Stiftung Warentest: Gerätehersteller tricksen für den Umsatz

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Stiftung Warentest: Gerätehersteller tricksen für den Umsatz

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Ein Arbeiter montiert Waschmaschinen.

Eine Studie der Stiftung Warentest hat ergeben, dass Gerätehersteller die Lebensdauer ihrer Geräte nicht bewusst verkürzen. Um mehr Produkte zu verkaufen, greifen sie in eine ganz andere Trickkiste.

Entgegen häufiger Vermutungen bauen die Hersteller von Elektrogeräten nicht gezielt Schwachstelen ein, damit sie früher kaputt gehen. Dennoch planen sie die Lebensdauer ihrer Produkte sehr gezielt. Je teurer ein Gerät ist, desto länger soll es auch halten. Frei nach dem Motto: Qualität hat ihren Preis. Zu dem Ergebnis ist die Stiftung Warentest im Zuge einer Auswertung gekommen.

Danach lässt sich die sogenannte geplante Obsoleszenz – also der frühzeitige, gezielte Verschleiß von Produkten – nicht belegen. Vor allem Haushaltsgeräte sollen nicht schneller kaputt gehen als früher. Um den Umsatz anzukurbeln, setzen die Hersteller stattdessen auf hohe Reparaturkosten, fest eingebaute Akkus und fehlende Ersatzteile. Insgesamt werden die Geräte gerne so konzipiert, dass sie sich nicht mehr reparieren lassen.

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Auch planen die Hersteller nach Angaben der Stiftung Warentest schon bei der Produktion, wie lange ein Gegenstand halten soll. Der Kunde weiß beim Kauf jedoch nicht, welche Lebensdauer für das jeweilige Produkt angesetzt wurde. Allgemein gelte, dass günstigere Geräte tatsächlich auch öfter kaputt gingen, als teure. So sei bei Waschmaschinen unter 550 Euro, Akkubohrern unter 50 Euro und Staubsaugern unter 80 Euro die Gefahr groß, dass die Geräte schneller kaputt gehen.

Schneller Verschleiß Studie: Elektrogeräte werden absichtlich schlecht gebaut

Der Drucker streikt, die Waschmaschine ist schon wieder kaputt: Alles reines Kalkül, ergab eine Studie. Hersteller bauen demnach absichtlich "Schwachstellen" ein, um Verbraucher schneller zum Ersatz-Kauf zu zwingen.

Ausrangierte Fernseher und Monitore in einem Sammelcontainer für Elektroschrott. Die Grünen fordern schärfere Vorschriften für die Hersteller, um "eingebaute Schwachstellen" in Elektrogeräten zu vermeiden. Quelle: dpa

Immer griff diese Regel im Test aber nicht. Als kostspielige Reinfälle entpuppten sich eine Espressomaschine für 985 Euro und eine Küchenmaschine für 340 Euro.

Außerdem wird mit günstigen Preisen spekuliert. Kostet ein DVD-Player zum Beispiel nur 40 Euro, wird ein Konsument ihn vermutlich eher entsorgen und einen neuen anschaffen. Eine Reparatur würde sich in seinen Augen kaum lohnen. Die Stiftung Warentest ruft hier zu Eigeninitiative auf. Etliche Produkte ließen sich vermutlich mit etwas Engagement noch reparieren. Dabei unterstützen in den großen Städten immer mehr Selbsthilfe-Gruppen, die sich im Netz unter www.repaircafe.de präsentieren.

Die Kritik an den Herstellern hatte zuletzt im Frühjahr die Grünen-Bundestagsfraktion geschürt. In einer Untersuchung listeten damals Experten zahlreiche Beispiele auf, bei denen die Industrie täuschen oder tricksen würde.

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