Schiefergas-Förderung: Fracking - die unabsehbare Gefahr aus der Tiefe

Schiefergas-Förderung: Fracking - die unabsehbare Gefahr aus der Tiefe

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Die Suche nach Schiefergas hat die USA vom Gas-Importeur zum Gas-Exporteur werden lassen.

von Meike Lorenzen

Die Energieversorgung der Deutschen steht vor einer radikalen Umwälzung. Neben Wind- und Solarenergie sollen auch die guten alten Bohrkräne wieder vermehrt zum Einsatz kommen. Denn neue Techniken erschließen bislang unerreichbare Gasquellen in der Tiefe. Die Fördermethoden rufen Kritiker auf den Plan.

2013 will der Erdgasförderer Exxon Mobil endlich ein Loch bohren dürfen. So simpel dieser Wunsch des Energiekonzerns klingt, das Vorhaben ist zu einer echten Mammutaufgabe geworden. Konkret geht es um einen Antrag für Probebohrungen im westfälischen Nordwalde. Dort will der Energiekonzern Gesteinsproben entnehmen, um zu testen, ob die Förderung von sogenanntem Schiefergas (shale gas) hier überhaupt möglich ist. Die Region ist eine von etlichen Stätten in ganz Deutschland, wo sich das sogenannte unkonventionelle Gasvorkommen bergen lässt.

Dazu wird meist die sogenannte Fracking-Methode genutzt, und die ist heftig umstritten. Landespolitik und Bürgerinitiativen wehren sich gegen den Wunsch das Loch zwecks Probenentnahme bohren zu dürfen. Dabei wird in Deutschland bereits seit über 50 Jahren gefrackt. Ein Drittel der heimischen Erdgasförderung wäre ohne Fracking gar nicht möglich, heißt es seitens Exxon Mobil.

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Ein Blick über den großen Teich

Das ganze Thema ist komplex und betrifft Verbraucher, Unternehmer und Politiker. Um zu verstehen, was das besondere an Schiefergas ist, lohnt sich ein Blick nach Nordamerika. Vor allem im Osten der USA ist Erdgas seit etwa 2008 „the big thing“. An über 400.000 Orten im ganzen Land wird das Marcellus-Schiefergas aus Kilometern Tiefe unter der Erde an die Oberfläche befördert. Das „billige Gas“ hat die Vereinigten Staaten zum größten Erdgasproduzenten der Erde gemacht und den Energiemarkt des Landes komplett umgekrempelt. Präsident Barack Obama frohlockte öffentlich: „Wir haben 600.000 neue Jobs geschaffen und Energie für mehrere hundert Jahre unter unseren Füßen.“

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Die Amerikaner heizen und kochen nun mit eigener Energie. Quasi über Nacht sind die USA vom Importeur zum Exporteur geworden. Experten halten das Gasfeld unter der Erdoberfläche der Staaten Pennsylvania, Ohio, New York und New Jersey für das zweitgrößte Vorkommen der Welt. Theoretisch ließe sich damit drei Jahre lang die gesamte Erde mit Energie versorgen. Nur das Feld zwischen dem Iran und Katar am Persischen Golf ist noch ergiebiger. Entsprechend fleißig sind die Gassucher in Amerika. Etliche Firmen haben bereits an über 2500 Stellen in Pennsylvania nach Gas gesucht. Für eine sogenannte Probebohrung fallen Kosten in Höhe von etwa 1,5 Millionen US-Dollar an. War die Sucher erfolgreich, folgen etwa 20 Millionen Dollar Einnahmen. Bis 2011 waren 40 Prozent der Bohrungen erfolgreich.

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