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Strahlung: Die Langzeitschäden von Fukushima

von Susanne Kutter

Welche Schäden hat die Strahlung aus Fukushima angerichtet? Forscher sind den Langzeitfolgen des Atomunfalls mit neuen Analysemethoden auf der Spur.

Ein Mädchen wird in der Nähe des Kernkraftwerkes Daiichi in Fukushima auf Strahlung untersucht Quelle: dapd
Wegen Platzmangels in Japan wird bereits untersucht, ob die evakuierten Opfer des Atomunfalls in Fukushima zurückkehren können. Quelle: dapd

Kein Mensch sei bisher wegen der radioaktiven Strahlung des Reaktorunfalls in Fukushima gestorben, sagt der Würzburger Klinikdirektor Christoph Reiners, ehemaliger Leiter des WHO-Kollaborationszentrums für medizinische Vorsorge bei Strahlenunfällen. Das ist im Vergleich zur Reaktor-Havarie im ukrainischen Tschernobyl vor 26 Jahren die gute Nachricht. Dort starben 28 Mitarbeiter den direkten Strahlentod, die Opfer im weiteren Umkreis des Meilers werden auf gut 9000 Tote geschätzt.

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Die schlechte Nachricht für Japan ist: Die betroffene Region ist so dicht besiedelt, dass eine dauerhafte Evakuierung der Bevölkerung unrealistisch ist. Schon wird erörtert, ob die vor den Strahlen geflüchteten Bewohner bei einer Strahlenbelastung von 100 Millisievert zurückkehren können. Das entspricht etwa der 100-fachen natürlichen Strahlendosis. Umso dringender stellt sich die Frage, welchen Gesundheitsgefahren sich Menschen bei einer langfristig erhöhten Strahlenbelastung aussetzen.

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Analyse im Zeitraffer

Da die Lebensspanne vieler Tierarten wie etwa Heuschrecken, Feuerwanzen oder Rauchschwalben viel kürzer ist als die des Menschen und sie sich auch schneller vermehren, sind Krebserkrankungen und Erbgutschäden an ihnen wie im Zeitraffer zu beobachten. Seit dem Reaktorunfall untersucht der kanadische Biologe Timothy Mousseau deshalb regelmäßig Tiere aus der verstrahlten Region.

Bei ähnlichen Studien in Tschernobyl hatte er festgestellt, dass die dort überlebenden Vögel viel kleinere Gehirne hatten. In Fukushima nimmt der Forscher auch Gewebe- und Spermaproben für genetische Untersuchungen. Mit dem deutschen Biotech-Unternehmen Qiagen entwickelt er daraus Testmethoden für Strahlenfolgen beim Menschen. Vorerst raten Forscher vor einer Rückkehr der Bevölkerung ab.

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2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 15.08.2012, 13:34 Uhrvandale

    Ergänzung...Aktuell liegen die Gammastrahlenwerte in der Evakuierungszone um Fukushima etwa so hoch wie im Schwarzwald. Jahresdosiswerte von 100mSv werden sicherlich nicht erreicht. Abseits einer religiösen Angst vor dämonischen Atomstrahlen gibt es keine Gründe die Zone nicht unverzüglich wieder zu besiedeln.

    Gem. UNSCEAR wird es durch die Reaktorunfälle von Fukushima in der Region soviele Krebstote geben wie ohne die Reaktorunfälle auch.

    Vandale

  • 12.03.2012, 15:50 UhrOPS

    "Strahlenbelastung von 100 Millisievert zurückkehren können. Das entspricht etwa der 100-fachen natürlichen Strahlendosis."

    100 Millisievert pro was? Ich nehme mal an, hier ist pro Jahr gemeint. 100 mSv/a sind aber nicht die 100-fache natürliche Strahlendosis.
    Die natürliche Strahlendosis schwankt auf der Erde von Ort zu Ort. In Deutschland und Japan beträgt sie etwa 2mSv/a. In einigen Regionen Europas kann sie auf bis zu 10mSv/a steigen. An der brasilianischen Atlantikküste und einigen Teilen Indiens gibt es Regionen die 50 mSv/a und im Iran Regionen mit bis zu 200mSv/a natürlicher Strahlendosis.
    Diese Gebiete sind seit Jahrtausenden bewohnt und es gibt keine erhöhten Raten an Krebs oder Missbildungen.

    Bei einer Strahlenbelastung von 100mSv/a steigt die Krebswahrscheinlichkeit um etwa 1%, das ist unterhalb des statistisch erfassbaren.

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