Strafzölle: Chinesischer Solarriese fürchtet sich vor Handelskrieg

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Strafzölle: Chinesischer Solarriese fürchtet sich vor Handelskrieg

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"Den Weg, den die USA da einschlagen, wird nicht nur die gesamte Industrie spüren, sondern, schlimmer noch, auch der amerikanische Konsument", so Yingli-Solar-Chef Miao

von Matthias Kamp

Der Vorstandschef von Yingli Solar, Miao Liansheng, erwartet, dass Peking als Antwort auf die US-amerikanischen Strafzölle für chinesische Solarmodule neue Handelsschranken errichtet.

WirtschaftsWoche: Herr Miao, haben Sie eigentlich auf Ihrem Haus in China eine eigene Fotovoltaikanlage?

Miao Liansheng: Auf meinem Privathaus habe ich Solarmodule. Auch unser Hotel, das zur Firma gehört, ist mit Fotovoltaikanlagen ausgestattet.

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Lohnt sich das überhaupt, wo in China doch die Verbraucher nicht wie in Deutschland für die Einspeisung teuren Solarstroms eine Extra-Umlage bezahlen müssen?

So ein System der Einspeisevergütung wie bei Ihnen gibt es in China noch nicht. Aber die Behörden beginnen, etwas Ähnliches einzurichten. Einzelne Provinzen wie Hebei im Norden oder Tibet fördern den Einsatz von Fotovoltaik in Privathaushalten bereits. In Tibet etwa schießt die Regierung bis zu 80 Prozent der Kosten für die Anlage und Installation zu.

Solarindustrie Irrsinnige Strafzölle gegen Chinas Solarriesen

Die USA haben Strafzölle gegen chinesische Solarmodule erlassen. Ein erfolgsversprechendes Modell ist das nicht. Im Gegenteil: Es könnte die Krise der Solarbranche noch verstärken - auch in Europa.

Die Vorherrschaft der chinesischen Solarmodulhersteller wird mit Strafzöllen allein nicht aufzuhalten sein. Quelle: Reuters

Schwierig wird es für Ihr Unternehmen in den USA, wo die Regierung Strafzölle auf Module aus China eingeführt hat. Wie schwer trifft sie das?

Den Weg, den die USA da einschlagen, wird nicht nur die gesamte Industrie spüren, sondern, schlimmer noch, auch der amerikanische Konsument. Der muss nämlich jetzt deutlich mehr bezahlen für die Solarpanels auf seinem Hausdach. Egal, ob Europa, Amerika oder China: Jeder sollte seine Türen weit öffnen und von Handelsbeschränkungen die Finger lassen.

Der Drahtzieher hinter den Zöllen ist Frank Asbeck, der Chef des deutschen Herstellers Solarworld. Haben Sie je mit ihm gesprochen?

Noch nie. Wenn ich ihn aber einmal treffen würde, würde ich ihm sagen, dass er mit solchen Initiativen am Ende nichts erreichen wird.

Gibt es Wege für Yingli, die US-Zölle zu umgehen?

Wir haben uns auf solche Aktionen aus Washington seit 2010 vorbereitet. Beispielsweise kaufen wir jetzt in Taiwan Solarzellen ein und fallen damit nicht mehr unter die US-amerikanischen Zollvorschriften.

Erwarten Sie Racheakte der chinesischen Regierung auf die US-Strafzölle?

Ja, ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass Peking neue Zölle auf Schweine-, Rind- und Hühnerfleisch aus den USA einführt. Das wäre dann ein Handelskrieg, und davor fürchte ich mich.

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