Solarflieger Piccard : Ohne Treibstoff um die Welt

Solarflieger Piccard : Ohne Treibstoff um die Welt

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Bertrand Piccard feiert nach seinem zwanzig Stunden langen Flug mit dem Solarflugzeug die Ankunft am Flughafen Rabat in Marokko

von Sebastian Matthes

Bertrand Piccard will mit einem Solarflugzeug die Welt umrunden. Mit dem erfolgreichen Flug von Madrid nach Marokko ist ein wichtiger Test gelungen.

Bertrand Piccard hat es geschafft. Mit einem erfolgreichen Transkontinentalflug hat sein mit Sonnenenergie betriebenes Flugzeug seine Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Die „Solar Impulse“ mit der Flügelspannweite einer Boeing 777 hob am Dienstagmorgen in Madrid ab und setzte nach 20 Stunden Flug in der Nacht in der marokkanischen Hauptstadt Rabat auf. „Das war wohl der schönste Flug meines Lebens“, sagte Piccard nach der Landung in Rabat. „Schon als Kind habe ich davon geträumt, ohne Treibstoff zu fliegen.“

In einer ersten Etappe war die mit 12.000 Solarzellen auf ihren immensen Flügeln ausgestattete Maschine vergangene Woche vom schweizerischen Payerne nach Spanien geflogen. Der Transkontinentalflug umfasste eine Gesamtstrecke von 2.500 Kilometern.

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Angetrieben durch Silizium

Piccard träumt davon, in seinem Solarflieger die Welt zu umrunden. Sein in Kunststoff gegossener Traum vom treibstofffreien Fliegen ist eine freche Herausforderung der Physik. Mit 1,6 Tonnen wiegt das Experimentalflugzeug nur so viel wie ein Mittelklassewagen. Doch von der einen Flügelspitze zur anderen misst es 63 Meter, so viel wie ein Jumbojet. Die Tragflächen machen fast 90 Prozent des Fliegers aus und verleihen ihm einen ungeheuren Auftrieb.

Die Siliziumzellen sind das Herzstück des Fliegers. Sie treiben die vier Propellermotoren an, die das Flugzeug nach dem Start auf bis zu 8500 Meter Höhe bringen. Zugleich laden sie die Batterien, aus denen die Motoren nachts gespeist werden. Weil die Akkus weniger Strom liefern als die Zellen, drehen sich die Propeller bei Dunkelheit langsamer. Der Flieger geht nach Sonnenuntergang in den Sinkflug. Schiebt sich die Sonne erneut über den Horizont, steigt er wieder.

Gewitter umfliegen

Dabei muss der Pilot unter allen Umständen vermeiden, in Gewitter zu geraten. Ein Sturm könnte den superleichten Flieger zu Boden reißen. Natürlich, sagt Piccard, habe er Angst vor gefährlichen Situationen. „Ich bin ein Erforscher, kein Stuntman“, sagte er der WirtschaftsWoche schon vor seinem ersten Testflug 2010.

Doch der Tod fliegt seitdem immer mit. Freunde von ihm sind bei Flugmanövern umgekommen. Auch ihn hätte es beinahe erwischt: Als junger Mann verlor er bei einem Looping die Kontrolle über seinen Gleitflieger. In letzter Sekunde konnte er den Fallschirm öffnen. „Furcht“, sagt Piccard, „ist nützlich. Sie bringt einen dazu, sich besser vorzubereiten.“

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