Schnelles Vergnügen mit hoher Unfallgefahr: Das brummende Geschäft mit dem E-Bike-Hype

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Schnelles Vergnügen mit hoher Unfallgefahr: Das brummende Geschäft mit dem E-Bike-Hype

von Felix Ehrenfried

Das E-Bike setzt seinen Siegeszug fort, die Absatzzahlen hierzulande steigen beständig. Doch eine Untersuchung zeigt: Jene, die ein E-Bike fahren, können mit dem schnellen Untersatz nicht richtig umgehen.

Der Erfolg von Fahrrädern mit Trittunterstützung ist ungebrochen. Zählte man vor wenigen Jahren mit seinem E-Bike noch zu einem Exot oder traute sich mit dem Gefährt nicht auf die Straße, da ihm ein Renterimage anhaftete, ist das Fahrrad mit Motor heute durch alle Gesellschaftsbereiche hindurch verbreitet. Nicht nur Rentner nutzen die Möglichkeiten des Motors, schneller von A nach B zu kommen, auch Mountainbiker freuen sich über mehr Reichweite auch an steilen Hängen. Jüngst erklärte eine junge Mutter im Gespräch, dass sie sich auch ein E-Bike anschaffen wolle "um den Fahrradanhänger mit dem Nachwuchs schneller ziehen zu können."

Auch die Absatzzahlen sprechen eine klare Sprache: Wurden nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) 2011 noch 330 000 E-Bikes abgesetzt, hat sich diese Zahl im Jahr 2012 um 50.000 auf 380.000 verkaufte E-Bikes erhöht. Das entspricht einer Steigerung von knapp 15 Prozent, mittlerweile machen E-Fahrräder schon rund zehn Prozent am Gesamtmarkt für Fahrräder aus.

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Der steigende Absatz in Verbindung mit einer breiteren gesellschaftlichen Akzeptanz dürfte damit auch der Grund sein, wieso immer weitere Marken in das Geschäft um die summenden Fahrräder einsteigen. Wurde der Markt vor wenigen Jahren noch von etablierten Marken wie Pegasus oder Riese & Müller dominiert, versuchen heute immer mehr Unternehmen, von denen man es erst einmal nicht erwartet, ihre Elektrorädern an den Kunden zu bringen. So präsentierte jüngst die österreichische Motorradschmiede KTM ihr erstes E-Bike und der elektronische Drahtesel von Audi namens "Wörthersee" hat bei Youtube bald schon eine halbe Millionen Klicks gesammelt.

Mobilität Der Siegeszug des E-Bikes

Früher Rentnergefährt, bald schon Statussymbol? Das E-Bike wird bei den Deutschen immer beliebter. Über den neuen schnellen Fahrradspaß ohne Anstrengung.

Quelle: dpa

Aber was ist der Unterschied zwischen einem E-Bike und einem Pedelec? Hierzulande werden die Begriffe häufig als Synonym verwendet, streng genommen unterscheiden sich E-Bike und Pedelec jedoch in ihrem Antriebskonzept. Während ein E-Bike einfach ein Fahrrad mit angebautem Elektromotor ist, also auch vorantreibt ohne dass der Fahrer tritt, ist ein Pedelec lediglich mit einer Trittunterstützung ausgestattet. Werden die Pedale also nicht genutzt, treibt auch der Elektromotor das Fahrrad nicht an. Hierzulande sind vor allem Pedelecs beliebt, nach Angaben des ZIV machen diese rund 95 Prozent Marktanteil aus. Der Rest sind E-Bikes, die ähnlich einem Motorrad den Fahrer auch ohne eigenes Zutun durch die Lande schieben.

Der hohe Marktanteil von Pedelecs dürfte zwei Gründe haben. Zum einen werden nur Pedelecs, die den Fahrer bis maximal 25 Stundenkilometer unterstützen und eine Dauerleistung des Motors von 250 Watt aufweisen, noch als Fahrrad gewertet. Alles was schneller, leistungsstärker oder ohne Trittunterstützung auskommt, ist kein Fahrrad mehr und benötigt ein Kennzeichen der Fahrer einen Helm. Das geht es aus einem Beschluss des Verkehrsgerichttags in Goslar im Januar 2012 hervor. Außerdem entfällt dann auch das Privileg der Fahrradwegnutzung.

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