Solarindustrie: Maschinenbauer stürzen ins Auftragsloch

Solarindustrie: Maschinenbauer stürzen ins Auftragsloch

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Auftragseinbrüche erreichen die Solarmaschinenbauer.

von Mario Brück

Die Überkapazitäten bei den Herstellern von Solarzellen und -modulen bringen nun auch die bislang florierenden deutschen Maschinen- und Anlagenbauer in Schwierigkeiten. Manche planen bereits Kurzarbeit.

Der Start ins Jahr verhieß Großes: Die Umsätze der deutschen Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen für die Solarindustrie schnellten im ersten Quartal 2011 um 96 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr in die Höhe. Der Auftragseingang wurde sogar mehr als verdoppelt.

Zwar war der Ordereingang in den beiden Quartalen davor noch besser. Aber: „Eine leichte Beruhigung der Auftragslage zum Beginn des Jahres war durchaus zu erwarten“, sagte Florian Wessendorf, Projektleiter Fotovoltaik beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) Anfang Juli in Frankfurt.

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Binnen weniger Monate ist jedoch die leichte Beruhigung einer schweren Unruhe gewichen. Die Auftragslage verkehrte sich dramatisch, es hagelt Stornierungen, die Orderbücher sind leer gefegt, Aufträge werden verschoben.

Auftragslage bricht ein

Branchenweit ist die Zahl der Auftragseingänge um mehr als die Hälfte eingebrochen – auf das niedrigste Niveau seit Mitte 2009. Die Überkapazitäten bei den Solarzellen- und Modulherstellern schlagen nun auf die Ausrüster zurück, die Maschinen- und Anlagenbauer.

Der Grund für den Auftragseinbruch ist sonnenklar: der Solarboom der vergangenen beiden Jahre. Vor allem in Asien kauften unzählige Seiteneinsteiger wie Elektrotechnikfirmen und Energiekonzerne schlüsselfertige Maschinenparks in Deutschland, um Solaranlagen zu produzieren und vom Boom zu profitieren.

Zu den Stärken der Deutschen gehört, dass sie einsatzbereite Anlagen anbieten können. Erst dies ermöglichte vielen Branchenfremden den Einstieg. Asiatische Konkurrenten sind bisher weitgehend auf die Herstellung von Einzelanlagen als Teil von Fertigungslinien beschränkt.

Schlechte Nachrichten überall

Doch die Zell- und Modulbauer haben im Boom viel zu viel produziert. Jetzt sind die Läger voll, die Preise im Keller – und das alles bei sinkender Nachfrage und bröckelnden Einspeisevergütungen. Angesichts dessen war es nur eine Frage der Zeit, dass auch die Nachfrage nach den Maschinen einbrechen würde.

Nun ist es also so weit. Die Hiobsbotschaften aus den Reihen der deutschen Maschinenbauer wie Centrotherm Photovoltaics, Manz oder Roth & Rau, die zur Jahresmitte vom Schweizer Technologiekonzern Meyer Burger übernommen worden waren, häufen sich.

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