans Netz gehen.

    Leistung: 400 Megawatt

  • Borkum Riffgat

    Der verhältnismäßig kleine Windpark von Projektierer EWE/Enova soll termingerecht ans Netz angeschlossen werden können.

    Leistung: 108 Megawatt

  • MEG 1

    MEG 1 ist einer von drei Windreich-Projekten. Der Windpark soll termingerecht seinen Netzanschluss bekommen.

    Leistung: 400 Megawatt

  • Global Tech 1

    Der Windpark ist bereits in Bau und geht dank eines Interimsanschlusses termingerecht ans Netz.
    Projektierer: Windreich
    Leistung: 400 Megawatt

  • Deutsche Bucht

    Ebenfalls dank Interimsanschluss geht der dritte Windreich-Park "Deutsche Bucht" termingerecht ans Netz.

    Leistung: 273 Megawatt

  • Veja Mate

    Der Park von Projektierer BARD bekommt einen Interimsanschluss. Geht aber mit ca. 12 Monaten Verspätung ans Netz.

    Leistung: 400 Megawatt

  • Borkum West 2

    Der Windpark von Trianel befindet sich im Bau. Auf den Netzanschluss müssen die Betreiber rund 6 Monate warten.

    Leistung: 400 Megawatt

  • Dan Tysk

    Der Vattenfall-Windpark muss sechs Monate auf seinen Netzanschluss warten.

    Leistung: 288 Megawatt.

  • Butendiek

    Die Mühlen von Projektierer wpd gehen ebenfalls mit rund sechs Monaten Verspätung ans Netz.

    Leistung: 288 Megawatt

  • Borkum Riffgrund 1

    Der Park von Projektierer Dong muss ein halbes Jahr auf den Netzanschluss warten.

    Leistung: 277 Megawatt

  • Meerwind Süd/Ost

    Der Windpark befindet sich im Bau.
    Verzögerung beim Netzanschluss: rund 12 Monate
    Projektierer: Wind MW
    Leistung: 288 Megawatt

  • Nordergründe

    Verzögerung beim Netzanschluss: ca. 12 Monate
    Projektierer: Energiekontor
    Leistung: 111 Megawatt

  • Nordsee Ost

    Der Windpark befindet sich im Bau.
    Verzögerung beim Netzanschluss: mehr als 12 Monate

    Projektierer: RWE
    Leistung: 295 Megawatt

  • Baltic 2

    Der Windpark befindet sich im Bau.
    Verzögerung beim Netzanschluss: mehr als 12 Monate
    Projektierer: EnBW
    Leistung: 288 Megawatt

  • Amrumbank West

    Verzögerung beim Netzanschluss: mehr als 12 Monate
    Projektierer: E.On
    Leistung: 288 Megawatt

Doch was beim Sportler den Energieverbrauch senkt, könnte für einen der großen Hoffnungsträger der Energiewende zum Problem werden. Schließlich vermindert Windschatten umgekehrt die Energieausbeute jener Windturbinen, die künftig, von Nordseebrisen angetrieben, grünen Windstrom in deutsche Stromnetze speisen sollen. Bis 2030 will die Bundesregierung Anlagen mit 20 bis 25 Gigawatt Leistung in Nord- und Ostsee installieren lassen.

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Es sind wahre Giganten, die diese Energiemengen produzieren. Der Generator M5000 von Areva Wind etwa wiegt mit 345 Tonnen so viel wie 70 Elefanten, sein Rotor hat einen Durchmesser von 116 Metern. 80 dieser Riesen werden im Windpark Global Tech I in der Nordsee verankert und maximal 400 Megawatt Leistung liefern. Im Sommer soll der erste Strom fließen.

Im Fall von Global Tech I dürften sich die Erwartungen vorerst erfüllen. Immerhin stehen die Rotoren noch ziemlich einsam in der deutschen Nordsee. Doch neue Studien wecken Zweifel, ob die Prognosen von Politik und Betreibern nicht zumindest auf lange Sicht überzogen sind. Denn spätestens mit der zweiten Ausbauwelle ab 2017 werden die verfügbaren Flächen vor Deutschlands Küsten knapper – und die Generatoren dichter zusammenrücken.

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Quelle: Presse

Im schmalen Sektor der Nordsee sollen die Anlagen in den nächsten Jahren zu einem riesigen Turbinenforst zusammenwachsen – von mehr als 100 Quadratkilometer Fläche. Bisher liegen Windparks in der Deutschen Bucht mit ihren Westwinden primär an östlichen Standorten. Künftig ändert sich das. Dann würden westlichere Windparks den östlicheren den Wind wegnehmen, sagt Dirk Briese, Geschäftsführer der Bremer Beratungsfirma trend:research: „Das wirkt sich auch auf den Gewinn aus.“

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