Stromnetz: Die nächste Großbaustelle der Energiewende

ThemaEnergiewende

Stromnetz: Die nächste Großbaustelle der Energiewende

von Dieter Dürand

Damit die lokalen Stromnetze unter der Last des Ökostroms nicht in die Knie gehen, müssen sich Stadtwerke einiges einfallen lassen. Eine mögliche Lösung: "Kästen mit Köpfchen".

Wenn Urlauber vom Schloss Neuschwanstein oder den Gipfeln der Allgäuer Alpen hinunter ins Tal schauen, erblicken sie ein Meer bläulich schimmernder Solaranlagen auf Häusern und Scheunen. An sonnigen Tagen schießen aus ihnen riesige Strommengen in die örtlichen Stromkabel. Die Energie in geordnete Bahnen zu lenken ist für den regionalen Energieversorger, das Allgäuer Überlandwerk (AÜW) in Kempten, zu einer echten Herausforderung geworden. Die Techniker in der Leitstelle haben mitunter alle Hände voll zu tun, damit das Netz nicht unter der Last des Grünstroms in die Knie geht. Dessen Erzeugung schwankt zudem stark und ist nur in Grenzen vorhersehbar, was die Sache noch schwieriger macht.

Vor dem gleichen Problem stehen Stadtwerke landauf, landab in Deutschland. Ob hoch im Norden in Oldenburg, in einer Großstadt wie Frankfurt oder in der ländlichen Idylle um Kempten – überall kämpfen sie darum, die elektrische Spannung in ihren Verteilnetzen hin zu den Haushalten, Gewerbebetrieben und Büros stabil zu halten und einen Kollaps zu vermeiden. Trotz der rasch wachsenden Strommengen, die Windräder und Fotovoltaikmodule zeitweise in die Leitungen einspeisen. Vergangenes Jahr stammte laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft mit 23,4 Prozent schon fast ein Viertel der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen.

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Wie das deutsche Stromnetz funktioniert (Klicken Sie für eine detaillierte Ansicht bitte auf die Grafik)

Die Integration von Wind- und Sonnenstrom in die örtlichen Stromnetze ist die nächste Großbaustelle der Energiewende. Schon jetzt ist klar: Die Aufrüstung mit Kabel und Transformatoren wird wiederum Milliarden Euro verschlingen. Kosten, die am Ende jeder Stromkunde über seine Energierechnung mitbezahlt.

Damit die Verbraucher wegen der ausufernden Strompreise nicht noch mehr meutern als bisher, muss der Ausbau der örtlichen Verteilnetze möglichst preiswert erfolgen. Tatsächlich – das ist die gute Nachricht – führen Netzausrüster wie Siemens, Intel, Schneider Electric und 3M gerade Innovationen wie intelligente Transformatoren und Kabelstränge ein, die das notwendige Investitionsvolumen erheblich begrenzen könnten.

Um das zu erreichen, wollen die Konzerne die tumben Ortsnetzstationen – immerhin mehr als 557.000 bundesweit – zu vielseitigen Schaltzentralen umbauen. Ausgestattet mit Sensoren und moderner Kommunikationstechnik, wissen diese dann stets genau, was in den Leitungen gerade passiert. Auf Basis dieses Wissens können die Energieversorger ihre Netze besser auslasten und die Ströme so lenken, dass die Gefahr von Blackouts der Stromversorgung nicht steigt. Unter dem Strich erspart ihnen das, viele zusätzliche Kabel zu verlegen.

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