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Schottlands Energiewende: Windpark statt Edelresort

von Ingmar Höhmann Quelle: Handelsblatt Online

2020 will Schottland seine ganze Energie aus Erneuerbaren beziehen. Offshore-Windkraftanlagen sind dabei wesentlicher Baustein. Gegen die Pläne für neue Windparks kann selbst ein Donald Trump nichts ausrichten.

Schottland bietet beste Bedingungen für die Stromproduktion auf hoher See. Quelle: dpa
Schottland bietet beste Bedingungen für die Stromproduktion auf hoher See. Quelle: dpa

KölnDer Immobilienmogul Donald Trump hat in Schottland Großes vor: Für 750 Millionen Pfund entsteht bei Aberdeen ein Golfklub der Extraklasse, eingerahmt von einem exklusiven Fünf-Sterne-Hotel und teuren Nobelvillen. Eigentlich sollten in fünf Monaten die ersten Gäste den Schläger schwingen, doch nun kommt dem Projekt der Boom der Offshore-Windkraft in die Quere.

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Keine drei Kilometer vor der Küste soll eine Windfarm entstehen: Elf Türme, jeweils doppelt so hoch wie der Big Ben, werden dann von den Sandstränden nahe dem Golfklub aus zu sehen sein.

Milliardär Trump hat nun kurzerhand den Bau des Edelresorts gestoppt - die Windmühlen verschandeln seiner Ansicht nach die Aussicht. Doch seine Einwände gegen das Offshore-Projekt haben wenig Aussicht auf Erfolg. Denn Schottland strebt nicht nur die politische Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich an, sondern auch die wirtschaftliche.

Die Marktführerschaft bei Offshore-Windkraftanlagen ist dabei ein wesentlicher Baustein. Schottland will im Jahr 2020 seine ganze Energie aus Erneuerbaren beziehen, und die Chancen dafür stehen nicht schlecht: Nur Dänemark hat in Europa ähnlich günstige Windverhältnisse.


Auch England setzt verstärkt auf Windkraft

Schottland schreitet in Sachen Windkraft voran, und auch weiter südlich gerät das Thema zunehmend in den Fokus der Politik. Nachdem die Regierung 2011 die Solarförderung drastisch gekürzt hat, bleibt ihr nur noch eine Möglichkeit für die angekündigte Energiewende - der Ausbau der Windkraft. Erst im November hat das britische Energieministerium verkündet, wie es mit der Offshore-Förderung bis 2017 weitergehen wird.

"Aus Sicht der Offshore-Windbranche sieht es ganz gut aus", sagt Steffen Ehninger, Repräsentant von Germany Trade and Invest in London. "Die Projekte, die bis 2017 durchgewunken werden, haben die Förderung bis 2037 sicher."

Die Regierung plant, dass im Jahr 2020 Onshore- und Offshore-Anlagen mit einer installierten Leistung von 31 Gigawatt das Land mit Strom versorgen sollen. Angesichts des rapiden Ausbaus ist es nicht unwahrscheinlich, dass dieses Ziel erreicht wird - vor wenigen Wochen wurde mit der Windfarm Ormonde in der Irischen See die Sechs-Gigawatt-Grenze geknackt.

Das wohl größte und bekannteste Projekt ist derzeit "London Array". Die Windfarm kostet zwei Milliarden Pfund und soll ausreichend Strom für 750.000 Häuser produzieren. In diesem Jahr soll der erste Teil der Offshore-Farm stehen. Bei der Technik sind die Briten noch auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen: Die Importquote liegt bei über 80 Prozent, ein großer Teil des Know-hows stammt aus Deutschland.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 10.02.2012, 12:02 UhrAnonymer Benutzer: juergen

    Keine Windfarm kann X Haushalte "versorgen". Der Wind entspricht nie exakt dem Bedarf. Baut Schottland Speicher? Gibt es Backupkraftwerke? Strebt Schottland die Energieversorgung aus EE nur rechnerisch an? Wer macht die Leistungsregelung, welche meines Wissens nur mit Umrichtern nicht gemacht werden kann? Wie sieht die Spannungs- bzw. Blindleistungsregelung aus?

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