Studie zu Gesundheitsfolgen: Macht Fracking krank?

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Studie zu Gesundheitsfolgen: Macht Fracking krank?

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Gegen Fracking gibt es viele Proteste.

von Marc Etzold

US-Forscher warnen in einer neuen Studie vor den Gesundheitsrisiken durch Fracking. Die Resultate sind umstritten. Doch was bedeutet die amerikanische Untersuchung für Deutschland?

Macht Fracking krank? Dieser Frage sind Wissenschaftler der renommierten Yale Universität und der Universität von Washington nachgegangen. Das Ergebnis: Menschen, die in der Nähe einer Fracking-Bohrstelle leben, berichten häufiger von Haut- und Atemwegserkrankungen als andere.

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Für Fracking-Gegner ist die Studie ein weiteres Argument, warum die Technologie verboten werden sollte. Allerdings zweifeln die Forscher selbst, was die Ursachen für die Beschwerden sind.

Doch der Reihe nach: Für die Studie wurden die Erkrankungen von 492 Personen in 180 zufällig ausgewählten Haushalten in Pennsylvania statistisch überprüft. Im Südwesten des US-Bundesstaates gibt es über 600 Erdgasbohrlöcher.

Beim Hydraulic-Fracturing-Verfahren, kurz Fracking, wird Gestein in 1000 bis 5000 Metern Tiefe mit Hilfe eines Gemischs aus Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck aufgebrochen und Gas aus den tiefen Schichten gewonnen. In den Vereinigten Staaten hat die Technologie zu einem Boom dieser sogenannten unkonventionellen Förderung geführt.

Was hinter „Fracking“ steckt

  • „Fracking“ - umstrittene Förderung von Erdgas

    Das umstrittene „Fracking“ wird seit mehreren Jahrzehnten zur Gewinnung von Erdgas aus Gesteinsporen eingesetzt. Bei dem „Hydraulic Fracturing“ wird Gestein in 1000 bis 5000 Metern Tiefe mit hohem hydraulischen Druck aufgebrochen.

  • Künstliche Fließwege

    Um das Gas fördern zu können, werden künstliche Fließwege geschaffen. Dazu wird ein flüssiges Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepresst, so dass Risse im Gestein entstehen. Durch sie entweicht das Gas und gelangt schließlich an die Oberfläche.

  • Gefahr für das Grundwasser

    Unter den Chemikalien sind auch gefährliche Stoffe, die bei unsachgemäßer Verwendung Mensch und Umwelt gefährden können. Kritiker weisen darauf hin, dass der Chemikalien-Cocktail bei Bohrpannen oder dem Durchstoßen von Wasserspeichern ins Grundwasser gelangen kann. Auch das Umweltbundesamt äußert Bedenken.

  • Beherrschbarkeit des Verfahrens

    Energiekonzerne wie ExxonMobil betonen dagegen die Beherrschbarkeit des Verfahrens: Jeder Eingriff („Frac“) werde durch eine stabile Ummantelung der Bohrung von der Umwelt getrennt.

  • Lagerstätten in Deutschland

    In Deutschland wird das Gas in „unkonventionellen Lagerstätten“ vor allem in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Nord-Hessen und dem Oberrheingraben vermutet.

  • ... und in der Welt

    Über das weltweit größte Vorkommen verfügt laut einer Studie des US-Energieministeriums China, danach kommen die USA und Argentinien. In den USA sind die Energiepreise durch die massive Erschließung von Gasvorkommen eingebrochen - allerdings gibt es Berichte über massive ökologische Folgen.

39 Prozent derer, die weniger als einen Kilometer von Fracking-Bohrstellen wohnen, hatten mit Atemwegserkrankungen zu kämpfen – darunter Husten und juckende Augen. Wer zwei Kilometer entfernt lebt, klagte noch zu 18 Prozent über die Symptome. Auch Hautreizungen traten gehäuft auf. 13 Prozent derer, die im Umkreis von zwei Kilometern wohnen, hatten damit zu kämpfen. Bei denen, die weiter weg wohnten, waren es nur drei Prozent.

Die Autoren der Studie sind sich einigen Mängeln bewusst. So wurden die Bewohner rund um die Bohrstellen nicht von Ärzten untersucht. Sie berichteten die Gesundheitsprobleme selbst – ohne Überprüfung von Fachleuten. Zudem sei es möglich, so die Wissenschaftler, dass die Erkrankungen auf andere Ursachen zurückzuführen sind.

Risikotechnologie Umweltbundesamt will Fracking unterbinden

Die umstrittene Förderung von Schiefergas wird intensiv diskutiert. Nun will das Umweltbundesamt das sogenannte Fracking praktisch unmöglich machen. Die Risiken der Technologie gelten als hoch.

Auch in Deutschland wird gegen Fracking protestiert. Quelle: dpa

Dietrich Borchardt vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung hatte in den Jahren 2011 und 2012 eine groß angelegte Risikostudie zur Umweltverträglichkeit der Fracking-Technologie durchgeführt. Er bezweifelt die Aussagekraft der US-Untersuchung. Mit Blick auf die kleine Datenbasis könne sie „maximal als Indiz verstanden werden“, sagt Borchardt. Die Gesundheitsprobleme könnten auch durch andere Faktoren zustande gekommen sein, beispielsweise durch Rauchen oder Allergien: „Das wissen wir schlichtweg nicht.“

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