Solarstrom: Solarworld will Kunden unabhängig vom Stromnetz machen

Solarstrom: Solarworld will Kunden unabhängig vom Stromnetz machen

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Eine Solaranlage ist am Mittwoch, 3. Maerz 2010, in Dresden, Sachsen, auf dem Dach eines Hauses zu sehen. Der Bundestag hat ueber eine Kuerzung der Subventionen fuer Solaranlagen entschieden. (apn Photo/Matthias Rietschel) Solar energy cells fixed on the roof of a residential building are seen in Dresden, Germany, Wednesday, March 3, 2010. (apn Photo/Matthias Rietschel)

Wer eine Solaranlage auf dem Dach hat, kann nur einen kleinen Teil seines Stroms selbst verbrauchen - bisher. Das Bonner Unternehmen Solarworld will nun ein Selbstversorgungspaket auf den Markt bringen und die Kunden mit dem Traum nach einer Unabhängigkeit vom Stromnetz ködern.

Das Paket soll in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen und aus einer Batterie zum Speichern von Strom und einem sogenannten Datenlogger bestehen. Dieses Gerät registriert, wie viel Solarstrom die Anlage gerade produziert, wie viel Strom der Haushalt gerade verbraucht und überträgt diese Daten ins Internet. Der Anlagenbetreiber kann diese Daten dann von überall abrufen, zum Beispiel vom Laptop oder auch vom Handy aus. Dritter Bestandteil des Pakets ist ein Programm, mit dem der Nutzer seine Waschmaschine von unterwegs aus einschalten kann, wenn besonders viel Sonnenstrom vom Dach kommt.

Solarworld verspricht sich eine große Nachfrage. „Der Wunsch nach einer autarken Stromversorgung ist bei den Menschen stark ausgeprägt“, sagt Unternehmenschef Frank Asbeck. Zwar müssen Waschmaschine, Trockner & Co. nachgerüstet werden, damit man sie wirklich von unterwegs aus einschalten kann. Trotzdem meint Asbeck, in die richtige Richtung zu gehen: „Wir machen den Stromverbrauch zu Hause transparent. Viele wissen ja gar nicht, wo die Stromfresser sind.“

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Den Preis seines neuen Angebotes will er noch nicht verraten. Klar ist: der teuerste Posten wird die Batterie sein, die Solarworld zurzeit in Kooperation mit dem Essener Technologiekonzern Evonic und weiteren Partnern entwickelt. Der früher bekanntgegebene Preis von 3000 Euro für eine 3 Kilowatt-Anlage war nach Unternehmensangaben wohl untertrieben. Daher will Solarworld die Batterie subventionieren, aber nur in der Anfangszeit: „Die Batteriekosten werden sinken und der Strom vom Versorger wird immer teurer werden“, so Asbeck. „Deswegen wird sich die Anschaffung immer lohnen.“

Regierung will Eigenverbrauch stärken

Mit seinem Vorstoß reagiert Asbeck auf eine Änderung der Förderung, die Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) im Sommer durchsetzen will. Die Vergütung für den eingespeisten Solarstrom soll von derzeit bis zu 39 Cent pro Kilowattstunde auf maximal 33 Cent sinken. Das ist ein Abschlag von 16 Prozent.

Die Förderung  für den Eigenverbrauch soll aber schwächer sinken – von derzeit 43 Cent auf 39 Cent. Wer also seinen Solarstrom zunehmend selbst verbraucht, wäre von der Kürzung weniger betroffen. Neben Solarworld hat auch der Hamburger Modulbauer Conergy angekündigt, den Eigenverbrauch bei seinen Kunden zu stärken.

Momentan verbrauchen Anlagenbetreiber zwischen 20 und 30 Prozent ihrer Elektrizität selbst. Manche Experten halten sogar 40 Prozent für möglich, wenn die Menschen ihr Verhalten leicht ändern. Asbeck hat da ganz andere Visionen: „Mit unserem Paket können die Kunden bis zu 80 Prozent ihres Stroms selbst nutzen.“

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